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Dienstag, 2. Dezember 2014

Der Zufall ist keiner


"Wer auf den Zufall baut, kann gewinnen oder verlieren." Dieses alte Römische Sprichwort, oder ist es Altgriechisch? macht Sinn, auch wenn es nicht danach aussieht. Es ist nämlich gar kein Sprichwort, sondern mein Gedanke, der mir neulich durch den Kopf ging, nachdem der Zufall so einiges in Gang gebracht, aber nicht wirklich etwas gelöst hatte. 
Zufälle, manche Leute sagen ja, dass es keine gibt, hängen von Ursache und Wirkung ab, wie alles auf der Welt. Hier die Ursache:


Eine fb Freundin hatte dieses Bild geteilt und mir fiel spontan eine Bemerkung des Baron Ochs von Lerchenau aus dem "Rosenkavalier" ein: "Umgekehrt ist auch gefahren.". Sicher, hier müsste es "geflogen" heißen, aber da ist ja wirklich gehupft wie gesprungen, wenn man es nicht so eng sieht. Die Userin schrieb als Antwort auf meine locker hingestreute Bemerkung: "werde ich beizeiten recherchieren".
"Der Zweifel ist der Vater der Gewissheit." Noch so ein Sprichwort das es nicht gibt, aber geben sollte, denn wer zweifelt, schafft sich Gewissheit. Ich zweifelte zwar nur geringfügig an meiner Behauptung, muss hier aber einfügen, dass sie Anfangs nur aus dem Zitat aus dem Rosenkavalier bestand und ich nun sicher gehen wollte, dass das auch wirklich von dort stammt und nicht aus einer Operette von Johann oder Josef Strauss, die ich auch gerne höre. Also googelte ich. Und so fand ich die Info, dass dies eine Steiermärkisches Sprichwort ist. Diese Erkenntnis fügte ich meiner Antwort hinzu, siehe oben.
Damit wäre der Fall abgeschlossen und hätte mit einem Zufall, oder mehrerer solchen nichts zu tun. An diesem Abend blieb ich zufällig auf arte hängen. Es kam "Die Reifeprüfung", ein Film den ich nie ganz gesehen habe, diesmal blieb ich dabei. Danach gab es ein Portrait über Charles Aznavour, den ich mag und der Film war gut und interessant gemacht. Man vergisst ja gern den Türkischen Völkermord an den Armeniern, weil die Türke ihn leugnen. "Leugnen ist die Schwester von Lügen." ist ein altes ... Okay, so weit so gut. Und jetzt fällt der Fall zu!
Anschließend stand "Der Rosenkavalier" auf dem Programm. Ich fiel aus allen Wolken. `Wie kann das sein?´ dachte ich und: `Heute Nachmittag habe ich noch an diese Oper gedacht und BINGO!, hier kommt sie. Aber Hallo! So ein Zufall!´ So ähnlich dachte ich.
Ich weiß natürlich, dass das oben angeführte Zitat erst im zweiten Akt vorkommt ... Hmmm? Weiß ich das? Ich beschloss, mich zu vergewissern und googelte wieder einmal. Nicht vergebens, wie man unten sieht:

Na gut, es ist nicht Hochdeutsch, aber man kann es erkennen. (Ich fand die Inszenierung von den Glyndebourne Festspielen ganz nett, nicht überdreht modern, eher verspielt biedermeierisch, leicht, locker, bunt ... Mir hats g'falln! Man kann es in der Mediathek von arte noch anschauen.) Als Überraschung wollte ich die Szene aufnehmen und dann auf fb für die Userin hochladen. Die Szene kam:

Und dieser Teil war gestrichen! Ich konnte es nicht glauben! Zugegeben, es ist keine wichtige Passage, musikalisch aber nicht langweilig. Mir gefällt besonders das: "Mach er das Bett aus lauter Federbetten." wo das "Federbetten" so richtig luftig federt. Na ja, egal, es kam nicht.
Nun frage ich, war das ein "Zufall"? (Dass das Zitat fehlte, war ärgerlich!) Oder bin ich ein Medium, das METAPHYSISCH die Dinge einfach in eine Reihe bringt, egal wie unwichtig? Auf die Antwort bin ich gespannt! 
"Eine Antwort setzt eine Frage voraus, eine Frage kommt manchmal gern ohne Antwort aus." Ein Altphönizisches Sprichwort ...

Sonntag, 14. September 2014

Ein Wort zum Sonntag

Eigentlich bin ich ja kein Prinzipienreiter, aber irgendwo ziehe ich doch Grenzen. Zum Beispiel beim ersten Tag der Woche. 
Wie komme ich darauf? 
Dank arte. 
Der Sender ist ja ganz OK, man bekommt darauf mehr andersländische Menschen zu sehen als auf jeder Hauptstraße der Welt und das ist meinetwegen auch gut so. Es gibt ja andere Sender, wenn man nicht immer zuschauen möchte, wie sich die Leute in Indien, der Mongolei oder in Afrika ihr Essen zubereiten oder ihr, an westlichem Standard gemessen, ärmliches Leben fristen. Schließlich ist man schon sehr daran interessiert zu erfahren, wie Menschen ohne Kühlschrank und Fernsehgerät es schaffen zu überleben und es ist faszinierend zuzuschauen wenn sich Kinder in Jauchebrühe waschen ... Aber das ist nicht mein Anliegen.
Es geht um den ersten Wochentag!
Zur Zeit beschäftigt sich arte locker vom Hocker und Cool vom Stuhl mit den 7 Todsünden und treu der Maxime der etwas andere Sender zu sein, fängt man von hinten an, mit der Faulheit. Dagegen ist nichts einzuwenden, Jeder wie er kann, kein Problem. Auch daran, dass man Beispiele heranzieht um Faulheit richtig zu definieren ist nichts auszusetzen. Und ich bin sicher, dass Gott nichts dagegen hat, dass man die Schöpfungsgeschichte zum Beispiel nimmt und das Ausruhen als Gegensatz zu der Faulheit zur Diskussion stellt. Alles im grünen Bereich. Bis zu dem Punkt an dem man Seine Arbeit am Montag beginnen lässt und behauptet, Er habe am Sonntag geruht. Also bitte! Auch wenn man nichts von Gott etc. hält, arte sitzt ja in Strasbourg, France, könnte man doch wissen, dass der Sonntag der erste Tag der Woche war und ist. 
Die 7-Tage-Woche ist babylonischen Ursprungs und wurde von den Griechen und Römern übernommen und bereits ab Gaius Julius Ceasar ist eine Berücksichtigung der Sabbatwoche belegt. Das heißt, dass der 7. Tag der Woche der Ruhetag ist. Dass die Christen den Auferstehungstag, den Sonntag, zum Feier- und Ruhetag machten, ändert nichts an der Tatsache, dass der Sonntag der erste Tag der Woche ist. 
Erst ab den 1970er Jahren änderte man kalendarisch die `biblische´ Woche zur `Business Week´, zur `Geschäftswoche´ und seither wird, zumindest in Deutschland, der Kalender so gedruckt, dass der Montag am Anfang und der Sonntag am Ende der Woche steht. 
Vielleicht widmet arte ja diesem Thema einmal eine seiner kurzweiligen und, wenn gut recherchiert, lehrreichen Glossen?!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag.

Nachbemerkung:
Der Sonntag heißt auf arabisch yom al ahad und das heißt wörtlich übersetzt: der erste Tag.