Mir kommen sie vor wie Blumen die vom Himmel fielen und kelchunter auf der Erde sanft gelandet sind. Der abgebrochene Stiel weist noch nach oben, der Saft der aus dem Stängel trat, hat einen Halbmond gebildet, eine Sonne, einen Stern, auf jeden Fall etwas "himmlisches". So liegt sie da, von den Minaretten bewacht, nach außen formschön, zeitlos, ewig. …
Ich habe sie nicht gezählt, aber laut "Istanbul Europäische Kulturhauptstadt" gibt es 3028 Moscheen in der Stadt. Ein wahrer Blütenregen ist auf sie niedergegangen! (Kirchen gibt es 40, Synagogen 16) und wenn es einen Eintrag im Guinness Book Of Records in dieser Sparte geben würde, hätte Istanbul die Nase vorn. Aktuell gibt es in der Gesamttürkei 83 693 Moscheen, aber das wird sich, bei der derzeitigen politischen Entwicklung in dem Land, sicher nach oben rapide ändern. Aber darum geht es mir nicht. Mir imponierte die "innere Schlichtheit" der Bauwerke, die in ihrer Farbigkeit und den Kuppeln mich immer wieder an Blumen erinnerten. Aber auch die Brunnenhäuser, die ganze Anlage dieser "Gottesanbetungshäuser" wirkten auf mich wie steingewordene Gärten von lebendigen Blüten umgeben.
Von außen wirken sie beinahe abweisend, verschlossen und auf jeden Fall geheimnisvoll. Betritt man ihr Inneres, offenbaren sich die Geheimnisse in überwältigender Schönheit. Es wäre ein Sakrileg würde man hier mit Schuhen eintreten, nicht nur wegen des Teppichs. Die Stille fordert es. Der Raum wird zur An-Dacht und man darf in ihm groß werden und sich klein fühlen.
Der Blick in die Kuppeln erinnert an die sich immer wieder ändernden Bilder in einem Kaleidoskop und erzeugt die gleiche Spannung und Erwartung.
Das "Vor-Bild" dieser Bauwerke steht der bekanntesten aller Moscheen, der Sultanahmet, (siehe die Bilder oben) oder "Blauen Moschee", direkt gegenüber. Die Hagia Sophia.
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