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Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnacht





Es war Nacht und dunkel wie immer.
Alle Schafe im Pferch waren ruhig und schliefen.
Da fiel vom Himmel ein heller Schimmer
und es war als ob Stimmen riefen:
"Geht hin und seht das Kind im Stall
und verkündet dann all überall
das könnte der Retter der Menschheit sein."
Dann schwand er wieder vom Himmel, der Schein,
und das Dunkel danach war noch schlimmer.

gelang 2015

Samstag, 12. September 2015

Fenster



Siehst Du die hellen Fenster der Stadt?
Leuchtende Sterne in dunkler Nacht.
Wohl dem der schlummert oder wacht:
Und dem, der noch ein solches Fenster hat.

Zu viele sind nun heimatlos, vertrieben,
Hinaus in eine finstre Welt gestreut.
Wenn sich Dein Auge noch am Licht erfreut:
Öffne Dein Fenster und zeig dass wir sie lieben!






























gelang 2015



Donnerstag, 25. Juni 2015

Kerze - Ein Gedicht ohne Reim aber mit Inhalt!


"Wofür brennt diese Kerze?" wurde ich gefragt.

"Für Tag, Nacht, Leben, Tod." hab ich gesagt.

Ist dieser Mensch so dumm?!
Wie kann man eine solche Frage stellen? ...

Es fragt sich: Wer hat sie gestellt? Und auch: Warum? ...

Ihm sei sie erlaubt! Das Licht wird sie erhellen!

gelang 2015

Donnerstag, 6. November 2014

Mehr als Vergänglich



Da ist nicht nur
Gerüst und Struktur,
Schatten und Licht,
"Stirb und werde"
...
und nicht
nur die Erde.


Hier sind wir.

...


Und wo seid ihr?




Das Universum hat uns geboren.

...
 Ihr seid Erde,
"Stirb und werde"

...
lernt
oder


Ihr seid verloren.




 gelang Calcit und Labradorit, 2014

Sonntag, 26. Oktober 2014

Vier Engel am Sonntag


Es ist wirklich kaum zu glauben, dass die Sonne einen Menschen unter die Erde treiben kann. Jaja, ich weiß, "Jetzt klagt er wieder über seine Augen"! Aber wer sollte sonst darüber klagen, wenn nicht ich? Und wem sollte Klagen nützen, wenn nicht mir? Es ist wenig förderlich in einer Beziehung, wenn der Partner sagt: "Und dann fängst Du wieder mit Deinen Behinderungen an." Dann muss man eben sich selbst "be"klagen. Klage bedarf keines Publikums, weil sie nur einen einzigen Menschen betrifft: den Klagenden. Selbst das Bedauern über den Verlust von etwas Geliebtem, ist eine Selbt"an"klage. Der Verlust wird beklagt, weil nichts anderes mehr übrig bleibt. Aber die Klage bringt das Verlorene nicht zurück, sondern entlastet den Klagenden. In diesem Sinne klage ich minütlich, stündlich, täglich, über den Verlust meines normalen Sehens. Das wird sich ändern, in dem Maß in dem ich mich an die neue Situation gewöhne.
Szenenwechsel.
Ich stehe nachmittags auf, wenn die Sonne die vorderen Fenster meiner Wohnung passiert hat. Wenn sie dann, wie jetzt im Herbst, mit voller Kraft auf den Glastisch in meinem vorderen Zimmer kracht, trifft mich die Lichtreflexion wie ein Schwerthieb direkt ins Hirn. Das ist sehr unangenehm! Es ist unerträglich, weshalb ich bei dieser Attacke die Augen schließe. Dann lasse ich die Rollos herunter und ... was tut der Mensch, wenn er nicht sehen darf?
Ich habe die Helligkeit des Monitors so weit reduziert, dass mich das Licht nicht mehr stört und dann "surfe" ich. Die Welt ist unendlich groß. Das www ist überall. Und ich bin ein Teil davon. Meine Beiträge in diesem Blog können via Google aufgerufen werden. Ich kann mich selbst darin sehen, wie in einem Spiegel.
Der PC ist eine Schatztruhe, in der ich immer wieder wühle und Dinge finde, die mich einmal sehr bewegt  haben. Heute waren es meine Engel der Vergangenheit, die mich auf meine Zukunft aufmerksam  machten.

















































































Aber für jede Klage gibt es einen Regenbogen, der die Seele begleitet, von einem Ende zum anderen.

























Auf in die neue Woche!

Samstag, 4. Oktober 2014

Aus Venedigs Himmeln stürzen nach dem Regen Engel in die Menschenseelen ...




Der Himmel ist so klar ins Wolkentuch hineingewoben, ... 
man ahnt den nächsten Himmel, weiter oben, ...
und noch einen ... und immer mehr, ...
als ob der Himmel nirgendwo ein Ende wär'.




Aus diesen Himmeln, diesem Licht,
 stürzen Engel in die Menschenseelen. ...

 ... Und die Engel fragen nicht. 

Sie befehlen!





gelang

Mittwoch, 9. April 2014

Grau oder grün?

Wenn es allein um die Farbe geht, würde man sich wohl eher für grün entscheiden, weil grau ja mehr oder weniger als eine Nichtfarbe empfunden wird. "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie", zum Beispiel. (Ist das Goethe? Faust? Muss mal kurz googeln ... Dacht ich's mir doch! Und der Rest des Zitats passt prima zum Thema: "... und grün des Lebens goldner Baum."
Nur dass mein Grün kein Baum ist, sondern ein "Star". Grüner Star also.
Da geht man ahnungslos zum Augenarzt, weil man merkt, dass irgend etwas mit dem Sehen anders ist als die siebzigplus Jahre vorher: links über die Schulter blicken, zum Beispiel, bringt nur noch verschwommene Bilder, oder die kleine Schrift im Fernsehen ist einmal gestochen scharf und dann wieder total unscharf, oder der leichte Nebel im Ringsum, wenn da gar keiner ist ... auf jeden Fall hatte ich beschlossen, dass ich zum Augenarzt müsse.
Als mich die Frau an der Rezeption (ich weiß immer noch nicht, ob man noch "Sprechstundenhilfe" sagt?) fragte, wann ich denn das letzte Mal da gewesen sei, antwortete ich: "Ooooo? ... das ist schon länger  her ... ungefähr zehn Jahre?" 
"Dann schaun wir mal im Ablage." sagte sie (sie hat Immigrationshintergrund in Richtung slawisch).
Im Computer war nichts zu finden, also zog sie Schubladen am Aktenschrank auf und, tatsächlich, wurde fündig. "Neunzehnhundertzweiundneunzig." verkündete sie. 
Wenn man die Zahl so ausgeschrieben liest, sieht man deutlich wie lange das schon her ist!
Zweiundzwanzig Jahre! Mir kamen sie wie zehn vor!! So kann man sich irren und mit diesem Irrtum versuchen sein Leben zu verlängern.
Es folgte die übliche Voruntersuchung an Geräten, um die Sehfähigkeit als solche festzustellen.
"Welche Zeile kennen Sie noch lesen?"
"Die oberste ... Bei der Zweiten hab ich schon Schwierigkeiten." Ich hätte sie  fragen können, so als Scherz, ob ich raten solle, aber das Wartezimmer war ziemlich voll. Als ich dann dort wartete, während sie pupillenerweiternde Tropfen austeilte, überlegte ich: `Was würde ich sagen, wenn ich überhaupt nicht lesen könnte?´ Gute Frage.
Sie brachte ein Formular mit einer Aufklärung über eine Vorsorgeuntersuchung für Grauen Star, für die man sich entscheiden sollte, obwohl sie von der Krankenkasse nicht bezahlt würde. Die Kosten für eventuell danach anfallende Behandlungen, sollte man grauen Star haben, übernimmt die Kasse, "selbstverständlich". Irgendwo fehlt da eine gesundheitstechnische Logik: ohne Untersuchung keine Diagnose, ohne Befund keine Behandlung. Zumindest nach der Feststellung eines negativen Befunds und daraus resultierender Versorgung, müsste doch die Untersuchung, die dazu führte, auch bezahlt werden, denke ich.
Zwei Mal bekam ich die gelben Tropfen, dann rief mich der Arzt ins Sprechzimmer. Er sah noch genau so aus wie vor zweiundzwanzig Jahren! Ich war verblüfft, sagte aber nichts. Vielleicht hätte er es ja falsch verstanden, es als Kompliment aufgefasst, wobei es doch lediglich eine Tatsache ist. Es ist nur selten, dass man nach so langer Zeit jemand gegenübersteht, dessen Äußeres sich, mit der Erinnerung verglichen, nicht verändert hat. Er ist nicht groß (Darf man "klein" sagen ohne des Diskriminierens verdächtigt zu werden?) schlank, hat einen dunklen Vollbart, jetzt mit etwas grau durchsprenkelt, und trägt eine Brille. Er könnte sein Klon sein ... 
Nach der Vorsorgeuntersuchung zum grauen Star, ("Geringfügig, aber das bekommt man leicht in den Griff.") folgte die Messung des Augendrucks. Vorher nochmal Tropfen zur Pupillenerweiterung. Sehen konnte ich inzwischen so gut wie nichts mehr. Es war, als würde ich mit offenen Augen in trübem Wasser tauchen. Schmerzhaft war es auch. Und mein Augendruck war hoch. 30. "Ideal wäre 18, normal ist ungefähr 22." (Laut Wikipedia liegt der Augeninnendruck bei "10 bis 21 mm Hg." was immer das heißen mag. 30 ist also wirklich hoch! "Es könnte allerdings auch durch die Tropfen verursacht sein." meinte der Arzt. "Haben Sie Zeit?" Zeit hatte ich. "Gehen Sie etwas essen, oder einen Kaffee trinken und kommen Sie in einer Stunde wieder. Dann messen wir noch einmal."
Die Sprechstundenhilfe sagte, dass ich selbstverständlich auch im Wartezimmer sitzen könne, wenn ich wolle. Ich entschied mich für einen Spaziergang.
















Das war ein Fehler! Ich hätte nie gedacht, dass Licht so grell und schmerzhaft sein kann!! Zu allem Pech war es auch noch ein brillanter Sonnentag!!! Meine Augen tränten. Nichts hatte feste Konturen oder eine bestimmbare Distanz. Hätte ich nicht großen Hunger gehabt, wäre ich zurück in die Praxis gegangen. So bewegte, ich ging nicht, ich mich im Schatten vorwärts. Ziellos zuerst, in der Hoffnung, dass sich meine Augen schnell wieder "normal" verhalten würden. Fehlanzeige. Plötzlich konnte ich Menschen verstehen, die sogar noch im Keller eine Sonnenbrille tragen. Das Licht war Marter pur!!!
Nach einem Krabbenbrötchen von der "Nordsee" tastete ich mich zurück in die Praxis.
Der Augendruck war zwar gesunken, aber immer noch mit 25 zu hoch. Es könne zwar sein, dass er noch sinken würde, bei manchen Menschen dauere das etwas länger ...
Ich bekam noch eine Tablette, keine Ahnung wofür oder wogegen, mit dem Hinweis, dass irgendwann meine Hände kribbeln könnten, das wäre dann eine Nebenwirkung. Sollte das eintreffen, wäre es das Beste, wenn ich eine Banane essen würde. In der Kunst nennt man solche Situationen Surrealismus! Stunden später, am Abend, fing meine rechte Hand an zu vibrieren, als würde sie von einem kleinen Motor angetrieben. Es war nicht angenehm, aber auch nicht unangenehm. Hätte mich das Gefühl unvorbereitet getroffen, wäre ich darüber erschrocken. Bananen hatte ich schon vorher gegessen ...
Eine Woche später, gestern, war dann die Nachuntersuchung. Der Augendruck war immer noch hohe 25 mm Hg. Ein Glaukom also, oder grüner Star. Ich habs gegoogelt. Interessant wie die Bezeichnung entstand ...
Der Arzt gab mir Tropfen, eine kostenlose Probepackung und meinte. Ich solle jeden Abend vor dem Einschlafen in jedes Auge einen Tropfen träufeln und in zwei/drei Wochen wieder kommen. Wenn sich gar nichts ändert muss man eben eine kleine Laseroperation machen bei der ... Aber das wäre Zukunftsmusik, meinte er abschließend.






























Selbstverständlich habe ich die Tropfen (TRAVATAN) auch gleich gegoogelt, weil kein Beipackzettel in der Packung war. Ich stieß dabei auf ein Forum, in dem sich Anwenderinnnen über die Nebenwirkungen austauschten. Es waren die reinsten Horrorstories! Brennen, Kratzen, Tränen, Schwellungen, höllische Kopfschmerzen. Sollte ich mir das antun? Skepsis übermannte mich.
Ich habe geträufelt und ... nichts! Kein Brennen, Kratzen, Tränen, Schwellen, Schmerzen, nicht einmal ein Jucken. Auch heute nicht, am Morgen danach. Vielleicht sind die Nebenwirkungen ja frauenspezifisch? Wie dem auch sei, ich hege Hoffnung, dass sie wirksam sind und mir eine Operation erspart bleibt.

Abendlied

Augen, meine lieben Fensterlein,
Gebt mir schon so lange holden Schein,
Lasset freundlich Bild um Bild herein:
Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Fallen einst die müden Lider zu,
Löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh;
Tastend streift sie ab die Wanderschuh,
Legt sich auch in ihre finstre Truh.

Noch zwei Fünklein sieht sie glimmend stehn
Wie zwei Sternlein,  innerlich zu sehn,
Bis sie schwanken und dann auch vergehn,
Wie von eines Falters Flügelwehn.

Doch noch wandl ich auf dem Abendfeld,
Nur dem sinkenden Gestirn gesellt;
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält
Von dem goldnen Überfluss der Welt!
                                                              Gottfried Keller

























Freitag, 1. November 2013

Venedig bei Tag und Nacht


Wann ist Venedig am schönsten? Darauf gibt es keine Antwort außer: Venedig ist IMMER am schönsten! Das betrifft die Jahres- so wie die Tageszeit. Im Sommer sollte man die Stadt allerdings nur besuchen, wenn man Menschenmassen mag, was nicht heißt, dass zu anderen Jahreszeiten keine Menschenmassen da sind, aber es gibt doch Unterschiede. Auch was den Geruch angeht ...

Sie kommen ...
... sind da! ...

Irgendwann wird diese Brücke in den Kanal einstürzen ...
Am Rialto und auf dem Markusplatz.

... und gehen. Viele. Viel zu viele!
Aber es gibt noch stille Augenblicke. Am ganz frühen Morgen, wenn die männlichen Reinigungskräfte die Piazza vom Unrat des Vortages befreien.
Und die Stille ist wunderbar, nur vom Glockenschlagen unterbrochen und vom Glucksen der kleinen Wellen, die sanft an die Stufen spülen, weil noch keine Motorboote über das San Marco-Becken rasen. Das muss man genießen!






















Noch ist die Beleuchtung eingeschaltet ...















... aber jetzt übernimmt das Tageslicht.




















Und der Tag bekommt seine bekannte Kontur ...


Fortsetzung im nächsten Kapitel.