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Dienstag, 22. März 2016

REHA - Ein Erfolgserlebnis!



Nach einem Schuss vor den Bug, wie einen Schlaganfall, geht es erst einmal um Feststellung der Schäden und dann um deren Reparatur. In einem sehr aufschlussreichen Vortrag über die Mechanismen des Gehirns, brachte die Ärztin anschaulich die Auswirkungen eines Schlaganfalls zu Gehör. Normalerweise denkt man über die Gehirnfunktionen ja nicht nach, Hauptsache es funktioniert einwandfrei und der Körper reagiert auf die Reize der einzelnen Gehirnregionen mit entsprechenden Aktionen. Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht wie viele "Schaltungen" notwendig sind, damit ich auch nur ein Auge öffnen und ein Bild sehen kann. Jetzt wo ich es weiß, denke ich zwar nicht andauernd darüber nach, aber ich bin mir meines Körpers bewusster und seine Abhängigkeit vom Gehirn.
Beim Schlaganfall, der mich ja mitten im Schlaf traf und den ich als solchen gar nicht registrieren konnte, werden einige, bei manchen Menschen mehr bei anderen weniger, dieser Schaltungen zerstört, Hirnzellen sterben ab und der Körper kann dort nicht mehr reagieren, wo die Befehle ankommen müssten, die ein Bein, einen Arm oder andere Bereiche dazu befähigen würden zu funktionieren. Ich wusste ja, dass ich vom Bettrand aufstehen wollte und tat es auch ohne zu ahnen, dass ich es nicht können würde. Dem Bein fehlte die Aufforderung zu stehen und es knickte einfach weg. Es fehlte nicht die Kraft zu stehen, die hatte ich am Abend noch, es fehlte die Fähigkeit diese Kraft einzusetzen. Der Bereich meines Hirns, der dies ermöglicht hätte, war abgestorben.
Dass der Mensch nur 10% des Gehirns nutzt und der Rest darauf wartet aktiviert zu werden ist Quatsch. Es gibt aber Bereiche im Hirn die weniger gefordert werden als andere und diese "stille Reserve" kann, wenn entsprechend animiert, so trainiert werden, dass sie Aufgaben unterstützt oder übernimmt, die vorher nicht von ihr angefordert und voll ausgenutzt wurden.
Ich hatte Glück. Mit einiger Anstrengung konnte ich stehen und dann auch wieder gehen, allerdings nur stark hinkend. Wie kompliziert die Zusammenwirkung von Hirn und Muskeln ist kann ich jetzt ahnen, nachdem ich gelernt habe, jeden Schritt bewusst zu setzten, den Fuß abrollen zu lassen, nicht schleppen.
Diesem "wieder Erlernen" bekannter Abläufe dient die Physiotherapie. Wie komplex die einzelnen Körperpartien miteinander vernetzt sind wurde mir erst bewusst, als ich Muskelkater in Muskeln bekam die ich vorher gar nicht zur Kenntnis genommen hatte, von deren Existenz ich nichts ahnte und die ich nicht in den einfachen Vorgang des "Gehens" involviert sah. Diese "Aufmerksamkeit" der Körperteile erlangt man durch einfache Übungen die kein anderes "Gerät" benötigen als den Körper. Kraft und Ausdauer kann man mit Maschinen aufbauen nachdem man Körpergefühl und -bewusstsein erlernt hat. Es war eine wunderbare Erfahrung die ich machen durfte, als mein linkes Bein nach und nach immer "empfindlicher" wurde, ich es also wieder normal spürte und nicht bei jedem Schritt auf den Vorgang und Ablauf des Gehens achten musste.
Es liegen noch einige Reha-Tage vor mir, die ich bewusst nutzen werde, um meine volle Mobilität wieder zu erreichen. Meine Nacken- und Schultermuskulatur ist/war so total verspannt, dass sich dies auf meine ganze Körperhaltung auswirkte. Inzwischen kann ich den Kopf wieder so weit drehen, dass ich mir über die Schultern blicken kann. Das war mir jahrelang nicht möglich! Mein herzlicher Dank gilt den Physiotherapeutinnen, die mich motiviert und unterstützt haben. DANKE!


Selbstverständlich ist es nicht damit getan, die Reha hinter sich zu bringen und dann wieder in alte Schemata zurück zu fallen. Ich werde wohl weiter arbeiten müssen, um meinem Körper zu zeigen, dass ich ihn mag.

Freitag, 10. April 2015

Sei Du selbst




Manchmal denke ich wie Konfuzius:

"Wer in Würde alt werden möchte
muss Demut lernen.
Wer in Demut alt werden möchte
muss Würde lernen.
Wer beides gelernt hat ist alt.
...
Es war, ist und bleibt ein Teufelskreis."

Manchmal denke ich wie Albert Schweitzer:

"Wenn es eine Schale gäbe 
in die ich alle meine Gedanken
und mein Wissen legen könnte,
wäre sie zu groß um sie zu tragen 
und zu teuer um sie zu bezahlen.
Also begnüge ich mich weiterhin
mit meinem Hirn."

Da beide Zitate von mir stammen,
denke ich,
dass sie für mich von ihnen bestimmt waren.
Danke! 



gelang 2015



Sonntag, 26. Oktober 2014

Vier Engel am Sonntag


Es ist wirklich kaum zu glauben, dass die Sonne einen Menschen unter die Erde treiben kann. Jaja, ich weiß, "Jetzt klagt er wieder über seine Augen"! Aber wer sollte sonst darüber klagen, wenn nicht ich? Und wem sollte Klagen nützen, wenn nicht mir? Es ist wenig förderlich in einer Beziehung, wenn der Partner sagt: "Und dann fängst Du wieder mit Deinen Behinderungen an." Dann muss man eben sich selbst "be"klagen. Klage bedarf keines Publikums, weil sie nur einen einzigen Menschen betrifft: den Klagenden. Selbst das Bedauern über den Verlust von etwas Geliebtem, ist eine Selbt"an"klage. Der Verlust wird beklagt, weil nichts anderes mehr übrig bleibt. Aber die Klage bringt das Verlorene nicht zurück, sondern entlastet den Klagenden. In diesem Sinne klage ich minütlich, stündlich, täglich, über den Verlust meines normalen Sehens. Das wird sich ändern, in dem Maß in dem ich mich an die neue Situation gewöhne.
Szenenwechsel.
Ich stehe nachmittags auf, wenn die Sonne die vorderen Fenster meiner Wohnung passiert hat. Wenn sie dann, wie jetzt im Herbst, mit voller Kraft auf den Glastisch in meinem vorderen Zimmer kracht, trifft mich die Lichtreflexion wie ein Schwerthieb direkt ins Hirn. Das ist sehr unangenehm! Es ist unerträglich, weshalb ich bei dieser Attacke die Augen schließe. Dann lasse ich die Rollos herunter und ... was tut der Mensch, wenn er nicht sehen darf?
Ich habe die Helligkeit des Monitors so weit reduziert, dass mich das Licht nicht mehr stört und dann "surfe" ich. Die Welt ist unendlich groß. Das www ist überall. Und ich bin ein Teil davon. Meine Beiträge in diesem Blog können via Google aufgerufen werden. Ich kann mich selbst darin sehen, wie in einem Spiegel.
Der PC ist eine Schatztruhe, in der ich immer wieder wühle und Dinge finde, die mich einmal sehr bewegt  haben. Heute waren es meine Engel der Vergangenheit, die mich auf meine Zukunft aufmerksam  machten.

















































































Aber für jede Klage gibt es einen Regenbogen, der die Seele begleitet, von einem Ende zum anderen.

























Auf in die neue Woche!