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Dienstag, 12. September 2017

Nachtgebet eines alten Mannes


Lieber Gott, ich bin es wieder,
Du erinnerst Dich sicher,
dass ich gestern Abend mit Dir sprach ...
Ja genau, ich bin der, der sich für den Tag bedankte,
der gestern wirklich gut gelaufen war,
und jetzt danke ich Dir für Heute,
das auch keinen Grund für große Klagen gab.
Meine Beine wollen immer noch nicht so wie ich das gerne hätte,
der zweite Schlaganfall sitzt mir noch immer in den Knochen,
und wohl auch im Hirn,
aber, mit Deiner Hilfe, wird das schon wieder,
da bin ich mir ganz sicher!
Der essentielle Tremor ist natürlich weiterhin ein Problem,
mit dem ich nicht so leicht fertig werde,
und dass nur Alkohol hilft ihn zu unterdrücken,
ist kein Trost, eher eine Bedrohung.
Aber, okay, ich bin alt
und meine Leber wird das schon noch durchhalten,
hoffe ich. Du lässt mich doch nicht hängen?
Nein, nein, ich vertraue Dir ja mein ganzes Leben an,
da ist die Leber doch inklusive, oder?
Das war ein Scherz ...
Apropos Scherz: Zur Zeit lese ich "Tom Sawyer und Huckleberry Finn"
von Mark Twain und ich danke Dir dafür,
dass dieser Mensch gelebt und das Buch geschrieben hat!
Es ist so humorvoll, witzig und geistreich,
dass ich es als Jugendlicher zwar gelesen,
aber nicht verstanden habe.
Danke, dass Du es mir auf einem Spaziergang,
vorbei an einer Tauschstelle für Kinderbücher, in die Hände gespielt hast!
"Bring ein Buch, dann nimm ein Buch."
Tolle Idee! ...
Ja, gut, ich schlafe jetzt dann ein.
Sollte ich heute Nacht sterben, ohne es zu bemerken, geht das in Ordnung.
Ich weiß dass Du da bist. Gute Nacht. Amen.

Freitag, 16. Juni 2017

Über die Liebe


Natürlich kann man ein Thema breittreten, ganz besonders eins das so schwammig ist wie die Liebe. Ich habe ja schon einmal gesagt, dass man sie nicht sehen, hören, fühlen, schmecken oder riechen kann und trotzdem denkt jeder Mensch, er könne sie identifizieren.
Liebe ist ... wie man sie empfindet. Ich formuliere diese weltbewegende Philosophie jetzt einmal so simpel und gebe allen die Möglichkeit zuzustimmen, oder zu widersprechen.
Auf FaceBook fand ich neulich diesen Eintrag:


Dazu die Aufforderung des Beitragenden, dieser einfachen Formulierung mit "Amen" beizustimmen. Es ist erstaunlich wie viele das taten. Ich nicht. Ich schüttelte nur den Kopf und dachte: `Warum wissen diese Menschen was Liebe ist, und ich nicht?´ Denn dass sie es wisseen müssen ist ja klar, sonst könnten sie nicht zustimmen, es sei denn, es geschah aus Zuneigung/Liebe zu dem der das "gepostet" hat.
Etwas das mit keinem der fünf Sinne zu identifizieren ist, ist also nicht kompliziert. Jemand der/die fünf Sinne besitzt ist kompliziert. `Interessant´ dachte ich. Wie einfach doch alles ist wenn man nicht darüber nachdenkt.
Ein Gefühl ist immer kompliziert. Trauer, Freude, Glück, Verzweiflung, etc. ... Liebe. Was ist Liebe anderes als eine Kombination sämtlicher Gefühle deren der Mensch fähig ist? So gesehen ist Liebe die Summe seiner Seele. Und die ist nun einmal kompliziert!
Ich habe einen Face Book Freund der behauptet, Liebe ist nicht eine Hezenssache, sondern eine Geisteshaltung. Vielleicht hat er recht, vielleicht muss man Liebe rational betrachten. Aber was für eine Art Liebe ist das dann? Gibt es eine Einstein'sche Formel dafür?
Liebe ist Gefühl geteilt durch Überlegung
Was kommt da unter dem Strich heraus? Gott? Ewigkeit?!
Also, ich liebe auf die altmodische menschliche Art mit allen Höhen und Tiefen und bin froh wenn es vorbei ist!

 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Ehrlich gesagt ...

ich weiß nicht was ich sagen soll.
Was ich sagen möchte, das schon.
Aber wie?
Und wem?
Wer, außer einem Engel, kommt da in Frage? Und die Engel haben sich alle abgekehrt von mir. Ich sehe nur noch ihr leuchtendes Gefieder, brennende Abkehr und eine dunkle Spur.


"Wenn das Herz voll ist, drängt es zum Mund." Ach wirklich? Ist dieser Wort-stau verantwortlich für die Enge in meiner Brust?
Mein Hausarzt sagt jedenfalls, es gäbe keine organische Gründe.
Was weiß der schon? Der ist Internist, nicht Gott.
Weiß Gott was mich bedrängt!
Er weiß es, da bin ich mir sicher, aber auch Er schweigt. Dabei hat er doch einmal laut und deutlich zu mir gesagt: "Ich bin da." und mich in seiner Hand aufgefangen, als ich in grauenhafte Dunkelheit stürzte.
Aber damals war ich ja auch verzweifelt, jetzt zweifle ich nur.
An Liebe!



Freitag, 12. Juni 2015

Evolution?


Als Gott im Garten Eden barfuß lief,
drang ihm ein Dorn ins Bein,
Woraufhin er nur "Scheiße!" rief.
Die Menschheit hört nicht auf zu schrein!

gelang 2015

Donnerstag, 12. März 2015

Himmel - Eine Betrachtung (Gedicht)


Der Himmel ist heut so bewegt,
ich wag' es kaum nicht hinzusehen,
aus Furcht ich könnte es versäumen,
wenn sich ein Wölkchen auf ein zweites legt,
oder die Winde ganz plötzlich drehen.

"Luft", sagst Du, "nur H und O."
und formulierst es physikalisch. ... Aber nein,
was so vollkommen ist und ständig neu erschaffen,
was so besinnlich stimmt und dennoch froh,
kann nur der Himmel Gottes sein!



gelang, 1970


Sonntag, 8. Februar 2015

Uhren aufziehen




















Dazu bedarf es eines Schlüssels. Und wenn man viele Uhren hat, braucht man auch viele Schlüssel, weil "Norm" den Uhrenbauern wohl ein Fremdwort war. Sie kreierten Individuen, nicht Lebewesen, aber lebendige Dinge. Und jedes individuelle Ding braucht einen persönlichen Zugang. Den Schlüssel.
Ich werde hier keine Geschichte der Uhren schreiben, dazu weiß ich viel zu wenig über sie. Aber werde versuchen zu schildern, was ich beim Aufziehen der Uhrwerke empfinde. Wenn ich eine Uhr aufziehe, ihr also wieder die Frist gebe, die sie braucht um mir die Zeit zu zeigen, dann gebe ich auch mir wieder eine Frist und zeige mir die Zeit. Es ist, genau betrachtet, ein philosophischer Austausch zwischen mir und einem Ding.


Uhren sind schöne Dinge. Zumindest waren sie es, als man die Zeit noch lebte, nicht maß. Zeit leben ist Ewigkeit, Zeit messen ist Tod. Das ist meine Meinung.
Der Mensch schuf die Uhr, (Sanduhren, Wasseruhren) nachdem er ZEIT als Phänomen erkannt hatte, um das Erlebte zuordnen zu können, nicht um es zu zerstückeln. Er betrachtete Zeit als eine Spirale, nicht als Kreis. 
Unsere Uhren sind ein Misskonstrukt, ein Versuch die Zeit zu "bändigen", sie zu fesseln. Aber ihre Schönheit entschuldigt diese Diskrepanz. Als Ästhet kann der Mensch die Zeit nur als "schön" empfinden, sonst wäre sie unertragbar. 
Jede Zeit erschafft sich ihre Uhren. Die Vergangenheit zeigte noch ihren ewigen U(h)rsprung, die Gegenwart erkennt noch ihre minimalisierte Existenz. Wie sieht die Uhr der Zukunft aus? Einen Zeiger der permanent auf Null steht ... Steigerung ist nur möglich wo Zeit nicht existiert! Das ist meine Meinung.
Manche meiner Uhren haben sogenannte 8-Tage-Werke, das heißt, dass die, mit einmal Aufziehen, acht Tage lang laufen. Danach bleiben sie nicht stehen, sie geben mir noch eine Chance, sie weiterhin am Laufen zu halten ... Manchmal denke ich, wenn ich sie aufziehe, dass Gott am achten Tag den Tod erschuf und dass alles danach nur eine Frage der Zeit ist.


Eine Anekdote am Rande: Einmal fuhr ich in der Straßenbahn von Stuttgart Süd nach Stuttgart Vaihingen. Die Bahn war voll, es war Rush-hour. Mir gegenüber saß ein Mann, sichtbar mit Migrationshintergrund, (ich erkannte ihn sofort als Italiener, wobei ich Italiener eher nicht als Migranten, sondern als uns besuchende Nachbarn betrachte. Das ist meine Meinung.) der ein Paket auf den Knien balancierte. Ich betrachtete beiläufig das Paket und als ich meinen Blick hob, sah ich, dass der Mann mich dabei beobachtete. Ich lächelte und er sagte: "Ist Hure. Hure für Wand." Ich wusste sofort was er meinte.


"Hure für Wand" z. B.


Samstag, 10. Januar 2015

Nur einmal angenommen


es gäbe die Zeit nicht, wo wären dann wir?

Zeit ist das Einzige das uns in diese Welt projiziert und darin bindet!

Sollten wir nicht sie "Gott" nennen? 

Ist nicht sie es, die uns "Ihn" erkennen ließ?

Sie ist Anfang und Ende unseres und, wie wir denken, allen Lebens.

Heilige Zeit!

Sie kommt nicht und sie geht nicht: Sie ist.

Im Gegensatz zu mir: Ich bin. Sonst nichts.


Möge mir Gott gnädig sein. 

Die Zeit kann es nicht!

gelang 2015

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Fabel - Ein Gedicht

Ein Affe, der sein Spiegelbild noch nie gesehen,
kam an den klaren Quell um dort zu trinken,
wie angewurzelt blieb er davor stehen,
dann sah man ihn auf seine Knie sinken.

In Andacht liegt er vor dem schönen Bild 
und wagt nicht mit dem Mund es zu berühren,
sein Durst bleibt dadurch ungestillt
und er fängt an ein Selbstgespräch zu führen:

"Du überirdische Vision vor meinem Auge,
Du Herrlichstes das je sich meinen Blicken bot,
Du bist der Gott an den ich glaube!"
Dann fiel er um vor Durst und war bald tot.

Ein and'rer Affe kam und sah den Toten,
er schaut ins Wasser und was dann geschah?
Er schlug hinein mit beiden Pfoten,
weil er den Teufel ihm entgegenblicken sah.

Das Bild verschwand, er trank, dann ging er heim.
Er wurde alt. Das hat dann die Moral ergeben:
Gott zu erblicken kann leicht tödlich sein,
Angst vor dem Teufel hilft zu überleben.


gelang 1965

Sonntag, 26. Oktober 2014

Vier Engel am Sonntag


Es ist wirklich kaum zu glauben, dass die Sonne einen Menschen unter die Erde treiben kann. Jaja, ich weiß, "Jetzt klagt er wieder über seine Augen"! Aber wer sollte sonst darüber klagen, wenn nicht ich? Und wem sollte Klagen nützen, wenn nicht mir? Es ist wenig förderlich in einer Beziehung, wenn der Partner sagt: "Und dann fängst Du wieder mit Deinen Behinderungen an." Dann muss man eben sich selbst "be"klagen. Klage bedarf keines Publikums, weil sie nur einen einzigen Menschen betrifft: den Klagenden. Selbst das Bedauern über den Verlust von etwas Geliebtem, ist eine Selbt"an"klage. Der Verlust wird beklagt, weil nichts anderes mehr übrig bleibt. Aber die Klage bringt das Verlorene nicht zurück, sondern entlastet den Klagenden. In diesem Sinne klage ich minütlich, stündlich, täglich, über den Verlust meines normalen Sehens. Das wird sich ändern, in dem Maß in dem ich mich an die neue Situation gewöhne.
Szenenwechsel.
Ich stehe nachmittags auf, wenn die Sonne die vorderen Fenster meiner Wohnung passiert hat. Wenn sie dann, wie jetzt im Herbst, mit voller Kraft auf den Glastisch in meinem vorderen Zimmer kracht, trifft mich die Lichtreflexion wie ein Schwerthieb direkt ins Hirn. Das ist sehr unangenehm! Es ist unerträglich, weshalb ich bei dieser Attacke die Augen schließe. Dann lasse ich die Rollos herunter und ... was tut der Mensch, wenn er nicht sehen darf?
Ich habe die Helligkeit des Monitors so weit reduziert, dass mich das Licht nicht mehr stört und dann "surfe" ich. Die Welt ist unendlich groß. Das www ist überall. Und ich bin ein Teil davon. Meine Beiträge in diesem Blog können via Google aufgerufen werden. Ich kann mich selbst darin sehen, wie in einem Spiegel.
Der PC ist eine Schatztruhe, in der ich immer wieder wühle und Dinge finde, die mich einmal sehr bewegt  haben. Heute waren es meine Engel der Vergangenheit, die mich auf meine Zukunft aufmerksam  machten.

















































































Aber für jede Klage gibt es einen Regenbogen, der die Seele begleitet, von einem Ende zum anderen.

























Auf in die neue Woche!

Montag, 6. Oktober 2014

Urknall - Evolution und universelles Wissen.



Eigentlich ist die "Bibel" ganz spannend. Schon allein die Wortherkunft führt weit zurück in die  antike phönizische Hafenstadt Byblos, die einmal der Hauptumschlagplatz für Bast war, der zu Papyrosrollen verarbeitet wurde und "Papierrolle" ist die Übersetzung des griechischen Wortes byblos ins Deutsche und das stammt, wie gesagt von dem Wort biblos oder byblos ab, das, wir kommen der Sache näher, Papyrusstaude oder Papyrusbast heißt, womit wir wieder in der antiken Hafenstadt angekommen sind. Auf jeden Fall verdanken wir den Griechen das Wort Papier, auch wenn sie selbiges nicht unbedingt erfunden haben. Wer genau zuerst auf die Idee kam Papier herzustellen, ist wohl nicht bekannt. Im Zweifelsfall sind es ja immer die Chinesen die etwas erfunden haben. Die Stadt Byblos, im Libanon, nördlich von Beirut, gibt es übrigens immer noch und ist eine der ältesten Siedlungen der Erde die ununterbrochen bewohnt wurde und wird.
Zurück zur Bibel und zu Genesis. Nachdem ich das 1. Kapitel noch einmal gelesen hatte und dann das 2. las, kam ich zu dem Schluss, dass das zwei Mal der selbe Bericht ist, von zwei verschiedenen Autoren. Oder aber der Autor, sofern es nur einer war, merkte, nachdem er das 1. Kapitel noch einmal gelesen hatte, dass da noch einiges fehlte und dass das mit "den Menschen" einfach nicht klar herausgearbeitet ist und ein bisschen missverständlich sein könnte. Auf jeden Fall legte er im 2. Kapitel, was den Menschen betraf, detailliert nach, auch das Material betreffend, aus dem der Mensch gemacht wurde und ließ sich auch nicht mehr auf die originale Bi-Geschlechtlichkeit dieser Kreatur ein, sondern trennte sie fein säuberlich in männlich und weiblich. Es fällt natürlich schon auf, dass der "Mensch" zuerst und aus einem "Erdenkloß" hergestellt wird und erst viel später, als das Paradies angepflanzt war, in den Gott den "Mensch" setzte, kam das Mensch dazu. Als Gott nämlich auffiel, dass sich dieser "Mensch" zu viel mit sich selbst befasste, (in Ralf Königs Bericht aus dieser Bibelepoche onaniert der "Mensch" viel und schmust heimlich mit einer Giraffe ...) gab er ihm die Namensgebung der Tiere in Auftrag und als auch das erledigt war, klonte er dann eine "Gehilfin" aus einer Rippe des "Mensch".
Ich hänge da den O-Ton Martin Luther an, dessen Sprache mich entzücket!


Jetzt muss ich einmal auf den Namen "Adam" zu sprechen kommen. Im Türkischen, und vielleicht auch in anderen Sprachen, heißt Adam "Mann". Wenn der erste Mensch sich selber Mann nennt und auf die Idee kommt, seine Gehilfin Männin zu nennen, muss das ja irgend woher kommen. Später heißen sie plötzlich Adam und Eva. Ist Eva gleich Männin? Ich sah mich wieder einmal gezwungen zu googeln und wurde, wie könnte es anders sein, in Wikipedia fündig. Man kann diese Fundgrube nicht genug lobpreisen! Ich habe auch schon dafür gespendet ... Also: Adam und Eva

Damit ist keine Frage mehr offen. So weit so gut. "Und sie waren beide nacket, der Mensch und sein Weib, und schämeten sich nicht." So wurde im Paradies FKK erfunden und praktiziert.
Jetzt muss ich aber einen doppelten Salto rückwärts machen und zum Anfang zurück kommen, siehe die Überschrift zu diesem Post.
"Es werde Licht." heißt also, dass Gott ins Dunkel, das auf ihr lag, der Erde hinein, die folglich schon existierte, diesen Befehl gab. So gab es einen "Urknall", der eine neue Galaxis entstehen ließ "und es ward Licht". Und aus dem ganzen herumwirbelnden Chaos wurde irgendwann unser Sonnensystem. Der Mond ist eine andere Geschichte. Er leuchtet ja nicht selbstständig, passt also nicht so richtig in den Schöpfungsbericht, ist aber für die Gezeiten verantwortlich, also für das Hin- und herschwappen der Ozeane, das ja auch irgend einen Sinn haben muss. Gold waschen? Wir werden es nie wissen.
Oder doch? Nachdem ich den Film "Cloud Atlas" zu Deutsch tatsächlich "Wolkenatlas", gesehen habe, finde ich meine Annahme, dass es ein "Universelles Wissen" gibt wieder einmal bestätigt. Die Idee ist, dass jeder jetzt lebende Mensch über das gesamte Erleben und Wissen der Menschheit weiß und es ausschöpfen und nutzen kann, wenn ihm der Funke Genie beigegeben ist, dessen es bedarf um das Bekannte in Neues umzuformen. So erklären sich Fortschritt und Evolution und letztendlich auch Wunder. In dem Musical Time findet das sehr schön in Wort und Musik Ausdruck:

It's in every One of us
to be wise.
Find your heart,
open up both your eyes.
We can all know everything
without ever knowing why.
It's in every One of us 
by and by.

It's in every One of us -
I just remembered
it's like I've been sleeping for years.
I'm not awake as I can be
but my seeing's better.
I can see
through the tears.

I've been realising that
I bought this ticket
and watching only half the show, 
but there is scenery and lights
and a cast of thousands
who all know what I know
and it is good
that it is so.

It's in every One of us
to be wise
find your heart
open up both your eyes
we can all know everything
without ever knowing why
it's in every one of us
by and by



Sonntag, 5. Oktober 2014

Ist der Sonntag der Sonne-Tag?


Manche Gedanken lassen mich nie, oder erst wenn sie restlos zu Ende gedacht und aufgelöst sind los. Und wenn es dann, wie gestern Abend als ich ein Selfie machen wollte, zu solch einem verkorksten Resultat kommt, siehe unten, dann drehen sich wieder einmal die Windmühlen hinter meiner Stirn.


























Und Gott sprach: "Es werde Licht". Viel Fantasie braucht man nicht, um auf diesen Vergleich zu  kommen. Der Urknall bietet sich auch an, aber weil gestern Samstag war, dachte ich doch eher an die Bibel als an Astronomie. Also holte ich das altehrwürdige Buch wieder hervor und widmete mich dem ersten Kapitel im ersten Buch Mose.


Und da steht es schwarz auf vergilbt in Vers 3 - 5:


Zweifellos, der Sonntag ist der erste Tag der Woche und weil er Sonntag heißt, muss wohl auch Sonne drin sein, dachte ich. Ein bisschen verwirrend fand ich die Formulierung "Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag". Normalerweise beginnt der Tag am Morgen und endet am Abend, oder sehe ich das falsch? Nur um sicher zu gehen, dass das nicht ein Übersetzungsfehler Martin Luther's ist, (Gott bewahre!) schlug ich noch schnell eine modernisierte Version auf, aber da heißt es eben, weniger poetisch: "Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.". Also das mit dem ersten Tag fand ich damit endgültig geklärt und dass mit dem Licht die Sonne gemeint ist hielt ich immer noch für logisch. Da schweifte mein Blick rein zufällig (Zufälle gibt es nicht!) von der letzten Zeile des Vers 5 "und Morgen der erste Tag." zur ersten Zeile des Vers 16 in der daneben stehenden Spalte. Und siehe da:


Kein Zweifel, mit dem "groß Licht, das den Tag regiere" kann nur die Sonne gemeint sein. Oder? Zwar hat Gott den beiden großen Lichtern keinen Namen gegeben, aber wahrscheinlich dachte er, dass mit "Tag und Nacht" alles gesagt ist. Der "SonnTag" müsste also eigentlich der vierte Tag der Woche sein!
Damit war ich wieder beim Urknall.
Aber "Urknalltag", wie hört sich das denn an? Und erst im Englischen, wo er "Big Bang" heißt, wobei mit Bang auch locker der Geschlechtsakt bezeichnet wird, so wie mit Bumsen im Deutschen. "Urbumstag" also? ...
Nachdem ich mich in diesem Zusammenhang noch kurz über das "allerlei gefiedertes Gevögel" amüsiert hatte und die Modernisierung der Sprache wieder einmal sehr bedauerlich fand, schlug ich noch schnell nach, an welchem Tag die Wespen erschaffen wurden. Die Mathildas sind schließlich immer noch aktiv vor meinem Fenster zum Hof. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass sie in der Heiligen Schrift wohl in die Kategorie "Gewürm" fallen, zusammen mit "allem Vieh das auf Erden kreucht." Dann schuf Gott den Menschen.
"Da  ward aus Abend und Morgen der sechste Tag."
Das mit "den Menschen" ist ja so eine Geschichte für sich. Da schafft Gott sie, den Menschen, als  "Mann und Frau" (moderne Version) so quasi an einem Stück "als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie." Jetzt frage ich mich aber doch, wie kann den ein sie sein? Ich kam zu dem Schluss, dass das dichterische Freiheit ist, schließlich werden Mann und Frau im 2. Kapitel der Genesis gleich noch einmal erschaffen, während es im 1. Kapitel ja offensichtlich Mann in Frau ist. Aber man soll die Bibel ja nicht all zu wörtlich nehmen und wo bliebe da die Interpretation, die doch unter Gelehrten so beliebt ist?
Ich habe mir meine eigenen Bilder vom ersten und vom sechsten Schöpfungstag gemacht. Siehe unten.

 "Es werde Licht"






Der Vollständigkeit halber füge ich noch den "Sündenfall" und die 
"Vertreibung aus dem Paradies" hinzu.





































Übrigens muss ich da doch die Araber bewundern bei denen der "Sonntag", wie schon gesagt,
Yom al ahad, also "Der Erste Tag" heißt. Da kann es zu keinen Missinterpretationen kommen.












Freitag, 26. September 2014

Der Mensch im Sinkflug - Ein Nachtrag zum "Flemming"


"What a piece of work is man?" fragt Hamlet, zählt alle wunderbaren Eigenschaften des Menschen auf und kommt, obwohl alles so harmonisch zusammen wirkt, trotzdem zu dem Resultat, dass er , Hamlet, weder Lust "am Weibe noch am Manne" habe, und dass die Erde nichts als ein "Morast aus üblen Gerüchen" ist. Das Leben macht ihm keinen Spaß mehr. Kein Wunder, dass er dann seinen Tod herbeiführt, obwohl er ihm kurz zuvor noch bewusst zu entgehen verstand ... Die Geschichte ist kompliziert.
Man kann Hamlet googeln, ist von William Shakespeare und wurde 1602 uraufgeführt.
Seither wurde die "Psychologie" erfunden, die Lehre von der Seele. Eine Lehre über etwas, das genau so wenig fassbar ist wie Gott, für den man die "Theologie", allerdings schon früher, erfand. Der Forschungsdrang des Menschen ist unstillbar und er wird noch andere, unbegreifliche Dinge in der Natur finden, denen er dann eine Logie zuordnen wird. 
Zuordnen, das ist das Zauberwort! Es darf nichts geben, das es nicht gibt und es gibt nur das was einen Namen hat. Gott hat das im Paradies quasi Adam aufgetragen. (Man kann die Bibel googeln. 1. Mose, Kapitel 2, Verse 19 und 20). Gott konnte ja nicht wissen ... Entschuldigung, natürlich wusste er es, nur konnte er nichts mehr gegen den Namensgebungsdrang des Menschen tun ohne ihm seine Identität, seiner eigenen vergleichbar, wieder zu nehmen, die er ihm ja mit großer Liebe eingehaucht hatte. 
Inzwischen ist der Mensch autonom geworden, `Human United Kingdom´, und Gott ist nur noch so eine Art zerbröselnder Rahmen um ein immer digitalisierteres Bild. Das Bild wird Megapixel um Gigapixel schärfer und das "Piece of work", der Mensch, verliert seinen Charme, sein Wunder und seine Identität als Gottes Geschöpf, indem er zum Resultat von immer detailierteren Studien wird. Das alles hat selbstverständlich wirtschaftliche Gründe. Etwas womit kein Geld verdient werden kann gibt es nicht!
So hat man auch `seelische Erkrankungen´ typisiert und katalogisiert und es gibt Tabellen über den `Wert´ einer solchen `Störung´ die von leichtem Dachschaden bis zu schwerer Psychose reichen. Die Zuordnung trifft der Psychologe und der Kranke ist glücklich, wenn er endlich seine Schublade gefunden hat. Oder? Diese Notiz klebte am Eingang zu einer psychiatrischen Privatklinik. Sie spricht Bände!



Was aber macht man, wenn es nicht mehr darum geht, eine Krankheit der Seele zu diagnostizieren und zu behandeln, sondern, weil sich damit ja auch Geld machen lässt, einfach den `normalen´ Menschen in einem Katalog aufzulisten?
"Sage mir was Du isst und ich sage Dir wer Du bist" "Dein Auto ist Deine Persönlichkeit" "In der Wahl Deines Urlaubsziels offenbart sich Dein Lebensziel" Daraus lassen sich dann Syndrome konstruieren, die man "heilen" kann ... Es ist zum Kotzen! Siehe oben.
Gestern präsentierte nun eine gestylte Frau in irgend einem Dritten Programm eine ganz neue Studie aus Amerika, womit man immer die USA meint und dem Rest Unrecht tut, in der irgend ein Professor, Psychologe, an irgend einer Universität (das lässt sich sicher auch googeln) mit ca. 86 Studenten testete, was ihre Wohnung/Unterkunft über sie aussagt. So weit die Präambel. Dann kommt bei solchen Sendungen immer der Hammer, indem die moderierende Person sagen muss:
"Und das Resultat ist erstaunlich."
Käme dieser Satz nicht, hätte die Meldung keine Sendeberechtigung. Wer möchte schon etwas nicht Erstaunliches erfahren, das ein Professor in Amerika (USA) herausgefunden hat.
Also der erstaunte Professor fand heraus, dass, zum Beispiel, die Sauberkeit einer Bleibe etwas über den Charakter des Bewohners offenbart. Ob dessen Staubsauger gerade nicht funktionierte, oder seine Reinigungskraft im Urlaub war, spielte keine Rolle. Fazit:
Schmutz in der Wohnung = Schmutz im Geist.
Ist die Wohnung allerdings sauber und aufgeräumt, leidet der/die (Frauen werden gern als zwanghaft eingestuft) sie Bewohnende unter "Zwanghaftigkeit". Wie es im Geist einer solchen Person aussieht, will man gar nicht wissen. Allerdings kann man anhand von vergleichenden Profilen feststellen, ob sich so jemand zum Massenmörder oder nur zum Serientäter eignet.
Wer viele Bücher hat, ist entweder sehr wissbegierig und dadurch auch, das Beweismaterial steht in den Regalen, intelligent und besserwisserisch (das kann man heilen) ... oder ein Kleptomane der Bücher ausleiht und nicht zurück gibt. Das kann man heilen und bestrafen. Bringt beides Geld.
Eines hat der Professor auch festgestellt (und in einem Buch veröffentlicht das man kaufen kann!): Der auffälligste Gegenstand in einer Wohnung sagt am wenigstens über den Charakter des Bewohners aus.
Gott sei Dank!
Jetzt kann ich meine Guillotine wieder aus dem Keller holen und die Harfe dort deponieren. (Ich leide unter Persönlichkeitsspaltung und dem Peter-Pan-Syndrom.)
Mein Fazit?
Je mehr der Mensch, dieses wunderbare "piece of work", meint über sich selbst zu wissen, oder wissen zu wollen, desto kleiner wird er und versinkt schließlich im "Haufen übler Gerüche".
Das ist wie bei einer Zwiebel die man so lange häutet, bis nur noch Tränen übrig sind.


Dienstag, 23. September 2014

Aus dem "Engelbuch"




Luzifer fällt

Er griff im All nach einem Stern
und sagte: "Dieser ist nun mein."
Dagegen stand das Wort des HERRN:
"Begehre nicht!" Ein klares: "Nein!"

Da lässt er, staunend, alles los
das Wille in der Nähe Gottes hält
und fällt, ein Engel, licht und groß,
ins unbewusste Dunkel dieser Welt.



(gelang - 3. Mai 1989)



Sonntag, 14. September 2014

Ein Wort zum Sonntag

Eigentlich bin ich ja kein Prinzipienreiter, aber irgendwo ziehe ich doch Grenzen. Zum Beispiel beim ersten Tag der Woche. 
Wie komme ich darauf? 
Dank arte
Der Sender ist ja ganz OK, man bekommt darauf mehr andersländische Menschen zu sehen als auf jeder Hauptstraße der Welt und das ist meinetwegen auch gut so. Es gibt ja andere Sender, wenn man nicht immer zuschauen möchte, wie sich die Leute in Indien, der Mongolei oder in Afrika ihr Essen zubereiten oder ihr, an westlichem Standard gemessen, ärmliches Leben fristen. Schließlich ist man schon sehr daran interessiert zu erfahren, wie Menschen ohne Kühlschrank und Fernsehgerät es schaffen zu überleben und es ist faszinierend zuzuschauen wenn sich Kinder in Jauchebrühe waschen ... Aber das ist nicht mein Anliegen.
Es geht um den ersten Wochentag!
Zur Zeit beschäftigt sich arte locker vom Hocker und Cool vom Stuhl mit den 7 Todsünden und treu der Maxime der etwas andere Sender zu sein, fängt man von hinten an, mit der Faulheit. Dagegen ist nichts einzuwenden, Jeder wie er kann, kein Problem. Auch daran, dass man Beispiele heranzieht um Faulheit richtig zu definieren ist nichts auszusetzen. Und ich bin sicher, dass Gott nichts dagegen hat, dass man die Schöpfungsgeschichte zum Beispiel nimmt und das Ausruhen als Gegensatz zu der Faulheit zur Diskussion stellt. Alles im grünen Bereich. Bis zu dem Punkt an dem man Seine Arbeit am Montag beginnen lässt und behauptet, Er habe am Sonntag geruht. Also bitte! Auch wenn man nichts von Gott etc. hält, arte sitzt ja in Strasbourg, France, könnte man doch wissen, dass der Sonntag der erste Tag der Woche war und ist. 
Die 7-Tage-Woche ist babylonischen Ursprungs und wurde von den Griechen und Römern übernommen und bereits ab Gaius Julius Ceasar ist eine Berücksichtigung der Sabbatwoche belegt. Das heißt, dass der 7. Tag der Woche der Ruhetag ist. Dass die Christen den Auferstehungstag, den Sonntag, zum Feier- und Ruhetag machten, ändert nichts an der Tatsache, dass der Sonntag der erste Tag der Woche ist. 
Erst ab den 1970er Jahren änderte man kalendarisch die `biblische´ Woche zur `Business Week´, zur `Geschäftswoche´ und seither wird, zumindest in Deutschland, der Kalender so gedruckt, dass der Montag am Anfang und der Sonntag am Ende der Woche steht. 
Vielleicht widmet arte ja diesem Thema einmal eine seiner kurzweiligen und, wenn gut recherchiert, lehrreichen Glossen?!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag.

Nachbemerkung:
Der Sonntag heißt auf arabisch yom al ahad und das heißt wörtlich übersetzt: der erste Tag.

Samstag, 22. Februar 2014

Gideon ... und ich, Viertens


"Jimmy" der Rennfahrer und meine Schwester
Man müsse zuerst einmal die Aufmerksamkeit erregen, wenn man jemand etwas nahebringen wolle, was diese/n eigentlich gar nicht interessiert. Das soll ein Militär gesagt haben, der Lichtbildvorträge für Soldaten organisierte. Also zeigte er ihnen als erstes Bild ein Pinup-Girl und ging dann zur Sache. Das Bild oben kombiniert beides,  nur dass es nicht ums Rennfahren geht, sondern um Glaube und Gott und was ich davon halte. Und wie es dazu kam.

und ich
"Wie du warst, wie du bist, das weiß niemand, das ahnt keiner." Das steht zwar nicht in der Bibel, sondern am Anfang der Oper "Der Rosenkavalier", aber es beschreibt auf den Punkt gebracht mein "Gottesbild". Wobei dieser Ausdruck eigentlich gar nicht existieren dürfte wenn mann das 2. Gebot beachtet: Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen ... von dem was ist. (ER muss ganz schön getobt haben, als die Fotografie erfunden wurde! Das war ein Scherz!!) Also sage ich lieber Gottverständnis statt Gottesbild.
Das wirft die Frage auf, ob man GOTT verstehen kann und das hat die Doppelbedeutung Hören und Begreifen. Ich habe ihn gehört und langsam begriffen. Wie kam es dazu?
Ich lebte mit meinem "Freund" W. und dessen Mutter in einer Art Familien - Wohngemeinschaft zusammen. Das Haus seiner Schwester befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft, so dass seine Nichte A. (8) und die Neffen M. und M. (7 und 5) bei uns täglich ein und aus gingen. Ihre Eltern arbeiteten und die Oma betreute sie tagsüber. Es war ein harmonisches Miteinander, weil ich gut mit den Kindern zurecht kam und diese mich in ihr Leben als "Familienmitglied" integrierten. Sie hatten jetzt eben zwei Onkel statt einem, was sich auf ihre Geschenkebilanz positiv auswirkte. Ich hatte angefangen Münzen, Gold und Silber, zu sammeln und schenkte jedem Kind einmal zu Weihnachten einen Krüger Rand, der galt damals als gute Geldanlage ... 
Das ging einige Jahre gut, bis Geld "fehlte", Scheine, kein Kleingeld, und zwar immer dann, wenn einer der Neffen da gewesen war. Schließlich entschied ich mich, zur Polizei zu gehen, um Geldscheine "präparieren" zu lassen, so dass die Finger dessen der sie in die Hand nahm rot verfärbt wurden. Die Polizei ließ sich die Situation schildern und statt meinem Wunsch zu entsprechen, bestellte sie die Mutter und Kinder ein ... Danach war keine Harmonie mehr möglich. Ich blieb trotzdem bei meinem Freund wohnen, weil er mich darum bat, obwohl die Polizei mir riet doch einfach auszuziehen, als ich sie darauf aufmerksam machte, in welche schwierige Situation mich ihre unüberlegte Aktion gebracht hatte. Die Polizei: Dein Freund und Feind!
Diese Illustration stammt aus dem Begleitheftchen zu Axel Mantheys Stuttgarter Inszenierung von
"Ein Traumspiel" aus dem Jahr 1987
"Also ist die Zeit etwas, was entflieht, während ich spreche." doziert der Lehrer im "Traumspiel" vor seinen Schülern, woraufhin einer aufsteht und den oben illustrierten Satz sagt. 
Die Zeit floh und aus Kindern wurden Leute. Der ältere M. war inzwischen 18 Jahre alt und hatte sich durch Krafttraining zu einem imposanten "Kerl" entwickelt. 
Ich hatte ein eigenes Zimmer im ausgebauten Dachstuhl, das ich abschließen konnte, was ich auch immer tat. Das Sammeln von Münzen hatte ich aufgegeben, weil diese Sammlung ins Uferlose zu wachsen drohte. 
Als Alternative legte ich mir ein kleines Depot an geschliffenen Halbedelsteinen und Edelsteinen zu. Diese verwahrte ich in einem kleinen Lederkästchen zusammen mit diversem Schmuck, den ich wieder als Geldanlage kaufte. (Den trug ich allerdings auch.)
Mein "Edelstein" Depot
Darunter befanden sich, unter anderen, (siehe oben) ein ziemlich großer, gelbbrauner Rauchtopas, ein im Brillantschliff gearbeiteter Bergkristall und ein Aquamarin. Einige dieser Steine, inklusive eben diese drei, hatte ich in einem Aquarell meiner "blauen Periode" verewigt (an anderer Stelle im Blog besprochen). Ich füge das Bild hier noch einmal ein.
Das "Männchen" steht auf dem Rauchtopas, der Bergkristall liegt auf dem schwarzen Feld rechts daneben und der Aquamarin auf dem weißen Feld dahinter.
Die Mutter meines Freundes W. sagte einmal: "Man kann über ihn sagen was man will, aber sauber ist er." Mit "er" war ich gemeint. Ich bin nicht nur sauber sondern auch ordentlich. Mein Zimmer reinigte ich immer selber und auch dessen Vorplatz. Deshalb fiel mir eines Tages auf, dass auf dem Teppichboden vor meiner Tür Sägemehl verstreut war. Nicht viel, aber genug um mir aufzufallen, nachdem ich am Vortag erst Staub gesaugt hatte. W.s Mutter konnte sich nicht erklären, wie dieses Sägemehl dort hingelangt sein könnte. Sie war an diesem Tag nicht zuhause und auch erst kurz vor mir wieder zurück gekommen. 
Meine Aufmerksamkeit war geweckt und wurde schnell zu Misstrauen, nicht gegenüber der Mutter, auch noch nicht gegenüber einer anderen Person, sondern ganz allgemein. Ich schloss das Zimmer auf und bemerkte, dass die Abdeckung leicht wackelte. Das Schloss war manipuliert worden. Als erstes öffnete ich das Kästchen mit den Steinen, das als "Dekoration" auf einem Regal stand. Bei der Überschaubarkeit der Sammlung fiel mir das Fehlen der drei Steine natürlich sofort auf.
An der Haustür waren keine Einbruchspuren zu sehen. Alle Fenster waren intakt. Es musste jemand den "gut versteckten" Reserveschlüssel benutzt haben, um ins Haus zu gelangen. Wir hegten alle den gleichen Verdacht: Es kommt nur M. der Ältere in Betracht. Mein Freund kontrollierte seine Sparbücher, die in der unverschlossenen Schreibtischschublade lagen, eines davon ohne Passwort. Von diesem waren an dem Tag zwei Mal 100 D-Mark abgehoben worden. Was tun? Ein Dieb in der Familie. Niemand wollte mit dem Betreffenden reden ...
Am nächsten Tag ging ich zur Polizei um mich beraten zu lassen. Nachdem ich den Sachverhalt geschildert hatte, informierte mich der Beamte, dass es sich um eine Straftat handle, die zur Anzeige gebracht werden müsse. Ich zögerte. Er sagte, dann müsse er es anzeigen. Es gab keinen Weg zurück und so stellte ich Strafanzeige gegen "Unbekannt".
Was folgte war, dass die Polizei zu M. ging, dieser die Tat weit von sich wies und die Polizei es dabei beruhen ließ. Man werde der Sache nachgehen. Zwei Tage später fragte ich nach, ob die Steine vielleicht einem Juwelier angeboten worden wären. Man werde das überprüfen. Mir wurde klar, dass für die Polizei der "Fall" erledigt war. Also ging ich von Juwelier zu Juwelier und wurde schon beim zweiten fündig. Ja, es habe ein junger Mann die von mir beschriebenen Steine zur Schätzung und eventuellem Ankauf vorgelegt. Angekauft habe man sie nicht.
Als die Polizei M. mit diesem Wissen konfrontierte, sagte dieser: ja, er habe die Steine, den Topas und den Bergkristall habe er weggeworfen, weil die nichts wert seien und ich hätte sie ihm geschenkt, weil ich Sex mit ihm haben wollte. Der Beamte teilte mir das telefonisch mit, als ich bei der Arbeit war. Es traf mich wie ein Schlag vor den Kopf. Ich konnte mit Männern die jünger als ich waren nichts anfangen. (Inzwischen hat sich das geändert, aber es ist leicht, jünger als 75 zu sein.)
Der nächste Schlag traf mich so hart, das mir buchstäblich schwarz vor Augen wurde. Ich hätte es auch schon versucht als er noch ein Kind war und ihm eine Goldmünze geschenkt damit er nichts sage.
Ich fiel in eine Dunkelheit die unbeschreiblich ist, dunkler und tiefer als jeder Ozean. Ich stürzte in die Schwärze der Angst. Ich fiel in den Tod. 
Da fing mich eine Hand sanft auf und eine ruhige Stimme sagte: "Ich bin da."




















Ich fühlte die Hand und ich hörte die Stimme. Und ich wurde ruhig.
Mein Chef gab mir frei und ich ging zu Fuß nach hause. Unterwegs dachte ich über alles nach und mir wurde klar, dass ER, an den ich nicht glaubte, mich aufgefangen und mir SEINEN Namen genannt hatte. 
Jetzt war ich gezwungen an IHN zu glauben.
In der Folgezeit trat ich wieder in die Kirche ein, weil ich dachte, das wäre das einzig Richtige. Aber ER ist nicht Kirche und nicht Religion, das sind Menschen. 
Ohne Wunder, dachte ich, werde ich meine Unschuld nicht beweisen können. Es stand mein Wort gegen das andere. Außer mir weiß nur Gott was wahr ist, dachte ich, und nur er kann die Wahrheit an den Tag bringen. Ich nahm an einer Pilgerschaft nach Lourdes teil, weil man dort Wunder erwarten konnte. So intensiv wie in jener Zeit hatte ich nie zuvor gebetet. Mir fiel "Die Feuerprobe" ein und die Macht der Gnade Gottes. Vor der Grotte kniend betete ich um ein Zeichen und wenn es noch so gering sei. Als ein einzelnes Efeublatt von dem wuchernden Bewuchs her direkt auf mich zusegelte und vor mir auf die Erde fiel, nahm ich dieses Zeichen dankbar an. Ob man das Glück, Zufall oder Wunder nennt ist unwichtig. Das Ereignis zählt, nicht sein Name. Das Blatt habe ich immer noch. 

Es kam zu zwei Verhandlungen, bei denen M. noch versuchte mir das Abbuchen vom Sparbuch meines Freundes anzuhängen, aber er wurde von der Kassiererin erkannt. Weder mein Freund noch ich wollten, dass er "bestraft" wird. Das Gericht ließ Milde vor Recht walten und M. galt als nicht vorbestraft. Der Richter sagte, M. solle uns dafür dankbar sein. Ich bekam den Aquamarin zurück und spendete ihn der Kirche.
Danach las ich viel in der Bibel, ich wollte mehr über IHN wissen. Dabei stieß ich dann auf die Stelle, an der Moses IHN fragt, was er dem Volk sagen soll, wenn es ihn nach SEINEM Namen fragt und ER antwortet, sinngemäß: "Sage ihnen: ich bin der ICH BIN DA." Da bekam ich Gänsehaut!
Und was hat Gideon damit zu tun? Eigentlich kannte ich seine Geschichte nur durch das gleichnamige Theaterstück von Paddy Chayefsky, das ich sehr witzig fand, eben weil hier ein Mensch wagt, Gott anzuzweifeln und dieser ihm trotzdem hilft. 
Mir war schon klar, dass mich meine Homosexualität in diese Lage gebracht hatte und "haderte mit Gott" deshalb. Schließlich bat ich IHN um ein Zeichen, wenn Homosexualität für mich nicht "das Richtige" wäre. Eine bescheuerte Frage, ich weiß, aber ich befand mich in seelischem Konflikt mit meiner Natur. Und eigentlich bestand die Chance, dass ich eine positive Antwort bekommen würde. Es war in der Zeit, als ich mit Aki und Joisi, (siehe das entsprechende Kapitel) den Dioskuren, "verkehrte". Aki brauchte immer Geld und ich gab ihm immer etwas, wenn ich ihn sah, was zum Glück selten war. Am Tag an dem ich die Frage stellte, war ich mit ihm verabredet. Er war sehr zuverlässig und kam jedes Mal, wenn wir es vereinbart hatten. Also dachte ich, dass ich auf der sicheren Seite bin, wenn ich das Ja oder Nein von seinem Erscheinen abhängig mache. Als Zusatzabsicherung sollte ich ihn danach nie wieder sehen, sollte die Antwort Nein sein. Homosexualität ist gut für mich wenn er kommt, nicht, wenn er nicht kommt. Er kam nicht. Und ich sah ihn nie wieder. Habe ich deshalb mein Leben geändert? Versucht habe ich es. Vergebens. Wahrscheinlich habe ich mich "verhuret" wie das in der Bibel heißt.
Ich weiß, das alles ist banal, aber ich glaube an GOTT. Das will ich damit sagen.