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Freitag, 29. April 2016

Wie viele Ärzte braucht ein Mensch?



Das ist eine Frage, die ich mir inzwischen ernsthaft stelle. Einen "Hausarzt" hatte ich schon immer und mit dem, den ich jetzt seit beinahe 30 Jahren habe, bin ich sehr zufrieden. Er nimmt sich Zeit um zuzuhören und reagiert mit Rat und Tat auf meine Beschwerden.
In letzter Zeit überweist er mich aber immer wieder an "Fachärzte". Zum Neurologen, zum Beispiel, als er sich über mein Zittern Sorgen machte. Ich hatte es auf mein  zunehmendes Alter geschoben und nicht für eine Krankheit gehalten, bis es als "Essentieller Tremor" diagnostiziert wurde und Parkinson ausgeschlossen war. Inzwischen bin ich "austherapiert" ohne eine Besserung erreicht zu haben, aber das ist bei diesem Krankheitsbild beinahe normal. Ich habe schon andere Kapitel darüber geschrieben. Eigentlich hatte ich nicht vor den Neurologen weiter zu belästigen, aber nach dem Schlaganfall bekam ich bei der Entlassung aus dem Krankenhaus einen Termin für eine nachträgliche Untersuchung der Halsschlagadern mit. Dieser Termin ist Anfang Juli, die Ultraschall-Untersuchung wird in der Neurologischen Ambulanz des Krankenhauses durchgeführt, dringende Voraussetzung ist eine Überweisung "von einem Facharzt". Ich fragte meinen Hausarzt ob ich da einfach in die Praxis des Neurologen gehen könnte um eine Überweisung abzuholen. Er lachte und sagte: "Wenn das so einfach wäre." Jetzt habe ich einen Termin beim Neurologen für Anfang Mai, damit der auf dem neuesten Stand meiner Befindlichkeit ist und damit ich dann im Juli, wobei ich selbstverständlich wieder eine Überweisung von meinem Hausarzt brauche, weil das ja ein neues Quartal ist, eine Überweisung fürs Krankenhaus zu bekommen.
Beim Urologen war ich inzwischen auch schon mehrmals, eine zunehmende Blaseninkontinenz betreffend. Dort wurde die Prostata als Ursache ausgeschlossen, aber keine Therapie zur Behebung des lästigen Problems gefunden. In letzter Zeit betreibe ich, auf Eigeninitiative, nachdem ich einen Artikel darüber gelesen hatte, intensives Beckenbodentraining, kann aber noch kein Resultat feststellen. Das braucht wohl Zeit.
Wie berichtet erlitt ich Ende Januar einen Schlaganfall. In der Folge musste ich einen Kardiologen aufsuchen um Langzeit EKG und Blutdruckmessung durchzuführen, da die entsprechenden Geräte im Krankenhaus defekt waren. Meinen Blutdruck, der zu hoch war, habe ich inzwischen mit Medikamenten in den Griff bekommen, die ich allerdings vorgestern absetzen musste, weil eine der Nebenwirkungen ein unerträglicher Juckreiz ist, der mir einem unschönen roten Hautausschlag einhergeht. Das Jucken ist so extrem, dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte! Außerdem bekam ich extreme Magenschmerzen und unbegründete Schwindelanfälle während meiner Spaziergänge. Es lag leider an mir, dass ich die Beipackzettel der Tabletten erst las, als mir klar wurde, dass diese Beschwerden nicht "einfach so" über mich herfielen! Gestern suchte ich also den Kardiologen erneut auf und er verordnete ein anderes Medikament, das ich allerdings erst nehmen werde, wenn die Nebenwirkungen der Vorgängermedikamente abgeklungen sind. Bei dem Juckreiz scheint das lange zu dauern. Na ja, und weil ich schon da war, begutachtete der Doktor auch noch die Auswertung meiner Langzeitmessungen und sagte, dass "wir" diese in Zukunft wiederholen müssten, um einen Herzfehler definitiv ausschließen zu können. Im Juli werde ich wieder verkabelt ... Und die Wirkungen und Nebenwirkungen des Blutdrucksenkers müssen "wir" selbstverständlich auch im Auge behalten. Dieser Facharzt bleibt also auch auf meiner Liste.
Am vergangenen Wochenende stellten sich dann Hörbeschwerden bei mir ein. Siehe das vorhergehende Kapitel. Diese sind zwar behoben, aber da ich nun Anwärter für zumindest ein Hörgerät im linken Ohr bin, meinte der HNO Arzt, dass ich mich nach Abschluss meiner Reha-Nachbehandlungen, die zur Zeit im Gange sind, wieder bei ihm melden soll. Ich bin auf jeden Fall auf seiner Liste ...
Beim Augenarzt bin ich ja so quasi im Abonnement. Darüber habe ich mehrere Kapitel verfasst. Kein weiterer Kommentar nötig.
Ab und an bekomme ich schmerzliche Bläschen an der Nasenspitze, die auch unschön aussehen und für die mein Hausarzt keine Therapie wusste. Also konsultierte ich einen Hautarzt. Der brauchte keine 30 Sekunden für die Diagnose, Rosacea (Säufernase!), und verschrieb mir eine Salbe, die auch sehr wirksam ist. Bei Bedarf lasse ich sie mir immer wieder verschreiben.




























Nur einen Zahnarzt habe ich noch nie gebraucht. Aber: Was nicht war kann ja noch werden ...h

Dienstag, 22. März 2016

REHA - Ein Erfolgserlebnis!



Nach einem Schuss vor den Bug, wie einen Schlaganfall, geht es erst einmal um Feststellung der Schäden und dann um deren Reparatur. In einem sehr aufschlussreichen Vortrag über die Mechanismen des Gehirns, brachte die Ärztin anschaulich die Auswirkungen eines Schlaganfalls zu Gehör. Normalerweise denkt man über die Gehirnfunktionen ja nicht nach, Hauptsache es funktioniert einwandfrei und der Körper reagiert auf die Reize der einzelnen Gehirnregionen mit entsprechenden Aktionen. Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht wie viele "Schaltungen" notwendig sind, damit ich auch nur ein Auge öffnen und ein Bild sehen kann. Jetzt wo ich es weiß, denke ich zwar nicht andauernd darüber nach, aber ich bin mir meines Körpers bewusster und seine Abhängigkeit vom Gehirn.
Beim Schlaganfall, der mich ja mitten im Schlaf traf und den ich als solchen gar nicht registrieren konnte, werden einige, bei manchen Menschen mehr bei anderen weniger, dieser Schaltungen zerstört, Hirnzellen sterben ab und der Körper kann dort nicht mehr reagieren, wo die Befehle ankommen müssten, die ein Bein, einen Arm oder andere Bereiche dazu befähigen würden zu funktionieren. Ich wusste ja, dass ich vom Bettrand aufstehen wollte und tat es auch ohne zu ahnen, dass ich es nicht können würde. Dem Bein fehlte die Aufforderung zu stehen und es knickte einfach weg. Es fehlte nicht die Kraft zu stehen, die hatte ich am Abend noch, es fehlte die Fähigkeit diese Kraft einzusetzen. Der Bereich meines Hirns, der dies ermöglicht hätte, war abgestorben.
Dass der Mensch nur 10% des Gehirns nutzt und der Rest darauf wartet aktiviert zu werden ist Quatsch. Es gibt aber Bereiche im Hirn die weniger gefordert werden als andere und diese "stille Reserve" kann, wenn entsprechend animiert, so trainiert werden, dass sie Aufgaben unterstützt oder übernimmt, die vorher nicht von ihr angefordert und voll ausgenutzt wurden.
Ich hatte Glück. Mit einiger Anstrengung konnte ich stehen und dann auch wieder gehen, allerdings nur stark hinkend. Wie kompliziert die Zusammenwirkung von Hirn und Muskeln ist kann ich jetzt ahnen, nachdem ich gelernt habe, jeden Schritt bewusst zu setzten, den Fuß abrollen zu lassen, nicht schleppen.
Diesem "wieder Erlernen" bekannter Abläufe dient die Physiotherapie. Wie komplex die einzelnen Körperpartien miteinander vernetzt sind wurde mir erst bewusst, als ich Muskelkater in Muskeln bekam die ich vorher gar nicht zur Kenntnis genommen hatte, von deren Existenz ich nichts ahnte und die ich nicht in den einfachen Vorgang des "Gehens" involviert sah. Diese "Aufmerksamkeit" der Körperteile erlangt man durch einfache Übungen die kein anderes "Gerät" benötigen als den Körper. Kraft und Ausdauer kann man mit Maschinen aufbauen nachdem man Körpergefühl und -bewusstsein erlernt hat. Es war eine wunderbare Erfahrung die ich machen durfte, als mein linkes Bein nach und nach immer "empfindlicher" wurde, ich es also wieder normal spürte und nicht bei jedem Schritt auf den Vorgang und Ablauf des Gehens achten musste.
Es liegen noch einige Reha-Tage vor mir, die ich bewusst nutzen werde, um meine volle Mobilität wieder zu erreichen. Meine Nacken- und Schultermuskulatur ist/war so total verspannt, dass sich dies auf meine ganze Körperhaltung auswirkte. Inzwischen kann ich den Kopf wieder so weit drehen, dass ich mir über die Schultern blicken kann. Das war mir jahrelang nicht möglich! Mein herzlicher Dank gilt den Physiotherapeutinnen, die mich motiviert und unterstützt haben. DANKE!


Selbstverständlich ist es nicht damit getan, die Reha hinter sich zu bringen und dann wieder in alte Schemata zurück zu fallen. Ich werde wohl weiter arbeiten müssen, um meinem Körper zu zeigen, dass ich ihn mag.

Sonntag, 6. März 2016

Von Süchten und unzeitgemäßen Träumen


Warum ich mit der Überlegung aufwachte, ob die Mehrzahl von Sucht, Suchten sei, ist mir ein Rätsel.
An dem Traum, den ich kurz zuvor hatte, konnte es nicht liegen, der fand nämlich auf einem Weihnachtsmarkt statt. Und das kurz vor Ostern. Es handelte sich übrigens um keinen gewöhnlichen Weihnachtsmarkt, sondern um einen höchst merkwürdigen und das lag nicht daran, dass alle Besucher schwarz gekleidet waren, das fand ich ganz normal und das ist ja auch kein Wunder, wenn man in das gegenwärtige Straßenbild schaut. "Trist ist in" was die Mode betrifft.
Na ja, die allgemeine Weltlage ist schließlich auch nicht zum Jubeln. Nur Angela Merkel freut sich über die vielen Flüchtlinge und dass dadurch billige Arbeitskräfte nach Europa kommen. Für sie besteht die Welt doch nur aus "Arbeitsplätze", zumindest ist das das Wort das am häufigsten von ihr zu hören  ist.
Zurück vom Arbeits- auf  den Weihnachtsmarkt. An der ersten Bude, die ich übrigens, wie alle anderen auch, einige Zentimeter über dem Boden schwebend passierte, wurde Anti-Stress-Likör aus Hagebutte angeboten. Meine Frage, ob es das auch als Schnaps gäbe, wurde negative beschieden. Danach versuchte mir ein Rauschgoldengel in russischer Tracht mit einer komplizierten Spitzenhaube einen Luftballon auf den ein Weihnachtsbaum gemalt war zu verkaufen. Dazu gab es ein kleines Fläschchen Helium. "Baum schwebt" sagte der Engel. Ich nahm ihn ihr nicht ab.
An einem anderen Stand umarmte eine Frau einen ganzen Berg von Kleidungsstücken  und fragte die Verkäufern: "Warum kaufe ich das denn überhaupt?" Die Gefragte steckte eine weiße Hand in das Bündel, wühlte eine Weile darin herum und befummelte schließlich eine Bluse. "Die wird sie  sehr glücklich machen." flötete sie mit süßer Stimme. Die Käuferin blickte entzückt. "Und was ist mit dem Rest?" wagte ich zu fragen. Die Esoterische mit der weißen Hand schoss mir einen Dolchblick zu und zischte: "Hau ab! Du Anti-Aura-Spasti!!"
So etwas wird man nur in Träumen genannt ...
Zuletzt schwebte ich auf einen Presslufthammer zu, der von dem Mann bedient wurde, der erblindet war, nachdem er sich im Knast einen Tintenbleistift in beide Augen gestochen hatte. Das tat er auf Anraten eines Knastbruders mit langjähriger Erfahrung, der sagte: "Das ist völlig ungefährlich, Du kommst nur eine Woche oder zwei auf die Krankenstation. Dann siehst Du wenigstens 'mal was anderes." Inzwischen sah er, wie gesagt, gar nichts mehr und bediente auf normalen Weihnachtsmärkten eine Drehorgel. Hier nun spielte er mit dem Presslufthammer laut dröhnend "Stille Nacht, heilige Nacht." ... Daran bin ich aufgewacht. Allerdings war es nicht das  Geräusch eines Presslufthammers (heute ist Sonntag!) das mich weckte, sondern die Klospülung meiner Nachbarin, die immer mit einem lauten Knall abschaltet.



























Jetzt aber zum Thema Sucht und Suchten. Mir war schon klar, auch noch im Halbschlaf, dass es Süchte heißt, aber wie das so ist zwischen Tag und Traum, fragte ich mich dann, warum die Mehrzahl von Frust nicht Früste heißt und warum es für Leder überhaupt keine Mehrzahl gibt, ganz zu schweigen von Frust, wo mich doch durchaus mehrere solche plagen. ... Ja ... und von Sucht kam ich dann logischerweise (?) auf Blutdruck messen ...
Dass Blutdruckmessen süchtig machen kann, weiß ich seit ich wegen meines Schlaganfalls (die  Entlassung aus dem Krankenhaus liegt heute 31 Tage zurück. Das erkenne ich an den ASS Blisterkärtchen, denen ich jeden Tag eine Aspirin-Tabllette zur Blutverdünnung entnehme. Tage zählen kann auch zur Sucht werden!) in Reha bin. Dort ist das erste das man machen muss das Messen des Blutdrucks und das Resultat auf einem Zettel zu notieren, der in einen roten Kasten gesteckt wird. Nachdem bei mir ein "viel zu hoher!" (die Stimme der Stationsschwester wurde beinahe schrill!) Blutdruck registriert war und ich postwendend ein Medikament dagegen bekommen hatte, wurde mir ein mehrmaliges Messen pro Tag verordnet. Morgens, vormittags, nachmittags und am Abend. Schon am zweiten Tag beobachtete ich bei mir ein erhöhtes Begehren nach Blutdruckmessung.


Jedes Mal wenn ich mich in dem Raum befand, in dem das Gerät seinen Standort hat, sah ich mich von dem Bedürfnis bedrängt die Manschette anzulegen und den Schmerz des Pumpens an meinem linken Oberarm erwartungsvoll und schließlich den ganzen Arm befriedigend zu ertragen. Anfangs hatte ich noch ein schlechtes Gewissen, hauptsächlich wegen der vielen Zettel die ich, pflichtbewusst ausgefüllt, in den roten Kasten warf. Nachdem ich aber von den Pflege- und Verwaltungspersonen nicht gerügt wurde, habe ich das Blutdruckmessen zu einer meiner Therapie-Einheiten erklärt. Ich ging sogar so weit, der Ärztin vorzuschlagen, ein Seminar über den Blutdruck abzuhalten. Es gibt ja schon welche über das "vom Schlaganfall geschädigte Hirn" und über "Alltagsdrogen" (Alkohol und Zigaretten) die zu Sucht und Schlaganfall führen können. (Dieses verließ ich mit den Worten: "Jetzt schnell einen Schnaps und eine Zigarette.") Warum also nicht eine "Einführung in den Blutdruck"? Das würde mich wirklich interessieren!
Übrigens habe ich mich schon im Internet über Blutdruck-Messgeräte schlau gemacht. Die sind gar nicht soooo teuer wie ich dachte und man kann sie sich sogar zuschicken lassen. Ich werde allerdings demnächst zu Saturn oder Mediamarkt gehen und mir die Dinger 'mal ansehen. Schließlich bin ich ja nicht ewig in Reha und wer kümmert sich dann um meinen Blutdruck? Diese Frage erhöht nicht nur meine Früste!

Dienstag, 1. März 2016

Mehr von der Reha


Eigentlich sehe ich ja "gesund" aus und wenn man unter "krank" lediglich eine Grippe oder, schlimmstenfalls, eine tödlich verlaufende Lungenentzündung sieht, dann fehlt mir nichts. Dass ich körperlich aber nicht topfit, ja nicht einmal fit bin, merke ich  seit 8 Tagen mehr und mehr! Vom Krafttraining her wusste ich ja, dass eine starke Rückenmuskulatur Rückenschmerzen lindert, wenn auch nicht ganz verhindert. Wahrscheinlich lag das daran, dass Training dort zu sehr auf Geräte ausgerichtet war. Jetzt ist das einzige "Gerät" mein Körper: die Muskeln werden durch Anspannung und Entspannung angeregt und plötzlich "spüre" ich sie, die vorher gar nicht da waren. Es ist ein etwas ungewohntes aber angenehmes Gefühl. Als Nebeneffekt gelingt es mir jetzt wieder meinen Kopf so weit nach rechts und links zu drehen, dass ich mir über die Schultern blicken kann und die Verspannungen im Nacken, verursacht durch die verkrampfte Haltung mit der ich dem Tremor gegenzusteuern versuche, lassen nach. Zugegeben, das hat mit den Folgen des Schlaganfalls nichts zu tun, aber als Bonus nehme ich es gerne an!
Selbstverständlich gibt es auch verschiedene Geräte um Muskulatur und Kraft in Armen und Beinen aufzubauen. Ich war nur 7 Tage im Krankenhaus und hatte danach das Gefühl Watte in den Knien zu haben. Es war mir unmöglich meine Hosen im Stehen anzuziehen, da mir die Kraft um Balance zu halten fehlte. Inzwischen kann ich schon wieder auf einem Bein stehen, links besser als rechts, ohne gleich umzukippen.




























Die Räume sind groß und luftig. (Außer der Patienten-Dusche, Herren, die sehr klein und eng ist und in der eine Anti-rutsch Matte fehlt. Gleich bei der ersten Benutzung glitt ich so aus, dass nur die Enge der Duschkabine einen Sturz verhinderte. Ich sah mich schon mit Knochenbrüchen im Krankenhaus liegen und anschließend wieder in der Reha. Das wäre ein Teufelskreis der besonderen Art!) Es gibt auch Tischfußball und eine Ping Pong
Platte für die Patienten, die gerne spielend etwas für ihre Mobilität tun wollen.




























Dass mir das Essen schmeckt habe ich schon erwähnt und auch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des gesamten Personals, auf der kulinarischen wie auf der therapeutischen Ebene. Die Kantine ist ein freundlicher, "warmer" Raum.


























Zwischen den Therapie-Einheiten bleibt immer wieder Zeit eine Pause einzulegen in der man den Blutdruck misst und dann einfach los lässt. Da kommt es schon manchmal vor, dass plötzlich Schnarchgeräusche zu hören sind ...




























Wichtig sind die Visiten beim Arzt/der Ärztin. Dort berichtet man über gefühlte Fortschritte, oder den Mangel solcher, passt die Therapien den Bedürfnissen an und, in meinem Fall, versucht den Blutdruck in den Griff zu bekommen. Auf dem Gebiet mache ich auf jeden Fall Fortschritte, muss allerdings jeden Tag Medikamente einnehmen, die bisher, zum Glück, keine Nebenwirkungen zeigen.
Bei der gestrigen Visite kam eine eventuelle Verlängerung der Reha zur Sprache. Da ich das Gefühl habe, dass ich langsam wieder ein normales Körpergefühl bekomme, wobei sich die linke Hand und das linke Bein noch leicht "pelzig" anfühlen, wünsche ich mir, dass die Krankenkasse ihre Einwilligung gibt. Ich bin gespannt und voll Hoffnung!



Dienstag, 23. Februar 2016

Reha - Bringt das was?


Aus dem Loch, in das ich fiel als ich den Schlaganfall hatte, muss ich herauskommen, das ist klar. Nachdem ich aber wieder einigermaßen "unbehindert" gehen konnte, war die erste Hürde zur Normalität schon genommen. `Brauche ich also überhaupt Reha?´ fragte ich mich.
"Rehabilitation", das hört sich so nach `etwas Bösem bezichtigt werden und nun das Gegenteil beweisen müssen´ an. Wem soll ich denn beweisen dass ich "der Alte" bin, der vor dem Schlaganfall?
Die Antwort ist ganz einfach: Mir selber!
Letzten Donnerstag war der erste von 15, von der Krankenkasse bewilligten, Rehatagen. Dabei ging es allerdings nur um das Kennenlernen des Hauses und seiner Einrichtungen, sehr großzügig angelegt und gut überschaubar, und um die ärztliche Untersuchung. Diese war sehr gründlich und fallbezogen. Ich war sehr zuversichtlich danach und durfte dann wieder nach Hause. Dabei stellte ich fest, dass ich, wenn ich den Heimweg zu Fuß mache, 127 Stufen nach oben und 182 Stufen nach unten gehen muss. Stuttgart ist nun einmal eine "Stäffelestadt"! Insgesamt sind es 2 ½ Kilometer, die schaffe ich, trotz derzeitigem Handicap, in 20 Minuten. Morgens fahre ich allerdings mit dem Bus, sonst komme ich k o in der Klinik an, weil es dann ja 182 Stufen nach oben wären!
Am Freitag ging es dann gleich zur Sache. Die Anwendungen sind breit gefächert, von psychologischer Unterstützung, von der ich nichts halte, bis zur Klärung von sozialen Fragen. So erfuhr ich heute bei der Beratung, dass ich keinen Anspruch auf einen Behinderten-Ausweis habe, so lange ich noch so selbstständig für mich sorgen kann, wie es derzeit der Fall ist. Na, ehe ich meine Freiheit aufgebe, verzichte ich gerne auf die Vergünstigungen eines Schwerbehinderten!



































Das ist der Behandlungsplan für drei Tage dieser Woche. "Sperrzeit" ist die Zeit vor dem ersten Termin, die man zur Anreise nutzen kann/muss. Das sind bei mir ca. 20 Minuten, je nachdem wie ich den Omnibus erwische. Zu Fuß brauche ich auch 20 Minuten. "Mobilisierung" bedeutet das Nutzen von Krafttrainings-Geräten, in die man einmal eingewiesen wird und die man dann im "Eigentraining" bedient. Bei mir sind das Geräte zur Balance-Stabilisierung, Stärkung der Beine, Arme und des Rückens und zur Erhöhung der Ausdauer.  Die meisten Geräte kenne ich schon vom Krafttraining aus meiner jüngeren Vergangenheit. (Siehe die Kapitel über Kieser-Training.) Nur das "Balance-Brett" ist mir völlig neu.
Übrigens musste ich mir neue "Turnschuhe" kaufen (54.99 €, reduzierter Preis.) Auch die Hose ist neu. (Jetzt bin ich am Überlegen ob ich, nach Abschluss der Reha, nicht wieder zu "Kiesern" anfangen soll. So gerät man ganz nebenbei in einen Teufelskreis!).



Die einzelnen Therapie-Sitzungen dauern meist eine halbe Stunde. Viele, ja, die meisten, sind körperlich anstrengend. (Ich hatte schon seit Jahren keinen Muskelkater mehr, jetzt weiß ich wieder wie unangenehm er ist!) Es gibt aber auch Übungen am PC: Zur Ermittlung des Reaktionsvermögens, des Gesichtsfelds, der Assoziation und so weiter. Andere betreffen die Feinmotorik der Hände. Da der essentielle Tremor allerdings keine solche zulässt, wurden diese Übungen aus meinem "Stundenplan" gestrichen und durch "Beinarbeit" ersetzt.
Es ist also nicht so, dass man da 15 Tage lang faul herumsitzt und aufs Mittagessen wartet. Das gibt es übrigens von 12 - 13 Uhr. Es gibt 2 Menüs, eines vegetarisch, Veganer können einen großen Salatteller bekommen. Das Essen ist, für meinen Geschmack, sehr gut! Es wird in der eigenen Kantine gekocht, in die man bei der Essenausgabe Einblick hat. Hier möchte ich auch gleich einmal ein ganz großes Lob an das gesamte Personal aussprechen. Nichts von der Ruppigkeit mancher Pfleger/innen im Krankenhaus! (Wobei dort die mit Migrationshintergrund die angenehme Ausnahme bildeten!) Aus Rücksicht auf meinen Tremor, werde ich zum Essen begleitet, man trägt mein Essen (wenn sonst niemand da ist, macht es der Küchenchef persönlich), das ich auf meinen Wunsch hin in einer Schüssel serviert bekomme, an den Tisch an dem ich sitzen möchte. Das ist meist einer an dem sonst niemand sitzt. Stress vermeiden ist ein Prinzip hier! Zwar wird das Umfeld des Gebäudes zur Zeit neu gestaltet, aber zum Glück hält sich der Baulärm in Grenzen.





























Wie aus dem Wochenplan ersichtlich ist, habe ich morgen eine "Externen Arzttermin". Das heißt, dass ich morgen das Gerät zur 24 Stunden Messung von Herz und Blutdruck beim Kardiologen angelegt bekomme. Der Termin ist um 8:45 Uhr. Da lege ich jetzt eine Pause ein und gehe schlafen. Ich bin kein freudiger Frühaufsteher ...