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Sonntag, 1. Februar 2015

Meine Augen - Ein Fazit


Die schlechte Nachricht zuerst?
Es gibt keine Gute!
Am Freitag hatte ich meinen Termin beim Augenarzt, acht Wochen nach dem letzten Lasern in der Augenklinik.



























So viel Zeit muss sein, um beurteilen zu können, ob der Eingriff erfolgreich war. Na schön, ich gebe zu, dass ich zumindest die gute Nachricht bekam, dass ich weiterhin keine Augentropfen anwenden muss. Ich hatte ja das Alphagan abgesetzt, nachdem die Nebenwirkungen unerträglich wurden. Mein Augeninnendruck war 16/16, also optimal für einen alten Knacker wie mich!
Es gibt einen alten amerikanischen Schlager: "Little things mean a lot" (Ist bestimmt auf YouTube.) Dem stimme ich zu, auch wenn er nichts mit meinen Augen zu tun hat.






















Am "Zustand meines Sehens" lässt sich nichts mehr ändern, es sei denn, ich wäre gewillt mich noch einer Operation zu unterziehen. In der Iris des linken Auges ist ein Riss, den man, eventuell! nähen könnte, genauso wie die kleineren Perforationen. Aber im oberen Segment ist sie sehr dünn und die Pupille kann sich nie mehr so verengen, dass der Lichteinfall "normal" ist, dass ich also nicht mehr lichtüberempfindlich bin. 
Fazit: Ich muss mich daran gewöhnen!
Ich bin Sternzeichen Waage und tendiere dadurch angeblich dazu, jeder Meinung Recht zu geben. Mag sein, aber ich verzichte deshalb nicht automatisch auf meine eigene. Im Gegenteil, ich bin der Waagebalken, der die Gleichgewichtsschalen verankert und darum fest gegründet in mir. 
Und ich weiß, dass an mir gepfuscht wurde!
Als ich mich auf die Eingriffe an meinen Augen einließ, tat ich dies mit allen Konsequenzen und unterschrieb die entsprechenden Papiere bedenkenlos, ohne mir eine Kopie des Unterschriebenen aushändigen zu lassen. 
Ich hatte volles Vertrauen!
Das war falsch. Ich hätte mir eine Kopie ausdrucken lassen müssen, um zu erfahren, was alles auf mich zukommen kann. Dann hätte ich das alles lesen  müssen und mich entscheiden ...
Andererseits dachte ich: Der Eingriff muss ja sein und die Ärzte werden schon wissen was sie tun.
Vater vergib ihnen, denn ihr Wissen ist sehr begrenzt! Und sie sollten dementsprechend handeln.
Das wurde mir nach dem Schnitt durch das Auge bewusst, als der junge Chirurg entsetzt sagte: "Was ist denn das?!" Und nach einer Pause: "Das ist eine Katastrophe!" (Ich habe das schon in einem anderen Kapitel geschildert, erwähne es hier aber noch einmal, weil mir bewusst geworden ist, dass dieser junge Chirurg keine Ahnung hatte, dass so etwas wie das Loslösen der Regenbogenhaut passieren kann.) Den Rest kann man in dem anderen Kapitel nachlesen.
Ich denke, dass dieser "Vorfall", das Loslösen der Iris, so selten vorkommt (es wurde mir ja auch bestätigt), dass die Ausbildung in dieser Hinsicht vernachlässigt, und so wie ich es erlebt habe, gar nicht darauf hingewiesen wird. 
"Was ist denn das?!" fragt niemand der weiß, dass das passieren kann.
Ich will hier nicht wiederholen, was ich an anderen Stellen schon geschrieben habe, aber eines möchte ich doch noch einmal fragen: Waren die Operationen für Grauen Star überhaupt notwendig?
Ich konnte in die Ferne einwandfrei sehen! Außer im Nahbereich. Ich brauchte eine Lesebrille, und da genügte sogar schon eine von ALDI.
Dann kommt die Diagnose "Katarakt" und man liefert sich aus. Um die Untersuchung machen zu lassen, bezahlte ich sogar 20€, die Krankenkassen übernehmen das nicht.
Dabei war mein Problem doch "Glaukom"! Grüner Star! Hier besteht die Gefahr des Erblindens, weil der Sehnerv irreparabel geschädigt wird, wenn der Augeninnendruck zu hoch ist. ... Bitte lest die Kapitel, die zu diesem ganzen Schlamassel geführt haben!
Hier muss ich aber doch noch sagen, dass der Glaukomanfall, der mich ein Viertel des Gesichtsfeldes im rechten Auge unwiederbringlich gekostet hat, wahrscheinlich verhindert werden können hätte, wenn man das Auge, das überhöhten Innendruck aufwies, punktiert hätte.?
Wie dem auch sei: vorbei ist vorbei.

Mein Rat an alle die zum Augenarzt gehen ist nun: 
Holt euch eine zweite Meinung ein!
Grauer Star ist erst ein Problem, wenn man mit Brillen nichts mehr regulieren kann. Es wird jetzt zwar Reklame für Laser Operationen gemacht, aber die bezahlt keine Krankenkasse.
Eine Lese-Brille kostet, z. B. bei ALDI; unter 5 €uro ...
Ich habe bereut, dass ich diese Operationen über mich ergehen ließ, aber: 
Die Reue kommt zu spät, 
wo Vorsicht missachtet wurde.












Dienstag, 5. August 2014

Schreie in der Nacht wecken Echos aus der Kindheit


Am 30. Juli wurde ich im Charlottenklinikum für Augenheilkunde zur operativen Behandlung von  Glaukom (Grüner Star) und Katarakt (Grauer Star), am rechten Auge, stationär aufgenommen. Das linke Auge ist für Anfang September eingeplant. Die Vorgeschichte ist in anderen Kapiteln nachzulesen. Die Therapie durch Lasern im Katharinenhospital hatte sich als unwirksam erwiesen. Zwar hatte ich dann dort Termine für die chirurgischen Eingriffe bekommen, sagte diese aber ab, weil ich mir nicht vorstellen konnte, noch einmal mehrere Tage in einem der Zimmer mit Fernsehgerät an der Wand unter der Zimmerdecke mit einem Mitpatienten zu verbringen. An Schlaf ist da, selbst wenn der Andere Kopfhörer benutzt, nicht zu denken. Schon gar nicht, wenn dieser Fussball-Fan ist und das Spiel lautstark kommentiert, wobei die "Toooooor!!!"-Schreie selbst Tote aus der ewigen Ruhe reißen.
Darum geht es in diesem Kapitel allerdings nicht, auch wenn der Titel das vermuten lassen könnte. Eigentlich hat sich der Inhalt des ersten Absatzes erst beim Schreiben zufällig zwangsweise in diese Richtung entwickelt.


Diese Plastik aus rostendem Gusseisen (wann waren die doch gleich Mode?) steht neben dem Ein/Ausgang des DiakonissenKlinikums, mit dem das Charlottenklinikum im Verbund steht. Zuerst hielt ich sie für die augenfällige Darstellung einer "Kreuzigung-Pieta-Auferstehung", ehe ich erkannte, dass es die "Genesung" ist. Aber das rostende Eisen ist nicht der Grund, warum ich dieses Foto hier einfüge, sondern das helle Gebäude, das sich im Hintergrund spiegelt. Es steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite und ist ein Teil der Berufsschule, die ich während meiner Lehre zum Buchdrucker drei Jahre lang besuchte. Schloss sich hier ein Lebennskreis?



Vielleicht fiel mir deshalb in der Nacht, in der ich die Schreie hörte, meine Kindheit ein. Es war die die dritte Nacht in der Klinik, die Nacht vor dem Tag meiner Entlassung ... Aber ich fange am Anfang  an.
Im Gegensatz zur Augenklinik im Katharinenhospital, die, was die Zimmer betrifft, in der Nachkriegszeit (ich meine den sogenannten "Zweiten Weltkrieg") stehen geblieben ist, befindet sich das gesamte Charlottenklinikum in einem Neubauzustand. Inwieweit die Bausubstanzen der beiden Kliniken übereinstimmen, kann ich nicht beurteilen. Damit will ich sagen, dass nirgendwo der Verputz bröckelt. (Man muss vorsichtig sein mit dem was man schreibt, auch wenn es nur ganz persönliche Eindrücke und Erfahrungen sind, sonst kann es sein, dass man wegen Verleumdung oder Ähnlichem verklagt wird.) 
Um 9:30 Uhr sollte ich mich "auf Station" melden. Ich war, typisch Schwabe, schon kurz nach 9 Uhr dort. Das brachte keinen Vorteil, ich musste bis neunuhrdreißig warten. 
Warten, das wusste ich ja aus dem Katharinenhospital, ist eine Grundsubstanz, wenn man es so nennen möchte, der Behandlung von Augenerkrankungen. Allerdings sind die Wartezeiten der stationär aufgenommenen Patienten im CK (Charlotten Klinikum) strikt von denen der Ambulanten getrennt, was im KH (Katharinen Hospital) nicht der Fall ist, was die Dauer des Wartens erheblich unterscheidet. Das trifft selbstverständlich nicht zu, wenn man zu früh dran ist.

Nachdem ich bei einer freundlichen Dame drei Formulare, eines davon beidseitig, unterzeichnet hatte, war ich verwaltungstechnisch erfasst. Danach wartete ich auf die eigentlich Aufnahme in ein Zimmer. 101 entschied die freundliche Dame in dem großen Glaskäfig, die mich dann einer freundlichen Schwester übergab, die mich auf das Zimmer bringen sollte, nur um plötzlich: "Halt." zu sagen und: "Auf hunderteins sind ja Frauen." Also 201.
Dort waren dann Männer, in ein lautes Gespräch verstrickt. Vier Männer! Und nur drei Betten!! Eins davon war plasikverhüllt. Die Schwester zog die Verhüllung ab und sagte, mit einem herzigen, osteuropäischen Akzent: "Das ihr Bett. Hund das ihr Schrank." Dann ging sie. Ein Dreibettzimmer also, dachte ich und war nicht begeistert. Allerdings ohne "Public Viewing Fernseher", nur winzige Monitore, kleiner als mein iPad, direkt am Bett.













Ich atmete auf. Dann gingen zwei der Männer. Zum Glück auch der mit der extrem lauten Stimme. Er war der Sohn des Patienten, dessen Bett ich übernommen hatte. Die zwei anderen stellten sich als meine "Zimmerkollegen" vor, Herr S. und Herr F., und ich packte mein Köfferchen aus. 
Willkommen im "Zauberberg"-feeling.



Fortsetzung  folgt.