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Sonntag, 10. Januar 2016

Klimawandel?


Ich ging gestern am Nachmittag, es war wohl schon mehr gegen Abend, im Wald spazieren. Dabei fiel mir auf, dass das vergangene Jahr, wie so viel Vergangenheit, Braunes hinterlassen hat. `Ob das etwas zu bedeuten hat?´ fragte ich mich. Aber ich bekam keine Antwort. Also ging ich weiter und ließ das Braune hinter mir.

Es spielt in diesem Bericht auch keine Rolle mehr, aber als Einstieg fand ich es sehr dekorativ! Das oben gezeigte Bild finde ich sehr eindrucksvoll ...
Auf dem Hinunterweg, bisher ging es immer bergauf oder höchstens einmal so Halb-Eben-Geradeaus, kam ich in die Weinberge. Der Weg dort ist sehr schön und manchmal gibt es viele Spaziergänger. Aber an diesem Nachmittag, ja beinahe Abend, befand sich kein Mensch auf dem Weg.

Ich schritt also unbesorgt bergab, so ungefähr 10 Minuten lang. Kein Mensch begegnete mir, weder entgegenkommend, noch mich überholend.
Da überkam mich ein dringendes öffentliches Bedürfnis. Ich bin inkontinent und da geht das schnell! Also stellte ich mich in eine Nische in den Steinmauern und erleichterte mich. Und während dieser kurzen Zeit kamen 5, in Worten FÜNF, Menschen hinter mir vorbei.
Jetzt frage ich: ist das normal? Zuvor niemand auf weiter Strecke und jetzt FÜNF kurz hintereinander?
Für mich ist das ganz klar eine Folge der Klima-Erwärmung!
Es gibt keine andere, rationale Erklärung dafür. Ich schließe die Relativitätstheorie aus. Wer kann schon mit ein paar Buchstaben und einem = etwas erklären?

Ich sage jetzt einmal "Gute Nacht", aber in Zukunft werde ich mehr darauf achten wer mich beim öffentlichen Pinkeln stört und dann, wenn ich ein System dahinter entdecke, werde ich das dem Wetteramt melden!

Mittwoch, 2. September 2015

Es herbstet



Kein Scheiß: Von Vorgestern auf Gestern ein Temperatursturz von 15°C, von prallster Sonne auf Dauerregen. Ist das normal? Da stellt sich allerdings die Frage: ist Wetter überhaupt "normal"? Es vollzieht sich ja quasi von selbst und ohne Plan. Das perfekte Perpetuum Mobile! Zwar zuverlässig was die Bewegung angeht, aber völlig chaotisch im Aussehen. Dabei ist es gerade die Äußerlichkeit des Wetters, die uns Menschen interessiert, der Motor brummt so oder so.
In diesem Zusammenhang ist es unvermeidbar auf den "Klimawandel" zu sprechen zu kommen. Wir erinnern uns alle, wir Älteren, mit wieviel Hohn und Spott das Wort überzogen wurde, als es aufkam. Wann war das? Was haben die damals gesagt? Wissenschaftliche Spinner! Inzwischen laufen die Eisbären von Alaska bis Grönland händeringend auf immer kleiner werdenden Eisplatten herum. Hat eigentlich jemand schon überlegt, dass wir bald Flüchtlinge aus ganz anderen Regionen als aus den arabischen Staaten und armen EU Ländern bei uns erwarten müssen. Denkt überhaupt jemand an die Natur als Immigrationsfaktor? Wer nimmt die Inuit auf (früher nannte man sie Eskimos) Wohin fliehen die Bewohner versinkender Südseeinseln? Die Weltbevölkerung wächst und wächst schneller als die Schuldenberge der Länder in denen sie auf Pump leben. Und das alles hängt mit dem Wetter zusammen. Denkt mal darüber nach.
Ich gehe in letzter Zeit oft in die Wilhelma. Das ist ein botanisch- zoologischer Garten in Stuttgart. Die Vielfalt der Pflanzen und Tiere, bis hin zu den Insekten, ist beeindruckend. Und beängstigend!


Wann werden wir durch Parks schlendern und ausgestorbene Menschenrassen bewundern? Man wird ihnen ein "artgerechtes Ambiente" errichten (ein Hohn!) und sie werden wie die Pinguine leben: angestarrt, gehänselt und unverstanden. Welcher Inuit möchte sich schon bei 38°C im Schatten, künstlich berieselt und gekühlt, in einem Beton-Igloo verkriechen und sich anhören wie die Besucher lachend sagen: "Die ficken jetzt."




















































































Diese Tiere verstehen es immer noch, trotz aufgezwungener und sehr auffälliger Markierung, Würde und Stolz auszustrahlen. Aber man darf ihnen nicht zu lange in das Auge schauen mit dem sie uns aufmerksam betrachten. Darin liegen Zweifel, Verzweiflung, Angst, auch Wut und die Frage: "Wie lange noch?" Und diese Frage gilt der Menschheit.
Möge uns das Wetter gnädig sein!






























Ich wünsche uns allen, Mensch und Tier, einen wunderschönen Herbst!









Dienstag, 25. November 2014

"Love is in the air ..."


An diesen schnulzigen alten Schlager musste ich gestern Abend denken, als ich, nach dem, wieder einmal ergebnislosen, Besuch beim Augenarzt auf dem Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs stand. Es war zwar erst 17 Uhr, aber schon Kuhnacht, was auch an dem dichten Hochnebel lag, der am Nachmittag aufgezogen war. Der Himmel war "wie ein schwarzes Tuch" (Cal Orff, Der Mond) über die Stadt gebreitet.

Es gab keinen zwingenden Grund für mich, auf den Turm zu fahren, andererseits hatte ich auch nichts anderes vor ... Es war kalt. Ich wollte nur ein paar Fotos machen, wobei ich wusste, dass sie, bei den herrschenden Lichtverhältnissen mit dem iPad mini aufgenommen, nicht von bestechender Qualität sein würden. Siehe oben. Und unten.




























Hiermit habe ich geschickt ins Bild gebracht, worum es in diesem Kapitel geht. Nämlich um das Gitter, das den Turm suizidsicher macht. Seit einigen Wochen ist es nämlich Mode, daran, wie an ähnlichen Gittern in anderen Städten (Paris!), Vorhängeschlösser anzubringen, sofern man als liebendes Paar den Turm besucht. (Wenn das so weitergeht, wird man bald nur noch Schlösser sehen und keine Aussicht. Das Gitter ist sehr hoch!)
Auf der Plattform waren, außer mir, ein junger Mann und eine junge Frau, die sich auf Englisch unterhielten. Er hatte einen leichten Akzent, sie nicht. Ich stand daneben und fotografierte und konnte gar nicht anders als mitzuhören. Die Beiden hatten sich ganz offenhörig eben erst kennen gelernt. Er erklärte ihr nämlich gerade, was die Vorhängeschlösser symbolisieren. Ob seine Erklärung stimmt, kann ich nicht beurteilen, ich hielt das einfach für einen sinnlosen Gag.
Angeblich steht jedes Schloss für einen Treueschwur: Ewige Liebe - so lange das Schloss dort hängt! Folgerichtig fragte die junge Frau, sie war noch sehr jung, ob denn das Schloss entfernt werden müsse, wenn das mit der Treue nicht funktioniert habe. Eigentlich schon, antwortete er. 
Mir war aufgefallen, dass sie sich während des Gesprächs näher gekommen waren und vermutete, dass sie sich schon unten kennen lernten und er dann den Vorschlag machte, den Turm zu besuchen, um ihr die Schlösser zu zeigen. (Früher war es die Briefmarkensammlung. Jaja, die Zeiten ändern sich. Seufz.)
Plötzlich gab ein Handy Töne von sich. Ich habe keins. Es war seins. Automatisch trat er einen Schritt beiseite.
"Hallo Liebling!° rief er erfreut ... Deutsch war seine Mutterssprache.
Es folgte eine schäkernde Erklärung dass er noch "geschäftlich aufgehalten" worden sei, "ein sehr wichtiges Gespräch" und, ja, er habe daran gedacht den Fisch mitzubringen und es würde einfach ein bisschen später werden. "Küsschen ... Bis gleiheich!" Er hatte eine leichte Hinterkopfglatze, ganz so jung war er also nicht mehr.
Inzwischen war ich leicht in den Hintergrund getreten, zeigte keinerlei Interesse an den beiden und fotografierte die öde, neu entstehende Stadtlandschaft neben den durch Stuttgart 21 langsam ganz verschwindenden Gleisen. Siehe unten.


Die junge Frau verstand kein Deutsch, das wurde mir klar, als sie seine Entschuldigung und dass ein Kollege, der noch arbeite, eine Auskunft haben wollte, ohne Einwände hinnahm. Ich zog mich noch weiter in den Hintergrund zurück, der Turm bietet dazu genügend Platz und auch Winkel. Gut, ich gebe zu, das war indiskret, aber inzwischen zu interessant um einfach weg zu gehen.
Er wandte sich ihr wieder zu und, nachdem er sich unbeobachtet glaubte, trat er hinter sie. Es kam zu Körperkontakt, dem sie nicht auswich, sogar eher noch entgegenkam. Sein vorderer Unterleib rieb sich wiegend ... dann bin ich gegangen. Es war ja ganz offensichtlich, warum die zwei auf den Turm gefahren waren. Ein Schloss sah ich sie allerdings nicht anbringen.
Ich entschloss mich, nicht den Aufzug zu nehmen, sondern die lange, schmale Wendeltreppe nach unten zu gehen. Dabei dachte ich an die Kälte auf dem Turm und dass der November doch gar nicht die Zeit für Frühlingsgefühle ist, der oben erwähnte Schlager ging mir durch den Kopf und dann dachte ich, dass wahrscheinlich der Klimawandel an allem Schuld ist. 
Auf jeden Fall bestand für den Fisch in seinem Rucksack keine Gefahr!
Ich war heute noch einmal auf dem Turm und habe ein paar Bilder gemacht, nur dammit niemand glaubt ich würde das alles erfinden!























































Übrigens habe ich mich kurz mit einer sehr netten jungen Frau am Info-Desk des Turms unterhalten und sie klärte mich über den Zweck und Sinn des Gitters auf dem Turm auf. Von wegen Suizidverhinderung, das wäre das kleinere Übel, das käme so gut wie nie vor, nein: Es ist der Müll den manche Turmbesucher über die Brüstung zu entsorgen pflegten!
"Schöne neue Welt, die solche Bürger trägt!" (Shakespeare, Der Sturm, wurde am 1. November 1611 uraufgeführt)

Bald hängt ein neues Schloss am Gitter! ...