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Sonntag, 30. April 2017

Heute


Der Tag ist fort, wohin ist er gegangen?
Nicht in die Zeit, in ihr ist er gefangen!
Nicht in die Zukunft, dort ist er erst morgen,
und Heute kann ich nur noch von ihm borgen!

Der Tag ist weg, mit allen seinen Stunden.
Der Augenblick ist schnell mit ihm verschwunden.
So geht das immer, Tag für Tag,
Ich wache auf für einen Wimpernschlag!

Sonntag, 2. August 2015

Vor Sonnenaufgang




Der neue Tag haucht Licht wie dünnes, blaues Eis in's Glas der Fensterscheiben,;mit leichter Hand spielt eine Brise im Hibiskusbaum,
die Blätter flattern wie erschreckte Vögel die nicht fliegen können
und hilflos an den Ästen hängen bleiben.

Jetzt ist die Zeit für einen letzten Traum der mit der Seele ringt;
die Uhren ticken Säume in die Ewigkeit.
Sie nähen einen Tag der allen andren Tagen gleicht
und der doch immer Neues mit sich bringt.

Noch schläfst Du und weißt nicht was auf Dich wartet in der Frühe;
im Osten schiebt sich fahle Helle in den Himmel;
ein Augenblick der Stille ist noch Deinem Traum gegönnt
und Du kannst ruhig atmen vor des Tages neuer Mühe.




gelang 2015

Samstag, 11. Juli 2015

Bedenke Morgen ...


Nun ruht die Welt in tiefer Nacht,
die Sterne gehen ihre Runde
und zählen Jahre Dir und Stunde
und drängen Dir das Wort zum Munde:
"Gesegnet sei der Tag an den ich nicht gedacht!"

So viele Tage gingen unbedacht vorbei,
sie alle hielten Kostbares verborgen:
Glück nicht gehabt ... und nicht gewollte Sorgen. 
Und jetzt stehst Du auch wieder da vor Morgen,
Vor einem neuen Tag von Einerlei.

Freitag, 10. Juli 2015

Tag und Nacht - Leben und Tod - Insomnia


Der Tag war hell und voll von schnellen Dingen,
die um Dich her nur Last und Hektik schufen:
die Stunden ausgelegt wie Fallenschlingen, 
die Du gefordert warst alleine zu bezwingen.
...
Hörst Du die Nacht jetzt nach Dir rufen?
Erhöre sie. Hör auf mit ihr zu ringen!

gelang 2015

Dienstag, 30. Juni 2015

Zeit ertragen


Schon ruft die Nachtigall ihr wirres Lied hinaus
in eine Stunde die den Grillen vorbehalten war,
Venus steigt auf am Himmel, hell und klar
und neuer Tag senkt sich herab aufs Haus.

Ein Tag der niemals wiederkehrt,
einer der keine Reue kennt,
der nur ein Datum für Dich nennt,
ein Tag den Du niemals begehrt.

So kommen sie und gehen, alle Tage!
Du siehst sie ohne sie zu sehn.
Und keiner bleibt je für Dich stehn.
Ertrage sie! Doch ohne Klage.

gelang 2015

Donnerstag, 25. Juni 2015

Kerze - Ein Gedicht ohne Reim aber mit Inhalt!


"Wofür brennt diese Kerze?" wurde ich gefragt.

"Für Tag, Nacht, Leben, Tod." hab ich gesagt.

Ist dieser Mensch so dumm?!
Wie kann man eine solche Frage stellen? ...

Es fragt sich: Wer hat sie gestellt? Und auch: Warum? ...

Ihm sei sie erlaubt! Das Licht wird sie erhellen!

gelang 2015

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Gezeiten - Flut





Flut

Sie kommt, wie Morgen, das nie sein Selbst vergisst,
so unauffällig wie die nächste Stunde,
die auf der Uhr nur einen Kreis durchmisst
 und haltlos sich in einen Tag ergießt,
ein Quell aus nie erschöpftem Grunde,
dem Drängen sich ergebend, der Sekunde,
die immer wartet und doch ständig fließt. 

Wenn du sie kommen siehst
ist es zu spät, 
und wenn du fliehst
holt sie dich ein 
und schließt 
die Runde.



gelang

Mittwoch, 6. November 2013

Venedig am Morgen, Mittag, Abend, bei Nacht ... Sie ist unvergleichlich "La Serenissima"!


Wenn jemand es versteht Licht in Sprache auszudrücken, dann bitte ich sie/ihn sich zu melden. Und wenn es jemand gelingt diese Stadt in all ihren Erscheinungsformen wiederzugeben, dann würde ich "jemand" gerne kennen lernen. Man kann tausende Fotos machen, das Eine, Wahre, das den Augenblick einfängt ist nie dabei! Jedes Bild Venedigs versinkt sofort in den Wassern der Kanäle und der Lagune. Man muss immer wieder zurück kommen, um diese Augenblicke zu erleben, nicht, sie festzuhalten ...

Licht atmet, es lebt von Luft, ihre molekulare Zusammensetzung bestimmt seine Erscheinung. Darum ist "klares" Licht in Venedig immer seltener. Luftfeuchtigkeit und Abgase bestimmen das Bild.

Die Wand dann zu "erwischen", wenn sie genau die Farbe hat, die man sieht, wenn sie sich mit ihrem Bild auf die Seele legt, ist sehr schwierig. Eigentlich unmöglich. Man lügt sich selbst an und sagt: "Ja, das ist es ... Genau so habe ich es gesehen! ..."

Wenn man aber bereit ist, die Stadt so zu sehen, wie Rilke das in Worten ausdrückt: "... und Reih'n von Spiegelbildern ziehn aus dem Kanale ..." Dann gibt sie sich wirklich zu und sagt zu Dir: "Ich bin da!"

Nicht nur am Rialto, oder an der Piazza San Marco. Ich bin eine Stadt mit Menschen die in mir leben und die wissen, dass meine Fundamente aus Holz bestehen und im Wasser verankert sind.

Keine Stadt ist so "vergänglich" wie Venedig und trotzdem wird sie so behandelt, als könnte eine Versicherung sie retten. Ehrlich gesagt kann nur Geld sie retten, aber "ehrliches" Geld, nicht das von Reedereien, die ihre Riesenschiffe tagtäglich in die Stadt lotsen lassen und die Fundamente aushöhlen und mit den Abgasen die Steine schädigen.



Der Bürgermeister sagt, dass diese Schiffe Geld bringen, aber sie bringen mehr Schaden als Geld und das zählt im Endeffekt. Es denkt wohl jeder: Sie steht doch noch! ...







Venedig muss man sehen, wirklich sehen, mit den Augen und der Seele erleben. Die Stadt, ihre Substanz, ihre Inhalte, ihr unvergleichliches Äußeres und Inneres weiß das und sie lässt es jeden Besucher, der es haben möchte, miterleben ... Ach, ich wünsche mir, ich könnte es besser beschreiben!