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Dienstag, 29. November 2016

In einem Zimmer


Still. Ganz still und nicht bewegen.
Es ist genug dass sich die Luft bewegt,
die gestern noch auf Deiner Stirn gelegen
und sich nun sanft auf meine legt.

Die Uhren raunen an den Wänden
und schauen mich nachdenklich an -
in ihnen ist von Deinen Händen
mehr Zärtlichkeit als ich erwarten kann.

Dort hängt Dein Blick und hier ein Wimpernschlag.
Aus allen Büchern hört man die Gedanken rauschen,
die Du in sie versenkt. An ihnen liegt und lag
so vieles Dir ... Ich würde gern mit ihnen tauschen.

Ein Staubkorn fällt und glimmt im Licht,
die Weltzeit ist in ihm versammelt.
Das Uhrenschlagen schreckt uns nicht,
und nicht was Uhrenschlagen je gestammelt.

Es ist nicht viel von mir in diesem Zimmer,
nur dort und da ein Stück Papier.
Ich bliebe gerne länger, auch für immer ...
Still. Ganz still: ich war ja einmal hier!
 

 (gelang, am 17. Februar 1988)

Die Zeit verging und schrieb
was von der Liebe übrig blieb. 

gelang, am 29. November 2016

Donnerstag, 18. September 2014

Heute


So nennt man den Tag der uns durch die Finger rinnt. Gestern ist ein Häufchen Sand und Morgen wird noch angespült. Wenn ich an meinem `neuen Arbeitsplatz´ sitze, vor meinen Augen und in meinem Rücken, rechts und links Uhren die ticken und schlagen, dann fühle ich mich als Sandkornteil dieses Zeitrieselns. Das gefällt mir und ich fühle mich wohl dabei.

Uhren sind, oder waren, noble Geschöpfe. Seit die Menschen versuchen der Zeit Gestalt und Gesicht zu geben, ein sinnloses Unterfangen, bemühen sie sich, zumindest das Äußere sicht- und hörbar zu machen. So erkennen sie, dass das Wesen der Zeit unsichtbar bleibt, wie die Seele des Menschen, aber sie geben dem Sichtbaren die Schönheit, die sie im Wesen vermuten. Darum liebe ich meine Uhren und fühle mich dem seelenverwandt, der sie schuf.



































Es kommt mir nicht darauf an, dass es teuere Uhren sind, meine stammen alle vom Flohmarkt, sie müssen mich nur `ansprechen´, müssen zeigen, dass sie eine Geschichte haben und sie müssen funktionieren. Es gibt nichts kälteres, als eine Uhr die nicht tickt. Sicher, manche sind irreparabel, aber solche besitze ich nicht. Sie können gern `eine Macke´ haben, zum Beispiel die Stunden nicht richtig schlagen, aber sie sollen mir den Fortgang der Zeit zeigen.
Sie geht fort und lässt uns zurück und ich denke, der Mensch hat die Uhr erfunden, um etwas Schönes zu haben auf das er zurückschauen kann und das nur der Zeit gewidmet ist, nicht der Erinnerung, an der wir den Rest des Lebens messen.


Warum diese Nostalgie? Heute habe ich alte Briefe zerrissen, die mir vor langer Zeit zurück geschickt wurden und in einem von diesen fand ich ein Gedicht wieder, das ich verloren glaubte. Das habe ich sehr bedauert, immer wieder, weil es in meinem Gedächtnis haftete ohne sich konkretisieren zu können. Ich konnte mich an kein einziges Wort erinnern, nur dass darin ein Staubkorn eine Rolle spielt. Es ist mein `bestes´, auch wenn es nicht wirklich `gut´ ist. Zumindest hat es etwas mit Uhren zu tun und, schlussendlich, mit Zeit die fort geht.


Dieser Collage gab ich den Titel `Vergänglichkeit´ und so könnte jede Uhr heißen, oder `Ewigkeit´, wie diese zweite Collage.

Zum Schluss noch die Ballade `Die Uhr´, von Carl Löwe. Aber den Begriff `Schluss´ kennt die Zeit nicht.



Dienstag, 5. August 2014

Schreie in der Nacht wecken Echos aus der Kindheit


Am 30. Juli wurde ich im Charlottenklinikum für Augenheilkunde zur operativen Behandlung von  Glaukom (Grüner Star) und Katarakt (Grauer Star), am rechten Auge, stationär aufgenommen. Das linke Auge ist für Anfang September eingeplant. Die Vorgeschichte ist in anderen Kapiteln nachzulesen. Die Therapie durch Lasern im Katharinenhospital hatte sich als unwirksam erwiesen. Zwar hatte ich dann dort Termine für die chirurgischen Eingriffe bekommen, sagte diese aber ab, weil ich mir nicht vorstellen konnte, noch einmal mehrere Tage in einem der Zimmer mit Fernsehgerät an der Wand unter der Zimmerdecke mit einem Mitpatienten zu verbringen. An Schlaf ist da, selbst wenn der Andere Kopfhörer benutzt, nicht zu denken. Schon gar nicht, wenn dieser Fussball-Fan ist und das Spiel lautstark kommentiert, wobei die "Toooooor!!!"-Schreie selbst Tote aus der ewigen Ruhe reißen.
Darum geht es in diesem Kapitel allerdings nicht, auch wenn der Titel das vermuten lassen könnte. Eigentlich hat sich der Inhalt des ersten Absatzes erst beim Schreiben zufällig zwangsweise in diese Richtung entwickelt.


Diese Plastik aus rostendem Gusseisen (wann waren die doch gleich Mode?) steht neben dem Ein/Ausgang des DiakonissenKlinikums, mit dem das Charlottenklinikum im Verbund steht. Zuerst hielt ich sie für die augenfällige Darstellung einer "Kreuzigung-Pieta-Auferstehung", ehe ich erkannte, dass es die "Genesung" ist. Aber das rostende Eisen ist nicht der Grund, warum ich dieses Foto hier einfüge, sondern das helle Gebäude, das sich im Hintergrund spiegelt. Es steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite und ist ein Teil der Berufsschule, die ich während meiner Lehre zum Buchdrucker drei Jahre lang besuchte. Schloss sich hier ein Lebennskreis?



Vielleicht fiel mir deshalb in der Nacht, in der ich die Schreie hörte, meine Kindheit ein. Es war die die dritte Nacht in der Klinik, die Nacht vor dem Tag meiner Entlassung ... Aber ich fange am Anfang  an.
Im Gegensatz zur Augenklinik im Katharinenhospital, die, was die Zimmer betrifft, in der Nachkriegszeit (ich meine den sogenannten "Zweiten Weltkrieg") stehen geblieben ist, befindet sich das gesamte Charlottenklinikum in einem Neubauzustand. Inwieweit die Bausubstanzen der beiden Kliniken übereinstimmen, kann ich nicht beurteilen. Damit will ich sagen, dass nirgendwo der Verputz bröckelt. (Man muss vorsichtig sein mit dem was man schreibt, auch wenn es nur ganz persönliche Eindrücke und Erfahrungen sind, sonst kann es sein, dass man wegen Verleumdung oder Ähnlichem verklagt wird.) 
Um 9:30 Uhr sollte ich mich "auf Station" melden. Ich war, typisch Schwabe, schon kurz nach 9 Uhr dort. Das brachte keinen Vorteil, ich musste bis neunuhrdreißig warten. 
Warten, das wusste ich ja aus dem Katharinenhospital, ist eine Grundsubstanz, wenn man es so nennen möchte, der Behandlung von Augenerkrankungen. Allerdings sind die Wartezeiten der stationär aufgenommenen Patienten im CK (Charlotten Klinikum) strikt von denen der Ambulanten getrennt, was im KH (Katharinen Hospital) nicht der Fall ist, was die Dauer des Wartens erheblich unterscheidet. Das trifft selbstverständlich nicht zu, wenn man zu früh dran ist.

Nachdem ich bei einer freundlichen Dame drei Formulare, eines davon beidseitig, unterzeichnet hatte, war ich verwaltungstechnisch erfasst. Danach wartete ich auf die eigentlich Aufnahme in ein Zimmer. 101 entschied die freundliche Dame in dem großen Glaskäfig, die mich dann einer freundlichen Schwester übergab, die mich auf das Zimmer bringen sollte, nur um plötzlich: "Halt." zu sagen und: "Auf hunderteins sind ja Frauen." Also 201.
Dort waren dann Männer, in ein lautes Gespräch verstrickt. Vier Männer! Und nur drei Betten!! Eins davon war plasikverhüllt. Die Schwester zog die Verhüllung ab und sagte, mit einem herzigen, osteuropäischen Akzent: "Das ihr Bett. Hund das ihr Schrank." Dann ging sie. Ein Dreibettzimmer also, dachte ich und war nicht begeistert. Allerdings ohne "Public Viewing Fernseher", nur winzige Monitore, kleiner als mein iPad, direkt am Bett.













Ich atmete auf. Dann gingen zwei der Männer. Zum Glück auch der mit der extrem lauten Stimme. Er war der Sohn des Patienten, dessen Bett ich übernommen hatte. Die zwei anderen stellten sich als meine "Zimmerkollegen" vor, Herr S. und Herr F., und ich packte mein Köfferchen aus. 
Willkommen im "Zauberberg"-feeling.



Fortsetzung  folgt.

Sonntag, 27. April 2014

Augenklinik - Die Aussicht

Dies ist nicht auf meine Augen, sondern auf das zu Sehende bezogen. Also auf den Blick vom Zimmer auf die Umgebung. Im 3. Obergeschoss gelegen, ist das Panorama durchaus sehenswert ... Das "Lied des Türmers" von, wie könnte es anders sein? Goethe! drängt sich da richtiggehend auf. Ich gebe es hier wieder, in der Hoffnung, kein Urheberrecht zu verletzen. Falls doch, so ist das unbeabsichtigt!
Lynceus des Türmers

Zum Sehen geboren,
zum Schauen bestellt,
dem Turme geschworen
so seh ich die Welt.

Ich blick in die Ferne,
ich seh' in der Näh'
den Mond und die Sterne,
den Wald und das Reh.


So seh' ich in allen
die ewige Zier,
und wie's mir gefallen,
gefall' ich auch mir.

Ihr glücklichen Augen,
was je ihr gesehn,
es sei, wie es wolle,
es war doch so schön!

Das mit dem Reh ist, in meinem Fall, nur poetisches Beiwerk, der Rest trifft aber durchaus zu. Wenn man einmal, sei es auch nur vorübergehend, nichts gesehen hat, weiß man die Augen plötzlich zu schätzen und sie glücklich zu nennen! Also: Vorsorge ist besser als das Nachsehen haben!


Die Patientenzimmer sind alle Richtung Süden gelegen. Ein langer Balkon verbindet draußen mit drinnen.




























Gibt es heutzutage noch einen Blick aus einem Fenster, der nicht von einem Kran dominiert wird? In Stuttgart wohl kaum! Also muss man Krane wegdenken ...




























Oder daran vorbeischauen.




























Hauptsache: Die Augen funktionieren!





Mittwoch, 16. April 2014

4 Tage Klinikaufenthalt

Der nette, gutaussehende junge Arzt, groß, blond, schlank, der meine Augen laserte erklärte mir, dass die Augenklinik ja nicht wirklich ein, im klassischen Sinn, "Krankenhaus" ist in dem "Kranke" stationär behandelt werden, und ich verstand was er meint. Es "siecht" hier niemand dahin. Wobei heutzutage ja niemand mehr dahinsiecht bei all der fürsorglichen Pflege der Menschen, für die der Staat gesetzliche Regelungen getroffen hat. So hat der Arzt das natürlich nicht gemeint, aber so ist es. Augenleiden verursachen keine Bettlägerigkeit, wie man das von einer Krankheit erwartet, und somit nicht die aufwändige Betreuung und Pflege, derer Kranke bedürfen. Leiden ist eben nicht gleich Kranksein. Leidende sind bedauernswert, Kranke sind lästig. Aber so hat das der nette Doktor schon gleich gar nicht gemeint, wir haben darüber ja nicht so ausführlich gesprochen, dafür fehlte die Zeit. Eigentlich machte ich nur eine Bemerkung über die Enge seines Behandlungsraumes und ob die Klinik nicht modernisiert würde, worauf er antwortete, dass dies zwar angedacht sei, aber nur schlecht zu realisieren wäre, weil Menschen mit Augenleiden ja nicht im eigentlichen, klassischen Sinn "Krankenhauspatienten" sind. ... Mir scheint, ich habe da ein Perpetuum Mobile in Gang gebracht!
Außerdem greife ich damit weit, weit, sehr weit vor.
Der "Nachtdienst" erwartete mich schon. Ein bisschen war ich froh, dass es nicht die Mädels vom Abend waren, deren Anführerin, (das ist wahrscheinlich nicht die richtige Bezeichnung für ihre Funktion) eine mich aufmerksam musternde junge blonde Frau, die, wie sich später herausstellte, sehr liebenswürdig ist, mich, als ich meine Papiere auf der Station abgab und sagte, dass ich später wieder kommen würde, weil ich zuhause noch ein paar Sachen holen wolle, mich streng fragte: "Warum zittern Sie?"
Hatte ich gezittert? Wahrscheinlich schon, bei Stress macht der Tremor Terror, ich merke es meistens erst wenn meine Knie weich werden. Das war da noch nicht der Fall. Ich streckte also meine Arme aus und ließ die Hände zittern, mein üblicher Modus demonstrandum, und sagte: "Ich habe einen Tremor."
"Das hab ich mir gedacht." antwortete sie.
Warum fragen Sie dann? hätte ich sagen können, unterließ es aber. Wie gesagt, ich war mit einer überwältigenden Ruhe und Gelassenheit gesegnet. Ohne Psychopharmaka!
Herr X., ein sympathischer Mann mit osteuropäisch klingendem Namen und Akzent führte mich zu meinem Zimmer. Ich hatte es für mich allein! Das andere Bett war zwar noch so zerwühlt wie es sein Okkupant hinterlassen hatte, aber das störte uns nicht.
"Richten Sie sich ein." sagte Herr X., "Ich komme später wieder und wir erledigen die Formalitäten."
Was soll ich über das Zimmer sagen? Es war sauber. Rechts standen die zwei Betten, links war ein Wandtisch montiert, dabei standen zwei Sesselstühle und darüber hing, wie der Felsklotz des Sisyphos oder das Schwert des Damokles, ein uralt Röhrenfernsehgerät, quasi raumbeherrschend! Mich schauderte bei dem Gedanken, dass hier zwei Personen, ohne Rücksicht auf ihre kulturelle Vorlieben, zu Gemeinsamkeiten gezwungen sein würden. Blasmusik versus Oper, zum Beispiel. Der Rest war auch mehr oder weniger deutsches Nachkriegsmittelalter. Ich hänge ein paar Bilder an.

Mein Bett am nächsten Tag



























Der "Nassbereich", Klo nebenan, keine Dusche 

 Der Fernseher hängt weiter oben

Na schön, ein 5 Sterne Hotel hatte ich ja nicht erwartet, aber so viel Retro dann auch wieder nicht! Es ist ja nur für ein, höchstens zwei Tage/Nächte dachte ich und nachdem der freundliche Nachtpfleger mir alles erklärt und meinen Speiseplan für die nächsten drei (!) Tage ausgefüllt hatte, putzte ich mir die Zähne, stellte fest dass es keine Handtücher gab (man muss eigene mitbringen steht auf der Erklärung, die man ausgehändigt oder zugeschickt bekommt, wenn man für eine stationäre Aufnahme vorgesehen ist. War ich ich ja nicht!) Und legte mich todmüde ins Bett.
Geschlafen habe ich höchstens zwei Stunden. Der Tag rumorte zu stark in meinem Hirn herum.
Und irgendwann kam mir der Gedanke, dass die Liste meiner körperlichen Defekte jetzt eine beängstigende Länge anzunehmen beginnt: 
Essentieller Tremor, 
Gallensteine, 
Wanderniere, 
deformierte Prostata
und damit einhergehende Blasenschwäche,
Glaukom ...
Kein Wunder also, dass ich keinen Schlaf fand!


Zum Glück gab es keine "Morgenrunde" mit Aufwecken um fünf Uhr, Temperatur und Blutdruck messen und dann endlos aufs Frühstück warten. Das kam pünktlich, nach oben stehendem Stundenplan und auch der Rest des Tages hielt sich an die vorgegebene Struktur. Vor dem Frühstück kamen aber die Augentropfen. Das "tropfen" wurde zum Ritual, genau nach Zeitplan. Drucksenkend waren die einen, was die anderen bewirken sollten, weiß ich immer noch nicht.
Bei der Visite stellte aber der mich jetzt untersuchende Arzt die am Vortag "angedachte" Diagnose in Frage, nachdem auch in der zweiten Blutprobe keine Anzeichen für entzündliche Prozesse in meinem Körper festgestellt wurden.
"Eine Biopsie ist da völlig überflüssig. Das ist ein Glaukom. Das werde ich lasern." sagte er und erklärte mir was das zu bedeuten hat. Damit die Flüssigkeit in der hinteren Kammer des Auges in die vordere fließen kann, damit der Augeninnendruck immer ausgeglichen ist ... Man kann das googeln unter Glaukom. "Heute machen wir das rechte und morgen das andere Auge."
"Danke Herr Doktor."
Augentropfen, dann an den Tropf mit Kortison, (aber Hallo! ich habe doch gar keine Entzündung!) dann Augendruck messen, tropfen, messen ... Am späten Nachmittag wurde ich dann zum Lasern gerufen.
Vor Jahren, vor vielen Jahren!, hatte ich einen Arbeitskollegen, na ja, eigentlich war er der Betriebsleiter, aber wir verstanden uns gut, bei dem grüner Star diagnostiziert wurde, obwohl er noch nicht einmal 40 Jahre alt war. Lasern war zu der Zeit noch nicht so perfektioniert wie heute, denke ich, auf jeden Fall kam er nach der zweiten "Sitzung" zurück und sagte: "Ich bin beim Lasern umgekippt." Er ist tatsächlich ohnmächtig geworden! Er war ein Bulle von einem Mann, spielte Tuba im Blasorchester, hatte Frau und Kind, Haus und Garten und der wurde ohnmächtig beim Lasern!
Mit dieser "Vorgabe" stellte ich mich der Herausforderung.
Aber für heute mache ich Schluss. Ich will meine Augen nicht überstrapazieren.




Sonntag, 9. Februar 2014

Nochmal zum Thema Hotelsuche ...


Eigentlich ist das ja kein Thema mehr, weil mein Hotel in Istanbul gebucht ist, 6. - 28 Mai.  das ist fest. Warum ich diese Zimmersuche noch einmal thematisiere, liegt daran, dass, seit ich mich nach Hotels im Net umgesehen habe, auf beinahe allen Seiten die ich jetzt öffne, irgendwo am Rand eine Anzeige mit Hotels in Istanbul erscheint. Ist ja praktisch, aber unnötig. Manchmal öffne ich die Seite und sehe mir das Angebot an … und lese die Beurteilungen von Gästen, die in dem Hotel übernachtet haben. Ich schreibe bewusst "übernachtet", weil aus den Beschreibungen fast immer herauszulesen ist, dass die Zimmer nicht zum "Wohnen" geeignet sind. "Klein" sind beinahe alle, womit eigentlich "beengt" gemeint ist. Kein Stauraum für die Koffer, man muss ständig darüber steigen, wenn man sich im Zimmer bewegt, oder die Toilette so eng, dass man darin nicht umfallen kann. Oder das zimmereigene Bad befindet sich auf der anderen Korridorseite … Ich hänge hier ein paar Kostproben an, wobei man  durch die kürzeste sich wirklich dazu angetan fühlen könnte, sich in diesem Hotel einzuquartieren!

Kleines Juwel
Charmantes, liebenswertes kleines Familien Hotel. Winzige Zimmer aber intime Atmosphäre.

In anderen Beurteilungen wird oft die Hellhörigkeit der Zimmer kritisiert. Meint der Gast das, wenn er eine "intime Atmosphäre" schreibt? In der Beschreibung darunter sind die Zimmer auch nicht gerade geräumig, wenn man bedenkt, dass im Englischen "Closet" für "Schrank" steht. Und der omnipräsente Geruch nach Katzenpisse klingt nicht einladend 








Dieser Gast war auch nicht begeistert! Er bemängelt auch die engen Zimmer und die schmale Treppe. Sie wird von anderen Gästen außerdem als "steil" bezeichnet und älteren Menschen, oder gehbehinderten raten sie ausdrücklich davon ab, dieses Hotel zu buchen. 


















Diese Kritik setzt sich, außer mit der schmalen, steilen Treppe, mit der Tatsache auseinander, dass man kein Toilettenpapier in die Toilette werfen darf, weil das System das nicht verkraftet. Das Paar, aus Kanada, "erledigte" also seine dringenden Bedürfnisse in umliegenden Restaurants! Das Fazit: Das Zimmer war billig und man bekommt das wofür man bezahlt … Ich habe mich gegen dieses Hotel, und viele andere entschieden, die in dieser Kategorie, 3 Sterne +, angeboten wurden/werden.
Meine Wahl fiel schließlich auf ein Apartment Hotel. Zwar ohne Frühstück, aber mit kleiner Küche. Anbei einige Bilder.

























Ich bin gespannt, ob ich spontan die richtige Wahl getroffen habe!? Zwar sind die großen "Sehenswürdigkeiten" Istanbuls nicht in unmittelbarer Nähe, aber ich gehe ja sowieso gerne zu Fuß …

Jetzt, zum Beispiel, zum Training ...