Freitag, 20. September 2013

Suchet so werdet ihr finden ...



Dieses Zitat wird Jesus zugeschrieben, aber ich habe herausgefunden, dass beinahe jedes Zitat von einer anderen Quelle stammt. Auch das Caesar Zitat Alea iacta est, ist ein griechischer Satz aus einer Schrift des Athenaios aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, der dieses Zitat aus einer Komödie des Menandros übernommen hat. Ich zitiere mal das Zitat aus der Komödie:

A.: Wenn Du Verstand hast, heiratest Du nicht und gibst nicht das Leben auf, das Du führst. Ich war verheiratet, deshalb rate ich Dir, es nicht zu tun.
B.: Warten wir die Sache ab. Der Würfel werde geworfen.

So viel zum Thema heiraten und Zitate. Wahrscheinlich hat Jesus auch irgend jemand zitiert. Gesucht wird ja seit Menschengedenken!

Ich machte mich auf die Suche nach dem erwähnten Manuskript meines Romans Abschied von Aschenbach, das ich auf die Reise mitnehmen wollte. Ich habe es nicht gefunden. Dafür jede Menge andere "Schriften", die ich über die Jahre verfasst und weggelegt habe. Sogar das Fragment eines Tagebuchs, das ich vor 30 Jahren während eines Aufenthalts in Amsterdam führte. Bei der Passkontrollle im Zug, war da ja noch üblich, gratulierte mir der Beamte zum 45. Geburtstag. Es scheint, dass ich das am Vorabend in der Bahnhofsbar gründlich gefeiert hatte, der Zug fuhr erst um 02.13 Uhr ab Stuttgart. Ich zitiere mal aus diesen Memoiren:

(...) Dann ist auch noch mein reservierter Platz besetzt und ich muss über ein über vier Sitzplätze quer durchs Abteil ausgestrecktes, junges Paar steigen, dessen männliche Hälfte: "Oh Scheiße." murmelt als ich mich an ihm festhalte, um nicht umzukippen. Das verspricht ein irrer Trip zu werden, aber ehrlich! 
Kein Wunder also, dass der freundliche Passkontrolleur sagte: 
"Legen Sie sich lieber wieder hin, Sie sind ganz  bleich."
Übrigens stellte ich jener Reise auch ein Zitat voran, von Paul Nizan: Reisen ist ein fortgesetztes Entschwinden ins Unwiederbringliche
Tagebücher sind eine unschätzbare Fundgrube für vergangene Peinlichkeiten!

Auch die Aufzeichnungen über den Kulturtrip entlang dem Jakobspfad, mit täglichen Wanderungen auf selbigem, fand ich. Dann noch welche über einen Urlaub mit W. auf der Insel Reichenau, 1984. Und dann noch die von der Ägyptenreise mit P. und K. Das war 1989. ... Jede Menge Entwürfe für Kurzgeschichten kamen zutage. Ich wusste gar nicht, dass ich soooo produktiv war! Schließlich fand ich auch ein Heft mit Notizen und skizzierten Szenen zum Roman. Nur das fertige Manuskript bleibt unauffindbar. Vielleicht habe ich es ja irgendwann einmal bei einer Aufräumaktion entsorgt. Ähnlich sehen würde es mir. Ich habe manchmal das Bedürfnis Ballast abzuwerfen.
Jetzt werde ich eben die Notizen mitnehmen. Schließlich steht darin gleich auf der der ersten Seite folgendes:

Wie lässt sich Venedig beschreiben? Nietzsche hat es so versucht: "Wenn ich jenseits der Alpen sage, sage ich eigentlich nur Venedig. Wenn ich ein anderes Wort für Musik suche, so finde ich immer nur das Wort Venedig.

Ich werde versuchen herauszufinden ob das noch zutrifft, im heutigen Venedig. Eins habe ich allerdings schon herausgefunden: Musik ist teuer, sehr teuer. Ein guter Platz im Teatro La Fenice kostet 247 €uro. Ich bin zwar ein Opernliebhaber, aber verrückt bin ich nicht!

So viel für heute, das Kieser Training ruft.

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