Mittwoch, 19. November 2014

Augenblick

Was ist ein "Augenblick"? Ein Lidschlag, mehr nicht. Das ist zwar nicht was Goethe meint, wenn Faust zu Mephisto sagt: "Werd ich zum Augenblicke sagen:/ Verweile doch, Du bist so schön!/ Dann magst Du mich in Fesseln schlagen,/ Dann will ich gern zugrunde gehn!", weil es sich dabei doch  wohl eher um einen emotionalen Moment handelt und diese dauern meistens länger als ein Wimpernklimpern.
Mir geht es aber genau darum im Prinzip und speziell um den ersten "Augenblick" am frühen Morgen. Darüber habe ich mir vor dieser ganzen, miesen Augengeschichte nie Gedanken gemacht. Da war der Blick ungetrübt und sah alles scharf. Es sei denn, es war so früh am Morgen, dass das Zimmer noch ganz im Dunkeln lag. Dann, wenn das Licht von draußen, trüb und dick wie flüssiges Stearin um den Vorhang herumsickert, haben die Dinge noch keine definitive Kontur, keine klare Zeichnung, sind nur dunklere Schatten im Schattendunkel. Ich versuche das mit einem Bild zu demonstrieren, obwohl ich meine Beschreibung eigentlich demonstrativ genug finde.

Keine Form, keine Farbe stört die Wahrnehmung des nicht "Sichtbaren". So habe ich früher gesehen und so sehe ich das heute noch. Deshalb mag ich diesen "Augenblick" jetzt mehr als früher!
Genug der Einleitung. 
Gestern war es wieder so weit:




























Es ergab sich nichts Neues. Der Augendruck ist weiterhin zu hoch, also Tropfen, Tropfen, Tropfen. Der Arzt war nur mit seiner Sprechstundenhilfe unzufrieden, weil diese mir einen so späten Termin gegeben hatte. Anscheinend wäre es wichtig gewesen, das gelaserte Auge am Tag nach der OP, also am 12. November, zu kontrollieren, weil da der Druck stark ansteigen kann. 
Kein Wunder, dass ich wieder einmal weißen Nebel sah! Aber vorbei ist erledigt. 
Für den Tag nach der nächsten Lasersitzung, am 2. Dezember, ließ er mich sofort einen Termin vereinbaren. Verwundert war er darüber, dass ich "umgekippt" war und ließ sich sogar erklären warum (Siehe das vorhergehende Kapitel "Warten und hoffen ..."). Ich glaube er hat es begriffen. Mal sehen ob es etwas nützt.

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