Der Titel sagt alles. Eine Art Tagebuch ohne Datum, Erinnerung wie sie gerade daherkommt. Verschiedene Themen meine Befindlichkeit beschreibend ... Viel Spaß beim Lesen!
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Montag, 5. Dezember 2016
Samstag, 11. Juli 2015
Bedenke Morgen ...
Nun ruht die Welt in tiefer Nacht,
die Sterne gehen ihre Runde
und zählen Jahre Dir und Stunde
und drängen Dir das Wort zum Munde:
"Gesegnet sei der Tag an den ich nicht gedacht!"
So viele Tage gingen unbedacht vorbei,
sie alle hielten Kostbares verborgen:
Glück nicht gehabt ... und nicht gewollte Sorgen.
Und jetzt stehst Du auch wieder da vor Morgen,
Vor einem neuen Tag von Einerlei.
Dienstag, 30. Juni 2015
Zeit ertragen
Schon ruft die Nachtigall ihr wirres Lied hinaus
in eine Stunde die den Grillen vorbehalten war,
Venus steigt auf am Himmel, hell und klar
und neuer Tag senkt sich herab aufs Haus.
Ein Tag der niemals wiederkehrt,
einer der keine Reue kennt,
der nur ein Datum für Dich nennt,
ein Tag den Du niemals begehrt.
So kommen sie und gehen, alle Tage!
Du siehst sie ohne sie zu sehn.
Und keiner bleibt je für Dich stehn.
Ertrage sie! Doch ohne Klage.
gelang 2015
Donnerstag, 28. Mai 2015
Der Mann im Rollstuhl war wieder da!
Eigentlich halte ich immer Ausschau nach ihm, wenn ich in der Großen Schalterhalle bin. Einerseits hoffe ich ihn zu sehen, andererseits macht es mich sehr traurig, ja, es "bricht mir das Herz", wenn er tatsächlich da ist. Ich sitze dann wie auf Kohlen, weil ich am liebsten aufspringen und die Leute durchschütteln möchte, die sich interesselos, gelangweilt oder angeekelt von ihm abwenden!
Da hat ein obdachloser Alkoholiker, der zum Schein auf Krücken daherhumpelt, es gibt sie, mehr Chancen "Mitleid" zu erwecken und einen Euro zu bekommen, als dieses menschliche Wrack, das sich mühsam mit winzigen Fußbewegungen vorwärtsbewegt. Seine Arme und Hände sind beinahe völlig gelähmt, auf keinen Fall kann er damit den Rollstuhl anschieben. Trotzdem will er es alleine schaffen, Hilfe in dieser Richtung lehnt er meistens sehr entschieden ab. Ich habe das ja schon in zwei Kapiteln beschrieben.
Diesmal sah ich mit Freude, dass er inzwischen beide Füße bewegt um vorwärts zu kommen. Es sind kleine "Schritte", aber für ihn wichtiger als die Mondlandung. Es wäre ein gigantischer Schritt für die Menschheit, wenn sie diesem, im wahrsten Sinn des Wortes, "gebrochenen" Mann mit zumindest etwas Respekt, wenn schon nicht mit Hilfsbereitschaft begegnen würde.
Ich nahm mir die Zeit den Zeitungsausschnitt wieder zu lesen, in dem die Tragik seines Unfalls und sein bisheriger "Leidensweg" beschrieben ist, nicht weil ich den Inhalt nicht kenne, sondern um ihm mein Interesse an seiner Geschichte zu zeigen. Es reicht nicht, ihm einfach Geld zuzustecken um ihn schnell wieder los zu werden, denke ich, sondern ihm die Beachtung zu schenken, die ein Mensch, der ein schweres Schicksal erleidet, verdient. Ich gab ihm 10 Euro. Er hob mühsam den Kopf um Blickkontakt herzustellen und der Speicheltropfen, den ich kenne, fiel aus seinem Mundwinkel als er sich bedankte. Ich reichte ihm die Hand und er erwiderte den Händedruck leicht, als ich ihm "weiterhin Alles Gute" wünschte. Ich glaube er sah für einen kurzen Moment glücklich aus. Ob er sich an mich erinnert? fragte ich mich. Jetzt sind wir uns drei Mal begegnet. War es das dann?
Ich sah ihm nach so lange ich ihn im Gesichtsfeld hatte. Niemand nahm den Zettel aus seiner Hand um ihn zu lesen. Niemand gab ihm etwas. Manche standen auf und gingen weg als er seinen Rollstuhl neben ihnen zum Stehen brachte. Möge das Leben euch sein Schicksal ersparen!
Donnerstag, 9. April 2015
Begegnungen
Ich weiß nicht mehr, ob es die Alten Griechen oder die Alten Römer waren, die behaupteten, dass man jedem Menschen dem man begegnet, dies nicht nur einmal tut, sondern mindestens zwei, oder sogar drei Mal. Aus eigener Beobachtung, die nie absichtlich war, habe ich erfahren, dass das stimmt. Zufall? Schicksal? Gotteswerk?
Seit ich eine Maschine im Net gesehen habe, die hundert oder mehr Ping Pong Bälle mischt ...
Seit ich eine Maschine im Net gesehen habe, die hundert oder mehr Ping Pong Bälle mischt ...
Es handelt sich dabei um eine Art Förderband, das die Bälle transportiert und in immer neuen Varianten trennt, verteilt, durcheinander wirft und wieder sammelt.
Die Ausgangssituation ist diese: ungefähr hundert (genau konnte ich sie nicht zählen! Insgesamt sind es 500!!!) `Basketbälle´ und `Fußbälle´ werden geladen und hier schon ständig gemischt. Wann hier welcher Ball welchem und welcher Gattung wieder begegnet, ist nicht feststellbar. Zumindest nicht dem "normalen" Sterblichen.
Jetzt werden drei weitere Bälle hinzugefügt: ein roter, ein blauer und ein weiß/blauer.
Selbst nach mehrmaligem ansehen des Films, konnte ich den Weiß/Blauen nicht mehr entdecken. Ob der nur zur Ablenkung gedacht ist, eine Art visuelles Plazebo, weiß ich nicht. Also konzentrierte ich mich auf den Roten und den Blauen. Diesen folgt auch die Kamera, übrigens ohne Schnitt, also keine Manipulation hinter den Kulissen. Es ist verblüffend, wie "nahe" sich die zwei bleiben durch Wirbel, Wurf, Schütteln und unzählige andere "ABLENKUNGEN" künstlich getrennt. SIE KOMMEN IMMER WIEDER ZUSAMMEN!
Einmal landen sie sogar aufeinander!
Und schon im nächsten Moment sind sie wieder weit von einander getrennt und gehen verschiedene Wege. Zufall ist wohl gleich Schicksal. Und ob der Zufall Gotteswerk ist? Wer weiß?
So viel zur Einleitung.
Am Ostersonntag konnte ich wegen des strahlend schönen Wetters tagsüber nicht hinaus gehen, schlief schließlich in meinem Stressless-Sessel ein und wachte auf, als es zu dunkel war, um sich noch in die Natur zu begeben. Also ging ich zum Hauptbahnhof. Es war schon Viertel nach Neun als ich im Schlemmer ankam. Ein einsamer Spieler bediente beide Automaten mit Inbrunst und mancher Bemerkung, die die Geräte schwer beleidigt hätte, sofern sie Sprache verstehen würden. Mir fiel ein, ja, wie soll ich sagen?, `seltsamer´ Mensch auf, der sich außen gegen die Scheibe presste und jede Rotation der bunten Scheiben mit beinahe rotierendem Blick folgte und dem Spieler lautlose, nur von den bewegten Lippen abzulesende, Ratschläge gab, wann dieser welchen Knopf drücken solle. Allerdings nahm der Spielende den Kibitzer gar nicht wahr.
Irgendwann ging dem Spieler das Geld aus und er verließ das Lokal, leise vor sich hinfluchend.
Ich wechselte ein paar Sätze mit Frau S., Spielsucht und Spieler betreffend, und als ich wieder zum Fenster sah, war auch der Beobachter verschwunden. Wir unterhielten uns dann eben so beiläufig über Ostern, Feiertage überhaupt, dass ihr die ständige Spätschicht zum Hals heraus hängt und landeten gerade wieder bei ihrer Gesundheit, als ein Mann herein kam, der sofort den Raum füllte.
Ich wechselte ein paar Sätze mit Frau S., Spielsucht und Spieler betreffend, und als ich wieder zum Fenster sah, war auch der Beobachter verschwunden. Wir unterhielten uns dann eben so beiläufig über Ostern, Feiertage überhaupt, dass ihr die ständige Spätschicht zum Hals heraus hängt und landeten gerade wieder bei ihrer Gesundheit, als ein Mann herein kam, der sofort den Raum füllte.
Er war groß ("Ein Meter Neunzig." sagte er mir später), gutaussehend, dunkelhaarig, mit einem sich um voll zu sein vergeblich bemühenden Bart. Neben dem linken Nasenflügel klebte ein kleines Pflaster ("Ich hab da einen großen Pickel." vertraute er mir später an und versuchte das Pflaster zu entfernen, wovon ich ihn abhalten konnte.), auf dem Nasenflügel war ein kleiner Pickel. Die Akne-narben waren im Gesicht unübersehbar. `Er hatte bestimmt keine leichte Kindheit und eine problematische Jugend.´ dachte ich.
Um diese Haut- und Bart-Details zu sehen musste ich mich ihm übrigens nicht nähern, weil er, kaum dass er Geld in die Automaten geworfen hatte, an die Theke trat und eine Halbe bestellte. Dann sah er mich an.
Um diese Haut- und Bart-Details zu sehen musste ich mich ihm übrigens nicht nähern, weil er, kaum dass er Geld in die Automaten geworfen hatte, an die Theke trat und eine Halbe bestellte. Dann sah er mich an.
"Und machen Sie ihm noch so eine Schorle." befahl er Frau S., wobei mit "ihm" ich gemeint war.
Nachdem meine erst halb leer war, bedankte ich mich und sagte, dass ich genug getrunken hätte und bald nach Hause müsse.
Ich will diese Geschichte nun sehr verkürzen, weil all die Informationen die nun ausgetauscht wurden, einen Roman ergäben!
Man kann einen Betrunkenen nicht bremsen, wenn er an dem Punkt der Mitteilungsfreudigkeit angekommen ist. Und dass er betrunken war merkte man an der Hektik mit er seine Aufmerksamkeit den Spielautomaten, seinem Bier und mir teilte.
"Ich hab eben meinen Sohn in den Zug nach München gesetzt. Das mach ich jeden Sonntag. Das bricht mir jedes Mal das Herz." Er wischte sich mit einer Hand über Stirn und Augen, als müsse er Tränen aus seinem Hirn waschen.
"Wie alt ist Ihr Sohn denn?" fragte ich.
"Acht."
Na gut.
Er neigte sich vertraulich mir zu und sagte: "Seine Mutter ist eine Schwarze."
Den Rest seines bisherigen Lebens erfuhr ich dann, ohne auch nur eine Frage zu stellen. Er ist Italo/Spanier weil seine Mutter aus Südtirol, sein Vater aus Spanien stammt. Der Vater arbeitet bei Porsche. ("Er geht nächste Woche in Rente.") Er arbeitet auch bei Porsche. Er ist 35 Jahre alt und hatte keine schöne Kindheit. (`Hab ich mir doch gleich gedacht.´, dachte ich.) Die Eltern arbeiteten nur und er fand die falschen Freunde. Die schiefe Bahn war vorprogrammiert. Aber das war vorbei. Warum es denn nicht mit seiner Frau geklappt habe? wagte ich zu fragen. Die wäre nur an seinem Geld interessiert gewesen. (`Liebe ist ein auslaufendes Modell.´, dachte ich)
Fasziniert beobachtete ich den Speichel, der sich bildete während er sprach und sich zwischen der oberen und unteren Zahnreihe verteilte. Das ist mir vorher noch nie aufgefallen.
Dann musste er pinkeln und trug mir auf, auf die Automaten zu achten. Ich versprach es. Er ging.
Jetzt hätte ich ja auch gehen können, aber Frau S. meinte: "Sie können mich doch mit dem nicht allein lassen?!"
Nach fünf Minuten war er noch immer nicht zurück. "Ich glaube nicht, dass der noch einmal kommt." schlug ich Frau S. vor.
"Ach, ich weiß nicht. ... Da steht sein Bier. ... Geld ist auch noch in den Automaten ..."
Weil ich inzwischen auch Harndrang hatte, ging ich also zur Toilette. (Kostet 1€, wobei man einen 50 Cent Bon bekommt, den man an einem Kiosk einlösen kann, sofern er denn akzeptiert wird. Meine Erfahrungen damit auf dem Münchner Hauptbahnhof kann man in dem Kapitel nachlesen, in dem ich nach Venedig fahre.) Ich betrete also den Pinkeltempel und sehe, wie mein neuer Freund, der D. heißt, versucht der Klofrau einen Kuss abzunötigen, wogegen die sich zu wehren versucht, ohne zu schreien. Als D. mich sieht, besinnt er sich auf andere Dinge, sein Bier, die Automaten ... Auf jeden Fall lässt er von der Frau ab und entwankt. Na ja, wanken tut er nicht, aber eigentlich sollte er!
Inzwischen ist es Zehn Uhr. Frau S. hat um Halb Elf Feierabend. Die Zeit drängt.
Eine kurze Weile weint D. darüber, die Tränen strömen über sein Gesicht wie Wasserfälle (ich hatte den flüchtigen Eindruck, dass darunter Feen badeten), dass er ein guter Mensch ist und keine Chance hatte besser zu werden. Er schloss die Zukunft aus. "Was soll ich noch lernen?"
Dann wird er mir sehr sympathisch. Er sagt: "Ich muss noch viel leben. Du bist jetzt 60." ...
60! Wow! Seh ich so gut aus?!
Ich kläre ihn über mein Alter auf und er meint, wie alle die nicht alt sind, dass er hoffe mit 76 noch so gut auszusehen ...
"Ihr müsst täglich Haferflocken essen!" könnte ich denen zurufen. Aber wer würde das schon machen?
"Ihr müsst täglich Haferflocken essen!" könnte ich denen zurufen. Aber wer würde das schon machen?
Auf jeden Fall gelingt es mir ihn davon zu überzeugen dass es spät ist, Schlemmer zu macht und wir gehen müssen. Er versucht noch Frau S. ein Bussi abzunötigen, aber die weigert sich strikt: "Sowas mach ich nicht. Mit niemand. Das ist nicht meine Art."
Er akzeptiert das und ich nötige ihn hinaus. Also, wie gesagt, er ist ein Meter neunzig groß und da bedarf es schon des Charmes um zu nötigen. Aber er mag mich. Inzwischen wünscht er schon, dass ich sein Vater wäre.
In der Halle ist nicht mehr viel Betrieb. Es ist Ostersonntag. Trotzdem kommt uns eine Gruppe junger Menschen entgegen, die D. völlig ablenkt und der er nachstrebt.
Gottseidank, denke ich und gehe einfach weiter Richtung Nordausgang.
Dann ruft jemand: "Gerhard!"
Ich höre nichts.
"GERHARD!"
Das nicht zu hören bedürfte es eines Tauben.
Das nicht zu hören bedürfte es eines Tauben.
Er überrennt mich beinahe von hinten.
"Hey! Hey, komm wir gehn zu einer Nutte." schlägt er vor, mir intim ins Ohr flüsternd.
Ich sage ihm, dass ich 76 und schon seit Jahren impotent bin.
"Ach, wenn die Dich bläst ..."
Jetzt hätte ich ja einfach sagen können, dass ich schwul bin, aber ich fürchtete seine Reaktion.
Wer weiß, ob es nicht eine der in seinen Tränen gebadeten Feen war, die mir schließlich halfen, ihn davon zu überzeugen, dass er morgen arbeiten müsse (aber da war erst Ostermontag, was er nicht registrierte) und er deshalb jetzt besser nach Hause gehen solle. Wir umarmten uns herzlich und gingen jeder seinen Weg.
Eine rote und eine blaue Kugel.
"ICH BIN JEDEN SONNTAG HIER!" rief er mir noch hinterher.
Zufall? Schicksal? Gotteswerk?
Eine Ping Pong Ball Mischmaschine?
...
...
Ich hatte plötzlich Hunger und ging in die Marktstation. Da gibt es Mc Donalds und auch einen `TÜRKENIMBISS´, wo man nach 22 Uhr ein Stück wirklich guter Pizza für nur 1€ bekommt.
Es war auch noch ein Stück "Margherita" vorhanden. Es wurde aufgewärmt und ich setzte ich damit dann auf einen der hohen Hocker an der Rückwand von McDonalds um es zu essen. Ich hätte damit hinaus in die Halle gehen können ...
Aber ich tat es nicht. Ich saß auf dem Hocker, neben dem kleinen runden Tisch und beobachtete die Menschen die kamen und gingen und aß mein Stück Pizza. Da fiel mir ein Mann auf, der, seiner Hautfarbe nach ganz offensichtlich aus Afrika kam und der sich mit einem anderen Mann unterhielt, dessen Hautfarbe beinahe schwarz war. Ich saß da, aß meine Pizza und dachte über Flüchtlinge und Asylanten nach ... als der nicht so dunkelhäutige Mann zu mir her kam und mich fragte, was ich trinken wolle.
Ist das ein Traum? dachte ich.
Ist das ein Traum? dachte ich.
"Danke ... nein danke." stotterte ich, "Ich trinke nichts."
"Aber bitte. Ich lade Sie ein." sagte der Mann mit den großen Schuhen. Dass die groß waren, fiel mir auf als ich verlegen nach unten sah.
"Ich möchte wirklich nichts trinken." versicherte ich.
Es endete damit, dass er mir eine Apfelschorle brachte, obwohl der Ausschank längst geschlossen war. Im Hauptbahnhof endet die Bewirtung spätestens um Elf Uhr.
Nun ja. Der Mann kommt aus Cameroun, das einmal Deutsch (Kamerun) war und jetzt von den Franzosen ... Ich kenne mich mit der Kolonialgeschichte nicht aus. Auf jeden Fall bauten die Deutschen, angeblich, in der Hauptstadt die Straßenbahn und die ist jetzt ziemlich marod und die Franzosen machen nichts.
Was, um Himmels Willen, mach ich in der Twilight Zone? dachte ich.
Dann kam mir die Erleuchtung: ES MUSS MEIN BART SEIN!
Ob Bart oder nicht. Der Mann lud mich ein einmal zu seiner Familie, die in Botnang lebt, zum Essen zu kommen.
"Wirklich afrikanisch." sagte er.
Ich gab ihm meine Telefonnummer ...
Und seither denke ich, dass ich vielleicht nicht der rote oder der blaue, sondern der weiß/blaue Ball bin, der irgendwo in diesem komplizierten Gerät herumgeschleudert wird ohne gesehen zu werden.
Was, um Himmels Willen, mach ich in der Twilight Zone? dachte ich.
Dann kam mir die Erleuchtung: ES MUSS MEIN BART SEIN!
Ob Bart oder nicht. Der Mann lud mich ein einmal zu seiner Familie, die in Botnang lebt, zum Essen zu kommen.
"Wirklich afrikanisch." sagte er.
Ich gab ihm meine Telefonnummer ...
Und seither denke ich, dass ich vielleicht nicht der rote oder der blaue, sondern der weiß/blaue Ball bin, der irgendwo in diesem komplizierten Gerät herumgeschleudert wird ohne gesehen zu werden.
Freitag, 13. Februar 2015
In memoriam
"Zum Gedenken" heißt das.
Heute schrieb mir meine Schwester, wahrscheinlich 86 Jahre alt, vielleicht älter, vielleicht jünger, ich achte da nicht sehr darauf, dass ihr Lebensgefährte verstorben ist.
Wenn ich wüsste wie das geht, und irgendwie muss es ja digital möglich sein, würde ich hier eine große, weiße Fläche einfügen, wie ein weißes Segel,
als Zeichen der Trauer.
Weiß, nicht Schwarz.
So wie die alten Griechen die Nachricht vom Tod und die Trauer sahen.
Weiß, wie die unbeschriebene Fläche auf der Tafel des Schicksals.
Weiß wie JA ... weil nur der Tod NEIN kennt.
Ich liebe meine Schwester, wenn auch distanziert, weil wir zu verschieden sind, aber ich weiß, dass wir Geschwister sind! Was immer uns trennt ist das Leben. Ich hoffe, dass wir uns noch oft getrennt begegnen!
Trost? Was könnte sie trösten? Trost ist Verschwendung, denn er bewirkt nichts. Vielleicht erreichen ja die Klageweiber ursprünglicher Kulturen, dass der oder die Trauernde den Schmerz des Verlusts momentan nicht mehr wahrnimmt, wegen der von außen kommenden Eindrücke, aber die tiefe, unüberbrückbare Stille im Inneren übertönen sie nicht. Das wissen alle die getrauert haben. Verlust ist nicht "tröstbar". Dort wo er eintritt steht etwas still und das kann niemand mehr bewegen! Und nichts kann ihn mindern. Wo das trotzdem hilft, ist der Verlust bald vergessen.
Ich werde versuchen hier ein Video hochzuladen, das ich für unsere Mutter und den Mann gemacht habe, der unser Leben gerettet hat. Franz Peters. Liebe kann man nicht nachholen, aber bereuen, dass man sie nicht gegeben hat.
Was kann man mehr sagen als: Es tut mir leid, dass ich nicht vorher mehr gesagt habe? Nach dem Tod bleibt nur Reue über vertane Gelegenheiten und eine ungeheure Last von Liebe, die man nicht mehr geben kann!
Trost? Was könnte sie trösten? Trost ist Verschwendung, denn er bewirkt nichts. Vielleicht erreichen ja die Klageweiber ursprünglicher Kulturen, dass der oder die Trauernde den Schmerz des Verlusts momentan nicht mehr wahrnimmt, wegen der von außen kommenden Eindrücke, aber die tiefe, unüberbrückbare Stille im Inneren übertönen sie nicht. Das wissen alle die getrauert haben. Verlust ist nicht "tröstbar". Dort wo er eintritt steht etwas still und das kann niemand mehr bewegen! Und nichts kann ihn mindern. Wo das trotzdem hilft, ist der Verlust bald vergessen.
Ich werde versuchen hier ein Video hochzuladen, das ich für unsere Mutter und den Mann gemacht habe, der unser Leben gerettet hat. Franz Peters. Liebe kann man nicht nachholen, aber bereuen, dass man sie nicht gegeben hat.
Was kann man mehr sagen als: Es tut mir leid, dass ich nicht vorher mehr gesagt habe? Nach dem Tod bleibt nur Reue über vertane Gelegenheiten und eine ungeheure Last von Liebe, die man nicht mehr geben kann!
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