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Samstag, 14. Mai 2016

Mein "kleines Paradies"




Genau genommen ist jeder umgrenzte, also eingezäunte Garten ein "Paradies". Mein "Garten" ist "umgrenzt", von unten sogar. Er ist im wahrsten Sinn des Wortes ein "hängender Garten". Ein Weltwunder also, zumindest in der Antike. Allerdings ein kleines, 90x120 cm. Auf einem Satellitenbild würde er so aussehen, wenn ein Satellit niedrig genug fliegen würde.






































Auf diesem Bild sieht man auch den Grund weswegen ich den Garten "wehrhaft" gestaltet habe: eine Taube. Aber ich fange am Anfang an.
Im Herbst brachte ich ein Futterhäuschen an, um den Singvögeln durch den Winter zu helfen. Dieser geriet aber wieder einmal so mild, dass die Vögel der Futterhilfe nicht bedurften. Zumindest verirrte sich kaum einmal eine Amsel oder Meise in den Hinterhof auf den mein Küchenfenster blickt. Das enttäuschte mich schon, weil ich Vögel mag, oder Tiere überhaupt. Eigentlich war der Garten einst ein Katzenbalkon. Sei's drum, das Futterhäuschen war da und ich wusste, noch vom Vorjahr, dass es "Ganzjahres-Vogelfutter gibt, das den Eltern während der Brut- und Aufzuchtzeit hilft über die Runden zu kommen. Also kaufte ich einen Beutel, er kostet 5.49 €.




























Das Angebot wurde angenommen, sogar begeistert, wenn ich bedenke mit wie viel Elan die Meisen herumturnen. Inzwischen bin ich bei Beutel Nummer 4. Es kommen nicht nur Meisen und, sogar viele, Amseln, sondern ein Gartenrotschwanz ist auch Dauergast. Er kommt, frisst selber einmal und nimmt dann sofort etwas mit. Ich erstarre immer in meiner Küche, wenn ich sehe, dass er auf dem Gitter landet. Bisher habe ich mich nicht getraut ihn zu fotografieren, weil er eben doch sehr scheu ist. Da sind die Amseln schon ein bisschen kecker. Ich weiß zwar nicht, ob sie mich durch die Fensterscheibe überhaupt sehen können, aber ich schleiche auf dem Weg zur Toilette, der am Fenster vorbei führt, doch ganz vorsichtig und so "bewegungslos" wie möglich vorbei.





Spatzen, oder Sperlinge, verirren sich nur selten hier her, ehrlich gesagt sah ich erst einen einzigen. Dagegen aber sind die Tauben geradezu versessen darauf an das Futter zu kommen! Und wenn es ihnen gelingt, ist nichts mehr für die anderen übrig. Also baute ich alle möglichen Schikanen in meinen Garten ein um sie fern zu halten. Gabeln auf dem Gitter um die Landung zu erschweren und Holzspieße in den Blumentöpfen. Auch Schnüre habe ich geschlungen und gespannt um ihnen den Zugang zum Futter zu erschweren. Trotzdem stelle ich noch manchmal fest, dass sie wieder auf den Blumen herumgetrampelt sind!






























Übrigens kommen zwei männliche Amseln regelmäßig vorbei, die auffällig weiß gesprenkeltes Gefieder haben. Einer hat sogar eine völlig weiße Feder in einem der Flügel. Ist das die kommende Generation? Apropos schwarz/weiß. Neulich traute ich meinen Augen nicht, als aus dem bunten Blumendickicht ein großer schwarz/weißer Hals und Kopf herausragte und mich aufmerksam beäugte. Zuerst dachte ich wirklich für einen Moment, dass es eine überdimensionale Amsel sei, eine Mutation der "Dritten Art". Aber es war "nur" eine Elster, die dann auch wieder aufflog ohne Schaden angerichtet zu haben.





























Das ist also mein kleines Paradies. Manchmal stehe ich lange Zeit hinter den Glasscheiben, warte auf die Besucher und freue mich, wenn sie das Futter annehmen. Nur die Tauben verscheuche ich ... dabei ist es kein Wunder dass sie hier sind, schließlich heißt die Straße vor dem Hof "Taubenstraße".








Samstag, 17. Oktober 2015

Meisen-Alarm!


Nachdem ich mit den Amseln im Frühjahr eigentlich recht erfolgreich war, was das Anlocken auf eine Futterstelle und diese auch regelmäßig Frequentieren betrifft, und ich außerdem immer gut zu Vögeln bin, dachte ich mir, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, auch im Winter eine Futterstelle anzubieten.
Also etablierte ich neulich diese:


Ich gebe zu, dass sie an Design, "Interior Decoration" und anderen Anreizen nicht viel zu bieten hat. Aber "Hey! sind wir nicht cool am Ablaufen damit?!" (So stelle ich mir moderne Sprache vor.)
Er bietet eben alles was ein Meisenknödel zu bieten hat, außer einer warmen Unterkunft in kalten Tagen.
Nun bin ich ja niemand der gut gut genug sein lässt, das widerspricht meiner Natur.
Ich bin Waage.
Aber vorläufig war ich mit dem Arrangement zufrieden: Nahrung, optisch schön präsentiert, was will eine Meise mehr? Ich rückte sogar noch meinen Hibiskus etwas näher, um einen Wald zu suggerieren. (Wenn das Wort nicht geläufig ist, man kann es googeln.)






























Es hat nichts gebracht! Alternativ dazu brachte ich einen zweiten Knödel an (ist das eine männliche Sexfantasie?) und zwar mehr oder weniger "hinter Gittern", in der Annahme, dass traumarisierte Meisen eher darauf anspringen. (Ich warte immer noch auf Feed Back von Knastmeisen.)





























Jetzt kommt aber die gute Nachricht! Heute interessierte sich tatsächlich eine Meise für einen meiner Knödel!! Sie saß schon quasi darauf, als ich auf meinem Weg zur Toilette das Küchenfenster passieren musste. Ich war erfreut! Erstarrt!!! ... Aber die Natur muss was sie muss ... Und trotzdem: Die neugierige Meise saß immer noch auf dem Gitter und kontemplierte (auch dieses Wort kann man googeln) meinen Knödel.
`Die darfst Du auf keinen Fall erschrecken.´ dachte ich.
Ich ließ mich also auf Hände und Knie nieder und robbte so unterhalb des Küchenfensters, (und der Einsichtschneise der Meise, dachte ich) vorbei. Als ich mich dann mühsam am Türrahmen wieder in die Senkrechte hochgezogen hatte, (kein Witz!) war die Meise weg.
Aber schön war es doch! Und vielleicht kommt sie ja wieder? Ich bin gespannt!