Posts mit dem Label Landschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Landschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 24. März 2014

Ich geh vor die Hunde.


Nicht wirklich, eher vor den Hunden und das jeden Tag. Hundespaziergang nennt man das.
So schnell bin ich noch nie zum Thema gekommen! 

Das sind Kiri und Isshin. Sie sind beinahe gleichaltrig, 12, wenn mich nicht alles täuscht, ich kann mir das einfach nicht merken. Isshin ist im April geboren, Kiri im Juni, aber auch dafür übernehme ich keine Garantie. Mit Zahlen stand ich schon immer auf Kriegsfuß. Vielleicht liegt es daran, dass sie bei mir keine Bilder hervorrufen und ich denke nun mal in Bildern. (Im "Digitalen Zeitalter" sind Bilder ohne Zahlen gar nicht mehr vorstellbar. Also denke ich wohl noch analog.) Zwar fand ich Geschichte ein faszinierendes Schulfach, aber da sie von Zahlen und durch sie lebt, verschließt sie Großteils vor mir. Da kann man nichts machen. Ich nehme an, dass es für dieses Defizit in meiner Intelligenz einen Fachausdruck gibt, wie Legasthenie oder ähnliches, und dass ich in der heutigen Zeit ein ärztliches  Attest für meine Zahlenschwäche bekäme, das diese entschuldigt. So habe ich lediglich schlechte Noten in Geschichte und Rechnen, diese Fächer hießen während meiner Schulzeit so, als Belege dafür vorzuweisen. Man wird immer entweder zu früh oder zu spät geboren.
Wie dem auch sei, es ändert nichts am täglichen Ritual des Hundespaziergangs. Und es ist ein Ritual, wenn auch keins in eisern festen Formen. Zuerst wird die Leckerli Dose befüllt. Das ist gar nicht sooo einfach wie es sich liest, wenn man weiß, dass zwei Katzen unbedingt dabei sein und ihren Anteil abbekommen wollen. Samir und Tamino kennen keine Grenzen wenn es um Aufdringlichkeit geht. Beim Kleinschneiden der Hühnermägen oder -herzen, muss man ständig aufpassen, dass keine Katzenzunge oder ihr Schwanz dazwischen kommt.


Bisher ging alles gut, auch wenn es auf dem zweiten Bild aussieht, als hätten sie keine Schwänze mehr. Allerdings muss ich auf jeden Fall einige Kleinteile für sie beiseite legen und ihnen anbieten, nachdem ich mich für den Spaziergang angezogen habe. Die Hunde sind dann schon ganz aufgeregt und wollen hinaus, aber die Katzen würden liebend gern mit gehen! Also gebe ich ihnen die Fleischstückchen und seh zu dass ich hinaus komme, ehe sie sie verputzt haben. Und das geht schnell!!

Hier beginnt das Draußen

Der Weg ist immer der gleiche. Zumindest bis zur Weggabelung ca. 300 Meter die Rue Principale hoch. Da kann man sich für rechts, zu den Feldern und Wiesen, oder links zum Wald entscheiden. Wenn es nicht tagelang geregnet hat, schlägt man meist den Weg nach rechts ein. Bei Regenwetter sind die Feldwege allerdings nur zu empfehlen, wenn man die Hunde gerne von Lehm und anderen Erdanhaftungen reinigt. 

Man stelle sich diesen Weg nach drei Tagen Dauerregen vor.

Landschaftlich ist die Gegend wohl unter "lieblich" einzustufen. Nichts Schroffes oder allzu Flaches, wie der Norden des Staates Indiana, USA, wo ich als 17jähriger 3 Monate auf einer Farm arbeitete. Dort ist es so flach, dass ein Maulwurfhaufen als Erhebung bezeichnet werden kann. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier wechseln Hügel und Täler einander ab, als hätte Gott Langeweile gehabt als er  sie schöpfte. Lieblich eben, ohne unnötige Schnörkel. Den Hunden gefällt es so wie es ist und auch ich finde es ganz in Ordnung. Ein paar Beispiele:

















































Wie gesagt: Felder und Wiesen und im Tale das traute Dörflein. Wie diese neueste NASA Studie , von der ich neulich las, darauf kommen kann, dass sich die Menschheit auf ihren Abgang aus der Erdgeschichte vorbereiten muss, ist mir angesichts dieser Bilder ein Rätsel. Na ja, nicht wirklich … Ich hänge mal ein noch paar schöne Bilder an, wer weiß, wie lange es das noch gibt in Zeiten des Klimawandels, Resourcenschwunds, der Überbevölkerung und Rap-Musik.















































Über die Wiesen geht es zum Wald, immer in der Hoffnung, dass keine Rehe oder Hasen ins Blickfeld der Hunde kommen, obwohl die zusätzliche Bewegung zumindest den Hunden nicht schadet.

































































































Der Waldspaziergang ist, meiner Meinung nach, noch schöner und ich glaube, für die Hunde auch interessanter. Mehr Bäume! Seltsamerweise begegnen wir im Wald viel weniger Wild als auf freier Flur. Was die Hunde wahrscheinlich bedauern, ich aber begrüße.























































Manchmal sieht man sogar noch seltene Wildblumen, ehe sie von der nächsten "naturverbundenen" Wanderperson abgerissen oder ausgegraben werden.




























Dann sind wir wieder zuhause. Es folgt die Fütterung. Ich habe den Eindruck, dass es den Hunden nichts ausmachen würde, wenn es ohne vorherigen Spaziergang Futter gäbe und eigentlich gehen sie ja nur wegen der Leckerli mit. 
Danach sucht jeder einen Platz auf dem Sofa und meditiert. Es sind immer die üblichen Verdächtigen die sich da einfinden.





























Und irgendwann freuen wir uns auf den nächsten Spaziergang!

















Mehr oder weniger ...

Montag, 8. Juli 2013

Das 17. Kapitel geht an den Strand

Ist "Strand" das gleiche wie "Beach"? Eigentlich nicht. Wie komme ich auf diese Frage? Ich wollte mich über die Wortherkunft von Strand informieren, einfach so, weil ich neugierig bin und das Internet auf alle Fragen eine Antwort hat, oder sogar mehrere, was manchmal recht verwirrend sein kann. Auf jeden Fall kommt das Wort "Strand" aus dem Nordgermanischen, wo es "Strond" hieß und mit dem Altenglischen "Strand" verwandt ist, was "langgestreckter Streifen" bedeutet. So wanderte es in den deutschen Sprachraum ein und geht wahrscheinlich auf die gleiche indogermanische Wurzel zurück wie Stern, Strahl, Straße und streuen. Wer hätte das gedacht? Und wen interessiert das? Okay, es fällt in die gleiche Kategorie wie "Gottes Unterwäsche" (siehe das Kapitel über Kofferpacken), aber Wissen kann ja nicht schaden ...

"Typisch Menschen! Wieder mal alle Liegen belegt!"

Über Mangel an Strand kann man sich hier nicht beschweren. Er ist lang und breit und besteht hauptsächlich aus Sand, es sei denn, dass stürmisches Wetter die See so aufwühlt, dass Kies an Land geworfen wird, was in den Wintermonaten oft der Fall ist.
Ich lasse jetzt aber Bilder sprechen:

Kiesaufschüttung nach einem Unwetter.



Vor Sonnenaufgang. "Morning has broken like the first morning ..."

Winterliches "Hochwasser" schwemmt immer wieder Sand weg, wie man am Volleyballnetz sieht. Im Sommer ist Sand bis zum Steg.




Wintersonne und "Stormy weather", erlebte Schönheit.


Wettlauf mit der Flut.



Wie wäre es mit Wasservolleyball?

Oder doch lieber angeln?
Aber ...
Sonnenbrille nicht vergessen!

Und hier noch etwas Treibholz, vom Meer geschliffen: Design wunderschön!



Da wären dann noch die Steine ...



Eines steht fest: am Strand lernt man Sehen!

Samstag, 22. Juni 2013

Das 16. Kapitel sieht sich die Hotelumgebung an


Was wusste ich von "Der Türkei" ehe ich sie das erste Mal besuchte? Dass es sie gibt. Aus, mehr nicht. Na ja, dass dort Muslime leben und dass türkische Männer generell Bärte haben und gut aussehen und türkische Frauen viel schreien ... aber das wusste ich von einem türkischen Mann, der deswegen nach Deutschland auswanderte. (Ich fragte ihn, ob sie denn psychisch krank gewesen wäre, aber er sagte: "Nein, türkische Frauen sind so. Immer schreien, schreien, schreien." Ich dachte, er war ja nur mit einer verheiratet, das muss also nicht pauschal verstanden werden ...) Da war dann noch diese Sache mit dem EU Beitritt, der nie zu klappen scheint, weil die Menschenrechtsauffassung der Türken nicht mit der der "Europäer" kompatibel ist. ... Also, ehrlich gesagt, finde ich das mit dem Taksim Platz in Istanbul auch echt krass. Wasserwerfer und Tränengas gegen Menschen, die verhindern wollen, dass man ein Stück Heimat einfach unterbaggert, nur um ein Einkaufszentrum mit internationalen Investoren zu bauen, die sich einen Scheiß um die Türkei, Istanbul und die Türken scheren. Es zählt nur was zahlt! Stuttgart 21 lässt grüßen, auch mit Wasserwerfern und Pfefferspray! Istanbul ist gleich um die Ecke, nicht nur wenn es um Menschenrechte geht! Hallo Frau Merkel, AUFWACHEN!




Aber das ist ja nicht mein Thema in diesem Kapitel. Hier möchte ich, in Bildern, das Umfeld des Hotels Royal Wings zeigen, hier unten in der Bildmitte.



























Meerseite des Hotels, der Steg an einem Abend im Mai 2012

Es liegt auf dem Küstenstreifen südöstlich von der "Innenstadt" Antalya, und ist Teil des Stadtteils Muratpaşa, heißt Lara, Kundu und ... ein Dolmuşfahrer mit sehr guten Deutschkenntnissen, versuchte es einem Fahrgast aus Hamburg zu erklären. Der hat es genau so wenig begriffen wie ich. Die Hotels liegen, ziemlich dicht gedrängt, zwischen Meer und Straße.





dahinter ist ... die Türkei?




Es ist eine fremd anmutende, beinahe surreale Welt, beinahe ein anderer Planet, wenn man die Hotellandschaft betrachtet und die Bauwerke die in ihrem Umfeld stehen. Es hat einen Modell-Charakter, als würden hier Möglichkeiten entworfen für irgend eine andere Realität. Der Bauschutt, der die Straßenränder säumt, scheint von Ereignissen zu stammen, die noch in der Zukunft liegen. Viele der  wie Pilze aus dem Boden schießenden Hochhäuser sind noch gar nicht bewohnt, oder werden schon wieder umgebaut, Türen herausgebrochen und Fenster zugemauert, kaum dass der Außenanstrich getrocknet ist.


Noch vor nicht all zu langer Zeit war hier ein großes Sumpfgebiet, von unzähligen Fröschen bevölkert, die Nachts ihre "Gesänge" erschallen ließen. Ein paar hundert Meter weiter hat sich an diesem Zustand nichts geändert.



Es ist allerdings eine "Narren Freizone" für Architekten. Nirgendwo sonst trifft man auf so viele Türme, Türmchen, Kuppeln und Gewölbe wie hier. In einem Bauwerk sind Kathedrale, Palast, Sternwarte und Hauptbahnhof homogen verschmolzen zu einer Fantasie aus "Tausend und eine Nacht". Las Vegas lässt grüßen, nur dass dort die Pools nicht mit Müll gefüllt sind. Allerdings handelt es sich hier um Regenwasser. Der Pool, er gehört nicht zum Hotel, ist noch nicht "in Betrieb".

Als Fan von Science Fiction Filmen kommt man sich hier ganz zuhause vor. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass im nächsten Moment ein Raumfahrzeug landen wird und Bewohner ferner Galaxien, a la "Star Wars", sich in der Hotelhalle einfinden. Auch an die endlosen Weiten mancher Bilder von S. Dali werde ich erinnert, Landschaften in denen spinnenbeinige Elefanten und brennende Giraffen ziellos herumirren und überhaupt nicht deplatziert wirken.

Es ist kaum vorstellbar, was mit diesen "Behausungen" passieren würde, wenn die Touristen ausblieben. Auch die Wohnblocks würden überflüssig, in denen übrigens fast keine/r der Hotelangestellten wohnt, weil die Infrastruktur nicht stimmt. Es gibt keine Schulen, Kindergärten oder Einkaufsmöglichkeiten für den alltäglichen Bedarf. Nur Apotheken und Boutiken, Uhren und Viagra an jeder Ecke. Wohnen wollte ich, ehrlich gesagt, hier nicht! Allerdings war, als ich im April abreiste, die Moschee schon beinahe im Rohbau fertiggestellt. Vielleicht ändert sich ja dann etwas, wenn sie ihre Tore öffnet. Es leuchtet ein, dass sie notwendig ist, wenn man bedenkt, wie viele Gäste aus arabischen Ländern hier Urlaub machen. Auf dem Foto fehlt noch die Kuppel, die sich ein paar Tage später zwischen den Hauptpfeilern wölbte.


Eine Landschaft im Umbruch zu erleben, wie man es hier kann, ist spannend. Vieles verändert sich, manches geht verloren. Hinter den Hotels hat sich schon der Alltag eingestellt, wie wir ihn von zuhause gewohnt sind. Ist das gut? Wird es die Zukunft aufwerten?



Aber auf der anderen Straßenseite liegt die "andere Türkei". Ich würde sie gerne  kennen lernen ...