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Mittwoch, 10. Mai 2017

Sonntagmorgen





Es hat geregnet in der Nacht,
Die Amsel klagte es der dunklen Eibe,
Und während ich noch dieses schreibe,
Hat sie sich still davongemacht.

Nun graut der neue Tag ins Licht,
Die Eibe steht im eig'nen Schatten,
Jedoch ein "Sonntag" wird das nicht,
wie wir ihn früher hatten. ...
Die Rose strahlte in den Tag,
Der Duft erfüllte alle Sinne ...
Ihr Rot als Balsam auf dem Auge lag ...
Wenn ich das recht beginne? ...

Was war schon früher? Heut ist heut!
Die Amseln singen immer wieder! 
Und meine dunkle Eibe streut
ihr Rot auf neue Sonntagslieder!




 

Sonntag, 30. August 2015

Immer am Sonntag




Schon wieder Sonntag
Und wieder kein Glück
Im Lotto
Und wieder kein Schwein
Das mich mag
Und wieder allein 
Und wieder zurück
Auf Anfang
So nach dem Motto
Aller solcher ist schwer
...
Ich wünsche mir mehr
Immer am Sonntag
Für die neue Woche



gelang 2015

Montag, 20. Juli 2015

Sommer in der Liebenau


Im Garten ist eine Haus aus Rittersporn erbaut, 
darin liegen Graskissen, von Sonnenstrahlen golddurchbrochen
und, einer venezianischen Glasschale gleich, zartzerbrechlich,
stülpt sich das Himmelsdach darüber.
(Im nahen Wald tickt ein Specht Staccatosekunden in die Stunde.)
Die Wände sind Zeit die sich ständig weitet:
Sommer
              Sonntag
                            Nachmittag
und führen mich auf eine duftende Spur ...

Schon im frühen April atmete der Regen den Fliederhauch,
ahnungsvoll, aus den Gärten am Hügel.
Kastanienblüten glühten auf und erloschen im Wind.
Vom Flieder noch ganz benommen, 
taumelten Bienen aus ihrem Haus und wieder zurück,
da schüttelten schon die Akazien ihre süßen Dolden aus.
Die schwirrenden Morgenlieder der Vögel 
wurden ins Delirium getrieben!
Und unter dem schmalen Junimond 
verströmte der falsche Jasmin den Duft,
den die Orchideenwelt der Regenwälder nicht erreichen kann.
Seine weißen Sterne schimmern noch am Strauch.
Aber im Hauch des Windes schwingt schon der Duft der Linde -
Was sich jetzt noch an Blüten öffnet,
zieht den Sommer, gigantisch und reif, in den Herbst.

Ich weiß nicht mehr
ob Fliederwehen,
Akazienbrandung,
duftender Jasmin,
der Lindenbaum,
das Bienensummen
oder Sonnenstrahlenbrechen
mich so ermüden,
dass alles verschmilzt:
Sommersonntagnachmittag -
Und über leisem Vogelsprechen
schlafe ich ein.

gelang 1964

Sonntag, 26. Oktober 2014

Vier Engel am Sonntag


Es ist wirklich kaum zu glauben, dass die Sonne einen Menschen unter die Erde treiben kann. Jaja, ich weiß, "Jetzt klagt er wieder über seine Augen"! Aber wer sollte sonst darüber klagen, wenn nicht ich? Und wem sollte Klagen nützen, wenn nicht mir? Es ist wenig förderlich in einer Beziehung, wenn der Partner sagt: "Und dann fängst Du wieder mit Deinen Behinderungen an." Dann muss man eben sich selbst "be"klagen. Klage bedarf keines Publikums, weil sie nur einen einzigen Menschen betrifft: den Klagenden. Selbst das Bedauern über den Verlust von etwas Geliebtem, ist eine Selbt"an"klage. Der Verlust wird beklagt, weil nichts anderes mehr übrig bleibt. Aber die Klage bringt das Verlorene nicht zurück, sondern entlastet den Klagenden. In diesem Sinne klage ich minütlich, stündlich, täglich, über den Verlust meines normalen Sehens. Das wird sich ändern, in dem Maß in dem ich mich an die neue Situation gewöhne.
Szenenwechsel.
Ich stehe nachmittags auf, wenn die Sonne die vorderen Fenster meiner Wohnung passiert hat. Wenn sie dann, wie jetzt im Herbst, mit voller Kraft auf den Glastisch in meinem vorderen Zimmer kracht, trifft mich die Lichtreflexion wie ein Schwerthieb direkt ins Hirn. Das ist sehr unangenehm! Es ist unerträglich, weshalb ich bei dieser Attacke die Augen schließe. Dann lasse ich die Rollos herunter und ... was tut der Mensch, wenn er nicht sehen darf?
Ich habe die Helligkeit des Monitors so weit reduziert, dass mich das Licht nicht mehr stört und dann "surfe" ich. Die Welt ist unendlich groß. Das www ist überall. Und ich bin ein Teil davon. Meine Beiträge in diesem Blog können via Google aufgerufen werden. Ich kann mich selbst darin sehen, wie in einem Spiegel.
Der PC ist eine Schatztruhe, in der ich immer wieder wühle und Dinge finde, die mich einmal sehr bewegt  haben. Heute waren es meine Engel der Vergangenheit, die mich auf meine Zukunft aufmerksam  machten.

















































































Aber für jede Klage gibt es einen Regenbogen, der die Seele begleitet, von einem Ende zum anderen.

























Auf in die neue Woche!

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ist der Sonntag der Sonne-Tag?


Manche Gedanken lassen mich nie, oder erst wenn sie restlos zu Ende gedacht und aufgelöst sind los. Und wenn es dann, wie gestern Abend als ich ein Selfie machen wollte, zu solch einem verkorksten Resultat kommt, siehe unten, dann drehen sich wieder einmal die Windmühlen hinter meiner Stirn.


























Und Gott sprach: "Es werde Licht". Viel Fantasie braucht man nicht, um auf diesen Vergleich zu  kommen. Der Urknall bietet sich auch an, aber weil gestern Samstag war, dachte ich doch eher an die Bibel als an Astronomie. Also holte ich das altehrwürdige Buch wieder hervor und widmete mich dem ersten Kapitel im ersten Buch Mose.


Und da steht es schwarz auf vergilbt in Vers 3 - 5:


Zweifellos, der Sonntag ist der erste Tag der Woche und weil er Sonntag heißt, muss wohl auch Sonne drin sein, dachte ich. Ein bisschen verwirrend fand ich die Formulierung "Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag". Normalerweise beginnt der Tag am Morgen und endet am Abend, oder sehe ich das falsch? Nur um sicher zu gehen, dass das nicht ein Übersetzungsfehler Martin Luther's ist, (Gott bewahre!) schlug ich noch schnell eine modernisierte Version auf, aber da heißt es eben, weniger poetisch: "Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.". Also das mit dem ersten Tag fand ich damit endgültig geklärt und dass mit dem Licht die Sonne gemeint ist hielt ich immer noch für logisch. Da schweifte mein Blick rein zufällig (Zufälle gibt es nicht!) von der letzten Zeile des Vers 5 "und Morgen der erste Tag." zur ersten Zeile des Vers 16 in der daneben stehenden Spalte. Und siehe da:


Kein Zweifel, mit dem "groß Licht, das den Tag regiere" kann nur die Sonne gemeint sein. Oder? Zwar hat Gott den beiden großen Lichtern keinen Namen gegeben, aber wahrscheinlich dachte er, dass mit "Tag und Nacht" alles gesagt ist. Der "SonnTag" müsste also eigentlich der vierte Tag der Woche sein!
Damit war ich wieder beim Urknall.
Aber "Urknalltag", wie hört sich das denn an? Und erst im Englischen, wo er "Big Bang" heißt, wobei mit Bang auch locker der Geschlechtsakt bezeichnet wird, so wie mit Bumsen im Deutschen. "Urbumstag" also? ...
Nachdem ich mich in diesem Zusammenhang noch kurz über das "allerlei gefiedertes Gevögel" amüsiert hatte und die Modernisierung der Sprache wieder einmal sehr bedauerlich fand, schlug ich noch schnell nach, an welchem Tag die Wespen erschaffen wurden. Die Mathildas sind schließlich immer noch aktiv vor meinem Fenster zum Hof. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass sie in der Heiligen Schrift wohl in die Kategorie "Gewürm" fallen, zusammen mit "allem Vieh das auf Erden kreucht." Dann schuf Gott den Menschen.
"Da  ward aus Abend und Morgen der sechste Tag."
Das mit "den Menschen" ist ja so eine Geschichte für sich. Da schafft Gott sie, den Menschen, als  "Mann und Frau" (moderne Version) so quasi an einem Stück "als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie." Jetzt frage ich mich aber doch, wie kann den ein sie sein? Ich kam zu dem Schluss, dass das dichterische Freiheit ist, schließlich werden Mann und Frau im 2. Kapitel der Genesis gleich noch einmal erschaffen, während es im 1. Kapitel ja offensichtlich Mann in Frau ist. Aber man soll die Bibel ja nicht all zu wörtlich nehmen und wo bliebe da die Interpretation, die doch unter Gelehrten so beliebt ist?
Ich habe mir meine eigenen Bilder vom ersten und vom sechsten Schöpfungstag gemacht. Siehe unten.

 "Es werde Licht"






Der Vollständigkeit halber füge ich noch den "Sündenfall" und die 
"Vertreibung aus dem Paradies" hinzu.





































Übrigens muss ich da doch die Araber bewundern bei denen der "Sonntag", wie schon gesagt,
Yom al ahad, also "Der Erste Tag" heißt. Da kann es zu keinen Missinterpretationen kommen.












Sonntag, 14. September 2014

Ein Wort zum Sonntag

Eigentlich bin ich ja kein Prinzipienreiter, aber irgendwo ziehe ich doch Grenzen. Zum Beispiel beim ersten Tag der Woche. 
Wie komme ich darauf? 
Dank arte
Der Sender ist ja ganz OK, man bekommt darauf mehr andersländische Menschen zu sehen als auf jeder Hauptstraße der Welt und das ist meinetwegen auch gut so. Es gibt ja andere Sender, wenn man nicht immer zuschauen möchte, wie sich die Leute in Indien, der Mongolei oder in Afrika ihr Essen zubereiten oder ihr, an westlichem Standard gemessen, ärmliches Leben fristen. Schließlich ist man schon sehr daran interessiert zu erfahren, wie Menschen ohne Kühlschrank und Fernsehgerät es schaffen zu überleben und es ist faszinierend zuzuschauen wenn sich Kinder in Jauchebrühe waschen ... Aber das ist nicht mein Anliegen.
Es geht um den ersten Wochentag!
Zur Zeit beschäftigt sich arte locker vom Hocker und Cool vom Stuhl mit den 7 Todsünden und treu der Maxime der etwas andere Sender zu sein, fängt man von hinten an, mit der Faulheit. Dagegen ist nichts einzuwenden, Jeder wie er kann, kein Problem. Auch daran, dass man Beispiele heranzieht um Faulheit richtig zu definieren ist nichts auszusetzen. Und ich bin sicher, dass Gott nichts dagegen hat, dass man die Schöpfungsgeschichte zum Beispiel nimmt und das Ausruhen als Gegensatz zu der Faulheit zur Diskussion stellt. Alles im grünen Bereich. Bis zu dem Punkt an dem man Seine Arbeit am Montag beginnen lässt und behauptet, Er habe am Sonntag geruht. Also bitte! Auch wenn man nichts von Gott etc. hält, arte sitzt ja in Strasbourg, France, könnte man doch wissen, dass der Sonntag der erste Tag der Woche war und ist. 
Die 7-Tage-Woche ist babylonischen Ursprungs und wurde von den Griechen und Römern übernommen und bereits ab Gaius Julius Ceasar ist eine Berücksichtigung der Sabbatwoche belegt. Das heißt, dass der 7. Tag der Woche der Ruhetag ist. Dass die Christen den Auferstehungstag, den Sonntag, zum Feier- und Ruhetag machten, ändert nichts an der Tatsache, dass der Sonntag der erste Tag der Woche ist. 
Erst ab den 1970er Jahren änderte man kalendarisch die `biblische´ Woche zur `Business Week´, zur `Geschäftswoche´ und seither wird, zumindest in Deutschland, der Kalender so gedruckt, dass der Montag am Anfang und der Sonntag am Ende der Woche steht. 
Vielleicht widmet arte ja diesem Thema einmal eine seiner kurzweiligen und, wenn gut recherchiert, lehrreichen Glossen?!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag.

Nachbemerkung:
Der Sonntag heißt auf arabisch yom al ahad und das heißt wörtlich übersetzt: der erste Tag.