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Dienstag, 29. November 2016

In einem Zimmer


Still. Ganz still und nicht bewegen.
Es ist genug dass sich die Luft bewegt,
die gestern noch auf Deiner Stirn gelegen
und sich nun sanft auf meine legt.

Die Uhren raunen an den Wänden
und schauen mich nachdenklich an -
in ihnen ist von Deinen Händen
mehr Zärtlichkeit als ich erwarten kann.

Dort hängt Dein Blick und hier ein Wimpernschlag.
Aus allen Büchern hört man die Gedanken rauschen,
die Du in sie versenkt. An ihnen liegt und lag
so vieles Dir ... Ich würde gern mit ihnen tauschen.

Ein Staubkorn fällt und glimmt im Licht,
die Weltzeit ist in ihm versammelt.
Das Uhrenschlagen schreckt uns nicht,
und nicht was Uhrenschlagen je gestammelt.

Es ist nicht viel von mir in diesem Zimmer,
nur dort und da ein Stück Papier.
Ich bliebe gerne länger, auch für immer ...
Still. Ganz still: ich war ja einmal hier!
 

 (gelang, am 17. Februar 1988)

Die Zeit verging und schrieb
was von der Liebe übrig blieb. 

gelang, am 29. November 2016

Donnerstag, 14. Mai 2015

Donnerstag, 7. Mai 2015

Blaue Stunde - Ein Gedicht von gelang




Die Sonne flutet durch die Stadt
Und schmilzt die harten Wolkensäume;
Nachtdunkel werden alle Schattenräume:
Blattgold und Kupfer ist das Laub der Bäume
Und selbst ihr müder Staub erglänzt noch matt.





Nun tritt ein Denken in den Klang der Zeit,
Das keinen Anfang findet im Gewühl der Tage,
Nicht ein Mal Antwort ist und niemals eine Frage,
Nur eine ungewollte Furcht vor zu viel großer Klage
Und nicht für all den Kummer einer Zukunft je bereit.



Doch wenn die Flut am Horizont zerbricht,
Dass blau die Stunde in die Nacht sich wendet,
Wenn jeder Vogelruf in tiefem Schweigen endet
Und nur noch Echos aus dem stummen Himmel sendet,
Wird aus den Traumgedanken endlich wieder klares Licht!







gelang 2015

Freitag, 10. April 2015

Sei Du selbst




Manchmal denke ich wie Konfuzius:

"Wer in Würde alt werden möchte
muss Demut lernen.
Wer in Demut alt werden möchte
muss Würde lernen.
Wer beides gelernt hat ist alt.
...
Es war, ist und bleibt ein Teufelskreis."

Manchmal denke ich wie Albert Schweitzer:

"Wenn es eine Schale gäbe 
in die ich alle meine Gedanken
und mein Wissen legen könnte,
wäre sie zu groß um sie zu tragen 
und zu teuer um sie zu bezahlen.
Also begnüge ich mich weiterhin
mit meinem Hirn."

Da beide Zitate von mir stammen,
denke ich,
dass sie für mich von ihnen bestimmt waren.
Danke! 



gelang 2015