Wer Venedig kennt, und liebt wie ich, weiß was ich meine. Der Ort ist die Hülle, die Stadt ist der Zauber, die Erscheinung ist die Seele. Was sich daraus bildet ist ein atmender, lebendiger Organismus. Sich in diesem zu bewegen, bewusst zu bewegen, ist eine Offenbarung! Mit jedem Schritt spürt man Leben, mit jedem Atemzug stirbt und wird man wieder geboren. Wer Glück hat lernt dieses Gefühl wenigstens einmal im Leben kennen. Ich habe, nach Venedig, endlich Istanbul kennen gelernt.
Nun ist meine Seele zerrissen.
Wie ist das möglich? Bei meinem ersten Venedigbesuch vor 49 Jahren überraschte mich die Tatsache, dass eine Stadt eine solche Wirkung haben kann völlig. Die zweite Reise dorthin unternahm ich, um zu testen, ob der erste Eindruck nicht nur durch das Neue, eine Stadt die über dem Wasser schwebt, entstanden war. Nein, das Gefühl bestätigte sich. Danach war ich dann ein Süchtiger, dessen Droge Venedig hieß.
Keine billige Droge, die man sich täglich leisten kann, höchstens einmal im Jahr. Und es war nicht der "Kick" der Sehenswürdigkeiten, Markusplatz, Dogenpalast, Seufzer- und Rialtobrücke, sondern das Behagen im Angekommen-Sein. Die Gewissheit des Sich-Kennens. Damit beschreibe ich die Wirkung von Drogen sicher zu euphorisch, zu positiv, aber ich nehme an, dass Sucht nur durch solche Erlebnisse entstehen kann. Auf jeden Fall kreist seither Venedig in meinem Blut, ist aus mir nicht mehr zu "entziehen".
Ich war 26 Jahre jung.
Und jetzt also Istanbul.
In wenigen Monaten bin ich 76 Jahre alt.
Ist das die letzte Liebe, die man im Alter noch einmal mit aller Leidenschaft erlebt? Habe ich das Glück sie erleben zu dürfen? Das hoffe ich! Es wäre eine Liebe, die nicht enttäuscht werden kann, das weiß ich aus Erfahrung. Äußerlichkeiten mögen sich ändern, Venedig heute ist nicht die Stadt von gestern, aber ihre Magie ist unverändert. Vielleicht waren es die ersten drei, vier Tage in Istanbul, die ja vom Regen beherrscht wurden, die die erste Verzauberung bewirkten. Die dunstverschleierte, sich sichtbar bewegende Luft, die allen Bildern die scharfen Konturen nimmt und das Gefühl, dass eine wunderbare Essenz die Haut benetzt und durch diese in den Körper eindringt. Das Rieseln und Rauschen der Regentropfen auf den Blättern des Feigenbaumes im Hof. Das ist die Musik die ich höre, wenn ich an Istanbul denke und das Fallen und Klingen der Wassertropfen in der Yerebatan Zisterne, deren Wände nicht zu existieren scheinen, die sich in Dunkel auflöst.
Wie ist das möglich? Bei meinem ersten Venedigbesuch vor 49 Jahren überraschte mich die Tatsache, dass eine Stadt eine solche Wirkung haben kann völlig. Die zweite Reise dorthin unternahm ich, um zu testen, ob der erste Eindruck nicht nur durch das Neue, eine Stadt die über dem Wasser schwebt, entstanden war. Nein, das Gefühl bestätigte sich. Danach war ich dann ein Süchtiger, dessen Droge Venedig hieß.
Keine billige Droge, die man sich täglich leisten kann, höchstens einmal im Jahr. Und es war nicht der "Kick" der Sehenswürdigkeiten, Markusplatz, Dogenpalast, Seufzer- und Rialtobrücke, sondern das Behagen im Angekommen-Sein. Die Gewissheit des Sich-Kennens. Damit beschreibe ich die Wirkung von Drogen sicher zu euphorisch, zu positiv, aber ich nehme an, dass Sucht nur durch solche Erlebnisse entstehen kann. Auf jeden Fall kreist seither Venedig in meinem Blut, ist aus mir nicht mehr zu "entziehen".
Ich war 26 Jahre jung.
Und jetzt also Istanbul.
In wenigen Monaten bin ich 76 Jahre alt.
Ist das die letzte Liebe, die man im Alter noch einmal mit aller Leidenschaft erlebt? Habe ich das Glück sie erleben zu dürfen? Das hoffe ich! Es wäre eine Liebe, die nicht enttäuscht werden kann, das weiß ich aus Erfahrung. Äußerlichkeiten mögen sich ändern, Venedig heute ist nicht die Stadt von gestern, aber ihre Magie ist unverändert. Vielleicht waren es die ersten drei, vier Tage in Istanbul, die ja vom Regen beherrscht wurden, die die erste Verzauberung bewirkten. Die dunstverschleierte, sich sichtbar bewegende Luft, die allen Bildern die scharfen Konturen nimmt und das Gefühl, dass eine wunderbare Essenz die Haut benetzt und durch diese in den Körper eindringt. Das Rieseln und Rauschen der Regentropfen auf den Blättern des Feigenbaumes im Hof. Das ist die Musik die ich höre, wenn ich an Istanbul denke und das Fallen und Klingen der Wassertropfen in der Yerebatan Zisterne, deren Wände nicht zu existieren scheinen, die sich in Dunkel auflöst.
Dahinter verbergen sich Sehnsucht und Verlangen. Die Liebe zu einer Stadt. Istanbul.
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