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Samstag, 28. Januar 2017

Was ist ein Augenblick im Angesicht der Ewigkeit?


Diese Frage stellte sich heute meiner Seele, als ich die "Eisskulpturen" vor meinem Küchenfenster, in den vergangenen kalten Nächten gefroren und von mir am nächsten Morgen spontan gestaltet, beim Schmelzen beobachtete.
Und dann kam mir der Gedanke, dass selbst die Ewigkeit in solchen Augenblicken den Atem anhalten muss.



























Und von selbst landete ich mit diesen Erinnerungen wieder bei Goethe, Faust: "... wenn ich zum Augenblicke sage: `Verweile doch, Du bist so schön´." So arbeiten die Gedanken eben, zumindest bei mir: vernetzt mit meinem erinnerten Leben und dem was ich weiß.
Aber was weiß ich von der Ewigkeit? Nicht "über" sie, keine wissenschftliche Erkenntnis, sondern "von" ihr, was teilt sie mir persönlich über sich mit? Die Antwort liegt in diesen Bildern sich minimalst verändernder Eiskristalle. Ich sehe nicht in ihre Strukturen, ihren von Anfang an sehr zerbrechlichen, der Temperatur anvertrauten Aufbau, ich erkenne nur ihren Zerfall in den langsam fallenden Tropfen.



























Wie lange wird dieses hauchdünne Netzwerk aus Kristallen noch in der Lage sein die Last ihrer Gestalt zu tragen?
Und in diesen Prozess des Vergehens hineinversetzt frage ich mich, wann wohl der "Augenblick" gekommen sein wird, an dem ich die Ewigkeit bitte den Atem kurz anzuhalten.

Was weiß ich jetzt von der Ewigkeit? Nichts was ich nicht schon vorher über sie wusste: dass ich ihr anvertraut bin und sie mir. Wir tropfen gemeinsam!





















































Der Tropfen ist gefallen ...

Mittwoch, 19. November 2014

Augenblick

Was ist ein "Augenblick"? Ein Lidschlag, mehr nicht. Das ist zwar nicht was Goethe meint, wenn Faust zu Mephisto sagt: "Werd ich zum Augenblicke sagen:/ Verweile doch, Du bist so schön!/ Dann magst Du mich in Fesseln schlagen,/ Dann will ich gern zugrunde gehn!", weil es sich dabei doch  wohl eher um einen emotionalen Moment handelt und diese dauern meistens länger als ein Wimpernklimpern.
Mir geht es aber genau darum im Prinzip und speziell um den ersten "Augenblick" am frühen Morgen. Darüber habe ich mir vor dieser ganzen, miesen Augengeschichte nie Gedanken gemacht. Da war der Blick ungetrübt und sah alles scharf. Es sei denn, es war so früh am Morgen, dass das Zimmer noch ganz im Dunkeln lag. Dann, wenn das Licht von draußen, trüb und dick wie flüssiges Stearin um den Vorhang herumsickert, haben die Dinge noch keine definitive Kontur, keine klare Zeichnung, sind nur dunklere Schatten im Schattendunkel. Ich versuche das mit einem Bild zu demonstrieren, obwohl ich meine Beschreibung eigentlich demonstrativ genug finde.

Keine Form, keine Farbe stört die Wahrnehmung des nicht "Sichtbaren". So habe ich früher gesehen und so sehe ich das heute noch. Deshalb mag ich diesen "Augenblick" jetzt mehr als früher!
Genug der Einleitung. 
Gestern war es wieder so weit:




























Es ergab sich nichts Neues. Der Augendruck ist weiterhin zu hoch, also Tropfen, Tropfen, Tropfen. Der Arzt war nur mit seiner Sprechstundenhilfe unzufrieden, weil diese mir einen so späten Termin gegeben hatte. Anscheinend wäre es wichtig gewesen, das gelaserte Auge am Tag nach der OP, also am 12. November, zu kontrollieren, weil da der Druck stark ansteigen kann. 
Kein Wunder, dass ich wieder einmal weißen Nebel sah! Aber vorbei ist erledigt. 
Für den Tag nach der nächsten Lasersitzung, am 2. Dezember, ließ er mich sofort einen Termin vereinbaren. Verwundert war er darüber, dass ich "umgekippt" war und ließ sich sogar erklären warum (Siehe das vorhergehende Kapitel "Warten und hoffen ..."). Ich glaube er hat es begriffen. Mal sehen ob es etwas nützt.