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Donnerstag, 19. Juni 2014

"Insider Tipp" eines Outsiders - Pantokrator Kloster - Ein Sonntagsspaziergang





























Mit den Insider Tipps ist das so eine Sache. Entweder sie haben ein wirklich sehenswertes Ziel, oder aber ein "was soll's" Erlebnis am Ende. Mir gefiel das Pantokrator Kloster, nicht etwa weil es am Sonntag so kurz vor der Mittagszeit tatsächlich geöffnet und zu besichtigen ist, was nicht der Fall war! sondern weil der Weg dorthin nicht uninteressant ist.
Deshalb sollte man, egal aus welcher Richtung man kommt, bis zur Metro Station Aksaray, oder zur Tram Station Yusufpascha (ich schreibe das jetzt einfach mal auf "Deutsch", sonst hieße es Yusufpaşa) fahren. Von dort geht man zur Horhor Straße (Caddesi), kann einen Tee im Hor Hor Café trinken und dann gemütlich die Straße nach oben zum Park auf dem Hügel schlendern. Also Zeit sollte man schon haben, Istanbul im Laufschritt ist wie Durchfall während einem Galadinner. Im Park kann man sich die Schuhe putzen lassen und dabei, während man auf die geputzten Schuhe wartet, wieder einen Tee trinken. Die "Teestation" ist eine etablierte "Fliegende", wie so vieles in dieser Stadt. 










Dann überquert man die Macar Kardeşler Caddesi, (siehe Stadtplan oben) eine sehr stark befahrene, querverlaufende Hauptverkehrsader in diesem Stadtteil. Es gibt Ampeln, aber ... wir sind in Istanbul und ich glaube nicht, dass es Bußgeldbescheide gibt für das Überqueren einer Straße bei Rot. Sonst müssten hier Dauerbußgeldbescheide ausgestellt werden!  
Jetzt wird es patriotisch. Ich habe zwar nicht herausgefunden, was das Denkmal darstellt, aber der springende Reiter erinnerte mich irgendwie an ein Schachspiel, das ich übrigens nicht spiele. Interessierte können ja auch das googeln. Übrigens war die Gruppe der drei rechts vom fliegenden Reiter sitzenden Herren mit Bannern und Parolen "dekoriert", die jemand entfernte solange ich dort war. Er verbot mir das Fotografieren mit strengem Blick ... na ja, ich hatte schon vorher "geknipst".

Dann erreicht man das Ende der Horhor Caddesi und den Aquädukt, der wie ein Riegel über dem Hügel liegt. Dahinter ist Altstadt pur.

Ein baumbeschatteter Platz, rechts eine kleine Moschee, links Speiselokale, in der Mitte ein Streifen mit plätschernden Brunnen, an denen blökende Lämmer ihren Durst löschen, die dann, nur wenige Schritte weiter, dem Metzger ans Messer geliefert werden ... Es folgt eine Straße der Fleischhauer und Gewürzhändler, Vegetarier sollten vom Atatürk Bulvarı aus (siehe Karte) zum Ziel gelangen. Übrigens habe ich mich dort, angesichts der vielen Messer und Hackebeile, des Fotografierens enthalten. Ist aber sehr sehenswert! Orient pur!!!
"Spektakulär" ist Pantokrator nicht unbedingt und eigentlich ist es noch eine große Baustelle, weil der Moscheenkomplex, in den das Kloster einstmals umfunktioniert wurde, auch restauriert wird. Natürlich nicht am Sonntag. So hat man eine Oase der Ruhe plötzlich ganz für sich. Ich sage ja, Geheim Tipp! Zu Füßen liegt die Galata Brücke und gegenüber Sultanahmet. Leider kann man kein einziges Foto machen, ohne die Plexiglasscheiben. Was soll's. Das Café serviert besten Türkischen Kaffee!




Aus dem Gewitter, das man oben mehrfach im Anzug sieht, wurde übrigens nichts. Überhaupt sind Regenschauer, solange es nicht Dauerregen ist, immer nur kurz und es ist weniger anstrengend, wenn man sich ihnen einfach ausliefert, als vor ihnen davon zu laufen.
Man kann, sofern man möchte, auch einen kleinen Umweg machen und die Fatih Camii besuchen. Das ist die größte Moschee im Stadtbezirk Fatih, in dem, ich wiederhole mich, die meisten strenggläubigen Moslems Istanbuls wohnen. Die Mosche wurde/wird zur Zeit auch renoviert und restauriert und verdient Beachtung. Den Innenraum habe ich nicht betreten ... das mache ich beim nächsten Besuch.


                   

Samstag, 14. Juni 2014

Moscheen sind "Himmelsblüten"


Mir kommen sie vor wie Blumen die vom Himmel fielen und kelchunter auf der Erde sanft gelandet sind. Der abgebrochene Stiel weist noch nach oben, der Saft der aus dem Stängel trat, hat einen Halbmond gebildet, eine Sonne, einen Stern, auf jeden Fall etwas "himmlisches". So liegt sie da, von den Minaretten bewacht, nach außen formschön, zeitlos, ewig. …



























































































































































Ich habe sie nicht gezählt, aber laut "Istanbul Europäische Kulturhauptstadt" gibt es 3028 Moscheen in der Stadt. Ein wahrer Blütenregen ist auf sie niedergegangen! (Kirchen gibt es  40, Synagogen 16) und wenn es einen Eintrag im Guinness Book Of Records in dieser Sparte geben würde, hätte Istanbul die Nase vorn. Aktuell gibt es in der Gesamttürkei 83 693 Moscheen, aber das wird sich, bei der derzeitigen politischen Entwicklung in dem Land, sicher nach oben rapide ändern. Aber darum geht es mir nicht. Mir imponierte die "innere Schlichtheit" der Bauwerke, die in ihrer Farbigkeit und den Kuppeln mich immer wieder an Blumen erinnerten. Aber auch die Brunnenhäuser, die ganze Anlage dieser "Gottesanbetungshäuser" wirkten auf mich wie steingewordene Gärten von lebendigen Blüten umgeben.










































































































Von außen wirken sie beinahe abweisend, verschlossen und auf jeden Fall geheimnisvoll. Betritt man ihr Inneres, offenbaren sich die Geheimnisse in überwältigender Schönheit. Es wäre ein Sakrileg würde man hier mit Schuhen eintreten, nicht nur wegen des Teppichs. Die Stille fordert es. Der Raum  wird zur An-Dacht und man darf in ihm groß werden und sich klein fühlen.
























































Der Blick in die Kuppeln erinnert an die sich immer wieder ändernden Bilder in einem Kaleidoskop und erzeugt die gleiche Spannung und Erwartung.

































Das "Vor-Bild" dieser Bauwerke steht der bekanntesten aller Moscheen, der Sultanahmet, (siehe die Bilder oben) oder "Blauen Moschee", direkt gegenüber. Die Hagia Sophia.


Dienstag, 10. Juni 2014

Allein in Istanbul - Ein Rückblick


Unmöglich unter offiziellen 14 Millionen (realiter 17 und nach oben offen) Einwohnern allein zu sein? Wer früh genug aufsteht, kann es auch in Istanbul erleben! "Früh genug" ist so um die Fünf Uhr herum, wäre aber auch noch früher in Ordnung. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es hier "menschenleer" wirklich geben kann. Aber bitte:


Tagsüber sieht das so aus:




























Aber auch der große Platz vor der Metro Station wirkt verlassen und der blasse Vollmond, am Morgenhimmel nur noch ein Loch im Hellblau, verstärkt den Eindruck der Leere.




























Unvorstellbar, dass hier nur eine Stunde später Autos Stoßstange an Stoßstange "stehen" werden.




























Und hier werden sich Fußgänger auf Hacken und Zehen treten!























































Es offenbart sich eine ganz andere Stadt, ein Ort der Stille, der unbeachteten Winkel und engen Seitenstraßen in denen einzelne Menschen wie Außerirdische wirken: Aliens, Fremde ...












































































































Und dann schimmert das Marmarameer auf wie ein Bild auf Seide gemalt. Die frühe Stunde belohnt sich hier selbst!




























 




























Auch oben auf dem Hügel ist es noch ruhig um "Sultanahmet", das Hippodrom, die Blaue Moschee und die Hagia Sophia.






























































































































































































Dann übernimmt die Sonne endgültig den Tag. ...