Mit den Insider Tipps ist das so eine Sache. Entweder sie haben ein wirklich sehenswertes Ziel, oder aber ein "was soll's" Erlebnis am Ende. Mir gefiel das Pantokrator Kloster, nicht etwa weil es am Sonntag so kurz vor der Mittagszeit tatsächlich geöffnet und zu besichtigen ist, was nicht der Fall war! sondern weil der Weg dorthin nicht uninteressant ist.
Deshalb sollte man, egal aus welcher Richtung man kommt, bis zur Metro Station Aksaray, oder zur Tram Station Yusufpascha (ich schreibe das jetzt einfach mal auf "Deutsch", sonst hieße es Yusufpaşa) fahren. Von dort geht man zur Horhor Straße (Caddesi), kann einen Tee im Hor Hor Café trinken und dann gemütlich die Straße nach oben zum Park auf dem Hügel schlendern. Also Zeit sollte man schon haben, Istanbul im Laufschritt ist wie Durchfall während einem Galadinner. Im Park kann man sich die Schuhe putzen lassen und dabei, während man auf die geputzten Schuhe wartet, wieder einen Tee trinken. Die "Teestation" ist eine etablierte "Fliegende", wie so vieles in dieser Stadt.
Dann überquert man die Macar Kardeşler Caddesi, (siehe Stadtplan oben) eine sehr stark befahrene, querverlaufende Hauptverkehrsader in diesem Stadtteil. Es gibt Ampeln, aber ... wir sind in Istanbul und ich glaube nicht, dass es Bußgeldbescheide gibt für das Überqueren einer Straße bei Rot. Sonst müssten hier Dauerbußgeldbescheide ausgestellt werden!
Jetzt wird es patriotisch. Ich habe zwar nicht herausgefunden, was das Denkmal darstellt, aber der springende Reiter erinnerte mich irgendwie an ein Schachspiel, das ich übrigens nicht spiele. Interessierte können ja auch das googeln. Übrigens war die Gruppe der drei rechts vom fliegenden Reiter sitzenden Herren mit Bannern und Parolen "dekoriert", die jemand entfernte solange ich dort war. Er verbot mir das Fotografieren mit strengem Blick ... na ja, ich hatte schon vorher "geknipst".
Dann erreicht man das Ende der Horhor Caddesi und den Aquädukt, der wie ein Riegel über dem Hügel liegt. Dahinter ist Altstadt pur.
Ein baumbeschatteter Platz, rechts eine kleine Moschee, links Speiselokale, in der Mitte ein Streifen mit plätschernden Brunnen, an denen blökende Lämmer ihren Durst löschen, die dann, nur wenige Schritte weiter, dem Metzger ans Messer geliefert werden ... Es folgt eine Straße der Fleischhauer und Gewürzhändler, Vegetarier sollten vom Atatürk Bulvarı aus (siehe Karte) zum Ziel gelangen. Übrigens habe ich mich dort, angesichts der vielen Messer und Hackebeile, des Fotografierens enthalten. Ist aber sehr sehenswert! Orient pur!!!
"Spektakulär" ist Pantokrator nicht unbedingt und eigentlich ist es noch eine große Baustelle, weil der Moscheenkomplex, in den das Kloster einstmals umfunktioniert wurde, auch restauriert wird. Natürlich nicht am Sonntag. So hat man eine Oase der Ruhe plötzlich ganz für sich. Ich sage ja, Geheim Tipp! Zu Füßen liegt die Galata Brücke und gegenüber Sultanahmet. Leider kann man kein einziges Foto machen, ohne die Plexiglasscheiben. Was soll's. Das Café serviert besten Türkischen Kaffee!
Aus dem Gewitter, das man oben mehrfach im Anzug sieht, wurde übrigens nichts. Überhaupt sind Regenschauer, solange es nicht Dauerregen ist, immer nur kurz und es ist weniger anstrengend, wenn man sich ihnen einfach ausliefert, als vor ihnen davon zu laufen.
Man kann, sofern man möchte, auch einen kleinen Umweg machen und die Fatih Camii besuchen. Das ist die größte Moschee im Stadtbezirk Fatih, in dem, ich wiederhole mich, die meisten strenggläubigen Moslems Istanbuls wohnen. Die Mosche wurde/wird zur Zeit auch renoviert und restauriert und verdient Beachtung. Den Innenraum habe ich nicht betreten ... das mache ich beim nächsten Besuch.
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