Dienstag, 1. März 2016

Mehr von der Reha


Eigentlich sehe ich ja "gesund" aus und wenn man unter "krank" lediglich eine Grippe oder, schlimmstenfalls, eine tödlich verlaufende Lungenentzündung sieht, dann fehlt mir nichts. Dass ich körperlich aber nicht topfit, ja nicht einmal fit bin, merke ich  seit 8 Tagen mehr und mehr! Vom Krafttraining her wusste ich ja, dass eine starke Rückenmuskulatur Rückenschmerzen lindert, wenn auch nicht ganz verhindert. Wahrscheinlich lag das daran, dass Training dort zu sehr auf Geräte ausgerichtet war. Jetzt ist das einzige "Gerät" mein Körper: die Muskeln werden durch Anspannung und Entspannung angeregt und plötzlich "spüre" ich sie, die vorher gar nicht da waren. Es ist ein etwas ungewohntes aber angenehmes Gefühl. Als Nebeneffekt gelingt es mir jetzt wieder meinen Kopf so weit nach rechts und links zu drehen, dass ich mir über die Schultern blicken kann und die Verspannungen im Nacken, verursacht durch die verkrampfte Haltung mit der ich dem Tremor gegenzusteuern versuche, lassen nach. Zugegeben, das hat mit den Folgen des Schlaganfalls nichts zu tun, aber als Bonus nehme ich es gerne an!
Selbstverständlich gibt es auch verschiedene Geräte um Muskulatur und Kraft in Armen und Beinen aufzubauen. Ich war nur 7 Tage im Krankenhaus und hatte danach das Gefühl Watte in den Knien zu haben. Es war mir unmöglich meine Hosen im Stehen anzuziehen, da mir die Kraft um Balance zu halten fehlte. Inzwischen kann ich schon wieder auf einem Bein stehen, links besser als rechts, ohne gleich umzukippen.




























Die Räume sind groß und luftig. (Außer der Patienten-Dusche, Herren, die sehr klein und eng ist und in der eine Anti-rutsch Matte fehlt. Gleich bei der ersten Benutzung glitt ich so aus, dass nur die Enge der Duschkabine einen Sturz verhinderte. Ich sah mich schon mit Knochenbrüchen im Krankenhaus liegen und anschließend wieder in der Reha. Das wäre ein Teufelskreis der besonderen Art!) Es gibt auch Tischfußball und eine Ping Pong
Platte für die Patienten, die gerne spielend etwas für ihre Mobilität tun wollen.




























Dass mir das Essen schmeckt habe ich schon erwähnt und auch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des gesamten Personals, auf der kulinarischen wie auf der therapeutischen Ebene. Die Kantine ist ein freundlicher, "warmer" Raum.


























Zwischen den Therapie-Einheiten bleibt immer wieder Zeit eine Pause einzulegen in der man den Blutdruck misst und dann einfach los lässt. Da kommt es schon manchmal vor, dass plötzlich Schnarchgeräusche zu hören sind ...




























Wichtig sind die Visiten beim Arzt/der Ärztin. Dort berichtet man über gefühlte Fortschritte, oder den Mangel solcher, passt die Therapien den Bedürfnissen an und, in meinem Fall, versucht den Blutdruck in den Griff zu bekommen. Auf dem Gebiet mache ich auf jeden Fall Fortschritte, muss allerdings jeden Tag Medikamente einnehmen, die bisher, zum Glück, keine Nebenwirkungen zeigen.
Bei der gestrigen Visite kam eine eventuelle Verlängerung der Reha zur Sprache. Da ich das Gefühl habe, dass ich langsam wieder ein normales Körpergefühl bekomme, wobei sich die linke Hand und das linke Bein noch leicht "pelzig" anfühlen, wünsche ich mir, dass die Krankenkasse ihre Einwilligung gibt. Ich bin gespannt und voll Hoffnung!



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