Auf diesem Bild sieht man auch den Grund weswegen ich den Garten "wehrhaft" gestaltet habe: eine Taube. Aber ich fange am Anfang an.
Im Herbst brachte ich ein Futterhäuschen an, um den Singvögeln durch den Winter zu helfen. Dieser geriet aber wieder einmal so mild, dass die Vögel der Futterhilfe nicht bedurften. Zumindest verirrte sich kaum einmal eine Amsel oder Meise in den Hinterhof auf den mein Küchenfenster blickt. Das enttäuschte mich schon, weil ich Vögel mag, oder Tiere überhaupt. Eigentlich war der Garten einst ein Katzenbalkon. Sei's drum, das Futterhäuschen war da und ich wusste, noch vom Vorjahr, dass es "Ganzjahres-Vogelfutter gibt, das den Eltern während der Brut- und Aufzuchtzeit hilft über die Runden zu kommen. Also kaufte ich einen Beutel, er kostet 5.49 €.
Das Angebot wurde angenommen, sogar begeistert, wenn ich bedenke mit wie viel Elan die Meisen herumturnen. Inzwischen bin ich bei Beutel Nummer 4. Es kommen nicht nur Meisen und, sogar viele, Amseln, sondern ein Gartenrotschwanz ist auch Dauergast. Er kommt, frisst selber einmal und nimmt dann sofort etwas mit. Ich erstarre immer in meiner Küche, wenn ich sehe, dass er auf dem Gitter landet. Bisher habe ich mich nicht getraut ihn zu fotografieren, weil er eben doch sehr scheu ist. Da sind die Amseln schon ein bisschen kecker. Ich weiß zwar nicht, ob sie mich durch die Fensterscheibe überhaupt sehen können, aber ich schleiche auf dem Weg zur Toilette, der am Fenster vorbei führt, doch ganz vorsichtig und so "bewegungslos" wie möglich vorbei.
Spatzen, oder Sperlinge, verirren sich nur selten hier her, ehrlich gesagt sah ich erst einen einzigen. Dagegen aber sind die Tauben geradezu versessen darauf an das Futter zu kommen! Und wenn es ihnen gelingt, ist nichts mehr für die anderen übrig. Also baute ich alle möglichen Schikanen in meinen Garten ein um sie fern zu halten. Gabeln auf dem Gitter um die Landung zu erschweren und Holzspieße in den Blumentöpfen. Auch Schnüre habe ich geschlungen und gespannt um ihnen den Zugang zum Futter zu erschweren. Trotzdem stelle ich noch manchmal fest, dass sie wieder auf den Blumen herumgetrampelt sind!
Übrigens kommen zwei männliche Amseln regelmäßig vorbei, die auffällig weiß gesprenkeltes Gefieder haben. Einer hat sogar eine völlig weiße Feder in einem der Flügel. Ist das die kommende Generation? Apropos schwarz/weiß. Neulich traute ich meinen Augen nicht, als aus dem bunten Blumendickicht ein großer schwarz/weißer Hals und Kopf herausragte und mich aufmerksam beäugte. Zuerst dachte ich wirklich für einen Moment, dass es eine überdimensionale Amsel sei, eine Mutation der "Dritten Art". Aber es war "nur" eine Elster, die dann auch wieder aufflog ohne Schaden angerichtet zu haben.
Das ist also mein kleines Paradies. Manchmal stehe ich lange Zeit hinter den Glasscheiben, warte auf die Besucher und freue mich, wenn sie das Futter annehmen. Nur die Tauben verscheuche ich ... dabei ist es kein Wunder dass sie hier sind, schließlich heißt die Straße vor dem Hof "Taubenstraße".

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