Samstag, 30. August 2014

Ist Hoffnung falsch? - Ein Nachgedanke zum Joghurt



In dem Bericht des WDR über die Entdeckung Dresdener Wissenschaftler, dass Milchsäure "tote" Nervenzellen wieder beleben könne, was für an Parkinson Erkrankte einen Hoffnungsschimmer bedeute. Die Erkrankten selber sind sich durchaus bewusst, dass diese Hoffnung gering ist, aber "die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt eine Betroffene. So weit so gut.
Jetzt frage ich mich: Ist es nötig, dass der Parkinson-Experte der Bonner Uni-Klinik zusätzlich vor "falscher Hoffnung" warnt? Seine Argumente sind fundiert und stichhaltig, das bezweifle ich nicht, aber muss man eine Bombe auf ein Gebäude werfen, das noch gar nicht gebaut ist? Hoffnung, ganz gleich wie groß, ist immer sehr zerbrechlich und sollte nicht ohne Grund zerstört werden. Die Dresdener haben ja nicht gesagt: Juhu! Parkinson war gestern, heute ist Joghurt! Sie haben nur berichtet, dass ihre Entdeckung verblüffend ist und Hoffnung machen könne. Hoffnung ist ja immer auf die Zukunft ausgerichtet. Die Fakten des Bonner Professors basieren auf Ergebnissen der Vergangenheit (ich füge das Bild hier noch einmal ein).



Allerdings ist es eine Frage des Journalismus, ob man zwei so gegensätzliche Positionen in einem Beitrag verbindet. Genau genommen hat die Dresdener Entdeckung mit den Bonner Fakten so lange nichts zu tun, bis der Befragte dazu gezielt Stellung bezieht und nur zu negativen Ergebnissen kommt. Das nennt man dann "vor falscher Hoffnung warnen" und "erste Euphorie dämpfen". 



Nötig ist das nicht. Joghurt ist allemal gesund! Und in die Zukunft "falsche" Hoffnung haben ist besser als vor Fakten resignieren, die sich schon morgen als "falsch" erweisen können.

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