Wenn jemand es versteht Licht in Sprache auszudrücken, dann bitte ich sie/ihn sich zu melden. Und wenn es jemand gelingt diese Stadt in all ihren Erscheinungsformen wiederzugeben, dann würde ich "jemand" gerne kennen lernen. Man kann tausende Fotos machen, das Eine, Wahre, das den Augenblick einfängt ist nie dabei! Jedes Bild Venedigs versinkt sofort in den Wassern der Kanäle und der Lagune. Man muss immer wieder zurück kommen, um diese Augenblicke zu erleben, nicht, sie festzuhalten ...
Licht atmet, es lebt von Luft, ihre molekulare Zusammensetzung bestimmt seine Erscheinung. Darum ist "klares" Licht in Venedig immer seltener. Luftfeuchtigkeit und Abgase bestimmen das Bild.
Die Wand dann zu "erwischen", wenn sie genau die Farbe hat, die man sieht, wenn sie sich mit ihrem Bild auf die Seele legt, ist sehr schwierig. Eigentlich unmöglich. Man lügt sich selbst an und sagt: "Ja, das ist es ... Genau so habe ich es gesehen! ..."
Wenn man aber bereit ist, die Stadt so zu sehen, wie Rilke das in Worten ausdrückt: "... und Reih'n von Spiegelbildern ziehn aus dem Kanale ..." Dann gibt sie sich wirklich zu und sagt zu Dir: "Ich bin da!"
Nicht nur am Rialto, oder an der Piazza San Marco. Ich bin eine Stadt mit Menschen die in mir leben und die wissen, dass meine Fundamente aus Holz bestehen und im Wasser verankert sind.
Keine Stadt ist so "vergänglich" wie Venedig und trotzdem wird sie so behandelt, als könnte eine Versicherung sie retten. Ehrlich gesagt kann nur Geld sie retten, aber "ehrliches" Geld, nicht das von Reedereien, die ihre Riesenschiffe tagtäglich in die Stadt lotsen lassen und die Fundamente aushöhlen und mit den Abgasen die Steine schädigen.
Der Bürgermeister sagt, dass diese Schiffe Geld bringen, aber sie bringen mehr Schaden als Geld und das zählt im Endeffekt. Es denkt wohl jeder: Sie steht doch noch! ...
Venedig muss man sehen, wirklich sehen, mit den Augen und der Seele erleben. Die Stadt, ihre Substanz, ihre Inhalte, ihr unvergleichliches Äußeres und Inneres weiß das und sie lässt es jeden Besucher, der es haben möchte, miterleben ... Ach, ich wünsche mir, ich könnte es besser beschreiben!
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