In einer Sendung des WDR wurde von Forschungen berichtet, die zu dem Ergebnis kamen, dass man mit Milchsäure "tote" Nervenzellen "reparieren" kann, sie also "wiederbeleben", wie mit Mund-zu-Mundbeatmung. So ähnlich. Die Methode ist ja Wurscht, das Ergebnis zählt.
"Betroffene reagieren skeptisch." Und trotzdem klammern sie sich an einen Strohhalm, an die Hoffnung "die stirbt zuletzt". Ich frage mich ganz nebenbei, wieviel Hoffnung auf Rettung ein Ertrinkender hat, der sich an einen Strohhalm klammert. Ein Wissenschaftler rückt diese Hoffnung dann wirklich in den Bereich des Strohhalms:
Wenn er sagt: ",,, keinen positiven Einfluss auf das Risiko an Parkinson zu erkranken.", dann muss sich der schon daran Erkrankte fragen, ob er sich überhaupt noch Hoffnung machen darf. Oder soll er jetzt doch lieber auf Koffein umsteigen und täglich 10 Tassen Kaffee trinken?
Welchen Sinn haben solche Berichte? Am Ende der 2.49 Minuten wird gezeigt, dass der "Betroffene" sich linksdrehenden Joghurt und noch nicht ganz reife Pflaumen gekauft hat. Ach so, ja, "frühreifes Obst" enthält auch einen Wirkstoff der abgestorbene Zellen reaktiviert.
Und hier kommt mein großes Interesse an diesem Strohhalm ins Spiel. Bei meinem Glaukom-Anfall sind Zellen des Sehnervs abgestorben. Daran besteht kein Zweifel, ich kann es sehen. Vielmehr sehe ich, dass ich im linken unteren Bereich des rechten Auges nur noch einen grauen Fleck sehe, der das "Allgemeinsehen" dahingehend behindert, dass ich beim Fokussieren Schwierigkeiten habe und vieles nur verschwommen wahrnehme. Das verursacht Unsicherheit beim Gehen, weil der Boden unter den Füßen "verwabert", wie eine im Hitzeflimmern verschwimmende Landschaft, und so sich der "Wahrnehmung" entzieht. Diese Unsicherheit, die sich mit der Zeit, also je länger ich gehe, sehr verstärkt, hindert mich daran längere Wanderungen zu machen und beschränkt auch die Dauer normaler Spaziergänge.
Also machte ich mich googelnd über "Griechischen Joghurt" schlau, der ist linksdrehend und das ist absolute Vorbedingung, wenn die Milchsäure die Nerven zum Wiedererwachen animieren soll. Wie auch immer man "linksdrehend" verstehen soll, wichtig dafür ist das Bacillus bulgaricus ... das ist eine lange, aber interessante, Geschichte, die man in Wikipedia unter Joghurt lesen kann. Das Wort ist übrigens türkischen Ursprungs.
Wo bekomme ich Griechischen Joghurt? In meiner Nachbarschaft leben hauptsächlich Türken. Aber, dachte ich, wenn die Türken den Joğurt mehr oder weniger erfunden haben, dann muss es doch auch in einem türkischen Supermarkt Joghurt mit Bacillus bulgaricus geben. Ich machte mich sofort auf den Weg. Leider vergaß ich eine Brille mit zu nehmen. Zwar kann ich seit meiner Augenoperation inzwischen wieder ohne Brille Zeitung lesen, oder diesen Blog schreiben, aber das "Kleingedruckte" ist dann doch nicht lesbar. (Noch nicht? Am 3. 9. wird das linke Auge operiert. Wer weiß ...) Ich griff mir also eine Joghurt Becher mit türkischem Namen. Zuerst versuchte ich noch irgendwo im Minitext ein B auszumachen, aber vergeblich. Das Mädchen an der Kasse, sie war wirklich noch keine "junge Frau" (sehr hübsch, nicht "verschleiert") half mir schließlich, konnte aber auch kein Bacillus bulgaricus entdecken, sehr zu ihrem Bedauern.
"Na ja," sagte ich voller Zuversicht, "dieser Joghurt ist doch in der Türkei hergestellt, dann wird er schon die richtigen Bazillen enthalten."
"Nein." antwortete sie. "Der Joghurt wird in Deutschland produziert."
Ich blickte überrascht und erstaunt und fragte: "Echt?"
Sie bestätigte es und konnte meine Verwunderung nicht so richtig verstehen, das sah ich ihr an.
`Dritte Generation´, dachte ich, `die Zeit schreitet fort´.
Sie schrieb dann den Namen des Bacillus auf und versprach, den Joghurt Lieferanten bei seinem nächsten Vorbeikommen danach zu fragen. Sie würde zwar nicht da sein, aber ihrer Kollegin Bescheid sagen. Das hat mich sehr beeindruckt.
`Wenn es irgendwo in Stuttgart griechischen Joghurt gibt, dann in der Markthalle.´ dachte ich. Dort gibt es griechische, türkische, italienische, ungarische, pakistanisch-indische, französische, spanische, schweizer und deutsche Spezialitäten. Ich entschied mich gleich für den ersten Stand an dem griechische Wimpel hingen.
"Haben Sie griechischen Joghurt?" fragte ich, ein bisschen verlegen, die hübsche junge Frau hinter den Verglasungen.
"Aber ja." antwortete sie und zeigte auf eine Schüssel in der Vitrine.
Da stand ganz einfach "Joghurt" und "100g 1€" und "10% Fett". Da würde ich meinen Diätplan ändern müssen!
Ich war müde und brachte nicht die Energie auf nach dem Linksdrehen und Bacillus bulgaricus zu fragen.
"Fünfhundert Gramm, bitte." sagte ich.
...
Ich aß ihn in drei Portionen, so viel Disziplin muss sein. Er schmeckte verrücklich gut!!!
Beim nächsten Besuch in der Markthalle verglich ich dann die Preise an zwei verschiedenen Ständen. Am griechischen waren es weiterhin 1 Euro für 100 Gramm. Das ist nicht billig! Am türkischen Stand waren es nur 65 Cent für 100 Gramm. Da schlug ich zu und kaufte gleich ein Kilo.
Wie lange er im Kühlschrank halten würde, fragte ich.
"Ca. eine Woche." antwortete die hübsche junge Frau ...
Ich kann nix dafür, dass sie alle jung und hübsch sind!
Er hielt natürlich keine Woche, dafür schmeckte er viel zu gut.
"Da muss Disziplin her", sagte ich mir, "auch beim Einkauf."
Zuerst durchforstete ich das Joghurt Angebot im Bonus Supermarkt um die Ecke, wo ich gewöhnlich einkaufe. Aber da waren die Bakterien nur thermophil und völlig unbulgarisch. Also ging ich zum Mutterkonzern, zu Edeka, auch nicht weit entfernt und sah mich um. Wer hätte gedacht, dass es so viele Joghurt Hersteller gibt?!
Und wer würde glauben, dass ich schon wieder keine Brille dabei hatte!?
Warum nimmt der Produktname und der des Herstellers so viel Platz auf einem Etikett ein und warum ist das wirklich Wichtige so winzig gedruckt? Eine gute Frage, die ich vor mich hinseufzte, während ich einen Joghurt Becher in meiner Hand hin und her drehte.
"Das frage ich mich auch immer." sagte eine blonde Frau neben mir, die einen Eisbecher in der Hand hatte. Sie war weder jung noch hübsch und ob sie wirklich blond ist, wage ich in Frage zu stellen.
Ich erklärte ihr mein Dilemma mit den Bacterium bulgaricus und dem Kleingedruckten und dass ich keine Brille dabei habe.
"Ja ja" sagte sie mitfühlend, "mir geht es genau so."
Da wollte ich schon aufgeben und dann: BINGO! sprang mich das was ich suchte förmlich an. Griechischer Joghurt in Hülle und Fülle, im 200 Gramm Becher, aus Kuhmilch und aus Schafsmilch hergestellt in Griechenland! Und natürlich mit L. Bulgaricus und S. Thermophilus. Halleluja!
Jetzt hoffe ich, dass auch drin ist was drauf steht. Ich habe den Vorrat, gemischt Kuhmilch, Schafsmilch, für 8 Tage gekauft, dann muss ich ja in die Klinik ...
Der Schafsmilch-Joghurt hat übrigens nur 4,5% Fett, dafür ist er zwar weniger cremig, aber lebendiger im Geschmack. Ich werde ihn auf meinen täglichen Speiseplan setzen, auch wenn mein Sehnerv sich nicht darum kümmert. Nachdem ich das alles hier geschrieben habe und er mitgelesen hat, weiß er auf jeden Fall Bescheid. Vielleicht klammert er sich ja an den Strohhalm?!
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