Wohin gehen wir in den Sekunden die uns vom Schlaf trennen? Welcher letzte oder erste Gedanke schafft die Bilder, die sich so lebendig ins Bewusstsein drängen? In Fernseh-Dokumentationen heißt es nach solch grundsätzlichen Fragen, die unbedingt eine Antwort verlangen:
"Wir wissen es nicht und werden es wahrscheinlich nie erfahren."
Dieser frustrierenden Aussage habe ich nichts hinzu zu fügen.
"Wir wissen es nicht und werden es wahrscheinlich nie erfahren."
Dieser frustrierenden Aussage habe ich nichts hinzu zu fügen.
Ich sah Figuren des Wartens. Dass mich das Thema "Warten" in letzter Zeit konkret beschäftigt ist ja bekannt, also ist der Anlass für die "Erscheinungen" zumindest geklärt. Allerdings habe ich nie über die Formen des Wartens nachgedacht, und diese drängten sich mir an diesem Morgen auf. Eine habe ich, noch im Halbschlaf, aufgezeichnet, dementsprechend sieht sie aus.
Es ist "Das ungeduldige Warten". Eine männliche Gestalt, ohne Gesicht, in ein schwarzes Gewand gehüllt, (auch der Kopf ist bedeckt) mit einem schwarzen Skateboard in der Hand. Er geht unruhig auf und ab, hin und her, das Board immer am ausgestreckten Arm. Er befindet sich auf einem weißen Hintergrund, als wäre er auf Papier unterwegs, (wie die anderen Erscheinungen auch) wirft keinen Schatten und redet ständig.
Analog dazu fiel mir nachher der Mann ein, der im Wartebereich der Augenklinik mit seiner Frau telefonierte, es ging um "kleine, blaue Pillen", und kein Ende finden konnte, als hätte er große Angst vor der Einsamkeit danach.
Als nächstes erschien "Das geduldige Warten", dessen Sinn mir Anfangs nicht so richtig aufgehen wollte. Es war eine aus Golddraht ständig wachsende "Maschine" mit unendlich vielen Zahnrädern, wie die in einem Uhrwerk. Eine Frau, ganz weiß gekleidet, war mit der Maschine beschäftigt, ohne sie zu "bedienen", vielmehr beobachtete sie deren Wachstum und berührte sie nur hin und wieder ganz sanft, beinahe zärtlich. Der Gedanke ging mir auf: die Maschine ist die Geduld und nur das "ewig Weibliche" im Menschen bringt sie auf. Tut mir Leid, wenn das nicht allgemeine Zustimmung findet, aber, wie gesagt, es war ein Traumbild. Ich habe erst gar nicht versucht es zu malen.
Aber ich musste an die Frau denken, die in der Augenklinik ständig mit sich selber sprach, als würde sie sich schützend in ein feingesponnenes Netz aus Worten hüllen.
Danach sah ich "Das hoffnungsvolle Warten". Es überraschte mich kein bisschen, dass es ein grünes Pflanzenwesen war, aus dessen üppigem Blattgeflecht sich ständig bunte Blüten hervorschoben, die rasch wieder verblühten und abfielen. Damit konnte doch nur mein Hibiskus gemeint sein, mit dem ich mich in den letzten Tagen mehr als sonst beschäftigt hatte. Mein Unterbewusstsein arbeitete auf Hochtouren! Wobei es der Pflanze mehr als schmeichelte!! Siehe unten.
"Das verzweifelte Warten" erschien in Flammengestalt: zuckend, sich windend, tanzend, wachsend, schwindend, männlich und weiblich, jung und alt zugleich. Ich hatte den Eindruck, dass der weiße Papierhintergrund Feuer fangen und zu Asche zerfallen müsste, alles Existierende auslöschend. Es geschah nicht, aber das Gefühl der Erwartung und der Panik war spürbar.
Vielleicht geisterte da das Bild einer rothaarigen Frau, die sich vor einer Tafel mit Hinweis auf das Rauchverbot eine Zigarette anzündete, das ich erst vor einigen Tagen fotografierte, durch mein Gedächtnis ...
Dann schlug die Uhr im Schlafzimmer sehr laut und mahnend die zehnte Stunde und ich war endlich wach.
Jetzt frage ich mich, ob es wirklich nur diese vier Formen des Wartens gibt. Und warten Tiere? Können sie `Warten´ empfinden, als frustrierendes Nichtereignis wie wir? Werde ich die Antworten jemals erfahren? Ich bin gespannt und warte.
Jetzt frage ich mich, ob es wirklich nur diese vier Formen des Wartens gibt. Und warten Tiere? Können sie `Warten´ empfinden, als frustrierendes Nichtereignis wie wir? Werde ich die Antworten jemals erfahren? Ich bin gespannt und warte.
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