Was wusste ich über Antalya bevor meinem ersten Besuch? Nichts! Selbst der Name war mir nicht bekannt, ehe meine Freunde dort Urlaub machten ... und begeistert waren! Aber dafür interessiert habe ich mich trotzdem nicht. Schade! Ich hätte schon 10 Jahre früher diese schöne Stadt und die Region kennen lernen können. Na ja: "Better late than never", wie der Schwabe sagt.
Das Bild am Anfang habe ich bewusst gewählt, es wurde in "Kaleici" (das c mit "Anhang nach unten", sprich also tsch) der Altstadt von Antalya aufgenommen, der einzige Stadtteil den die meisten Touristen kennen lernen, wenn sie das "all inclusive" Hotelgelände überhaupt verlassen. Ehrlich gesagt ist es auch der interessanteste, wenn man nicht meint, "Terra City", ein Einkaufszentrum der Sonderklasse, wäre das non plus Ultra dieser Millionenmetropole. Wer gerne exklusiv "Shoppen" geht, und das tun anscheinend viele, wenn man es danach beurteilt wie viele Touristen dort den stadteinwärts fahrenden Dolmusch verlassen, kann danach Antalya "abhaken". Zuhause erzählt er dann, dass die Dolmuschfahrt, hin und zurück, die Hölle ist und die Angebote, von A bis Z der Spitzenhersteller dieser Welt, viiiiiiel zu teuer. Erwähnenswert und durchaus zu empfehlen sei der Massagesessel, den man kostenlos benutzen dürfe. (Voyeure stehen gern am Geländer des darüber liegenden Stockwerks und erfreuen sich an den hüpfenden Oberweiten der sich entspannenden Frauen.) Samstags ist dann der Lara Market ein absolutes "muss" für Erstbesucher der Stadt, einem Wochenmarkt der ein ganzes Stadtviertel einnimmt. Ich habe mir das Geschiebe durch die Straßen und Gassen, vorbei an endlosen Gemüse- Obst- Gewürz- Textil- und Haushaltwaren-Ständen erspart, mir aber sagen lassen, dass es sehenswert ist. Vielleicht gehe ich ja beim nächsten Besuch hin ...
Es liegt mir fern, hier eine Geschichte der Stadt Antalya verfassen zu wollen, die kann sich jeder googeln. Abgesehen davon weiß ich ich viel zu wenig über sie, um damit angeben zu können. Dass die Stadt eine Fläche von eintausendvierhundertundsiebzehn Quadratkilometer bedeckt und im Jahr 2010 Einemillionundeintausenddreihundertundachtzehn Einwohner hatte, habe ich gegoogelt. (Die Zahlen habe ich ausgeschrieben, weil man da, meiner Meinung nach, besser sieht wie viel das ist.) Bei einer Ausflugsfahrt mit Ali Ö. (AliAli) zu den Wasserfällen, darüber werde ich noch ein anderes Kapitel schreiben, bekam ich einen Eindruck von der Größe dieser Stadt, dabei sah ich nur einen ganz geringen Teil von ihr. Sie ist aber ganz offensichtlich vom Stadtteil Muratpascha (ich schreibe es so wie man es ausspricht), dessen historischer Kern eben das Gebiet um den alten Hafen ist, in alle Richtungen gewachsen. Womit ich wieder in Kaleici gelandet bin.




Der Hafen mit den "Piratenschiff" Ausflugsbooten ist, nach dem Hadrianstor aus römischer Zeit, an dem kein Tourist beim ersten Besuch der Altstadt vorbei kommt, da muss er einfach durch, die Hauptattraktion, wobei man sagen muss, dass die Ansicht von oben mehr bietet, als unten am Wasser. Rechts und links vom Hafen befinden sich ausgedehnte Parkanlagen mit vielen Gelegenheiten "zur Einkehr". Hier pulsiert an den Wochenenden und Feiertagen das wahre türkische Leben!





Wer sich bis hierher, den Wendepunkt der alten Straßenbahn, "verirrt" oder "vorgewagt" hat, sollte es nicht versäumen, das Museum auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu besuchen. Zwar ist das Überqueren der vielspurigen Hauptstraße ein kleines Abenteuer, aber es zu bestehen lohnt sich! Im Eingangsbreich befindet sich übrigens ein Durchgang der Metall oder gestohlene Gegenstände aufspüren und mit lautem Alarm melden soll. Ich machte den Fehler, weil ich dachte das Richtige zu tun, da durch zu gehen und erschrak nicht nur über den ausgelösten Alarm, sondern noch mehr über die düsteren Blicke die mich von Seiten der Eintrittskartenverkäufer trafen, die der Lärm offensichtlich aufweckte. Ich war einer der seltenen Besucher an diesem Tag, außer mir zählte ich noch drei Personen die die Exponate betrachteten und ungefähr drei Mal so viele die sie bewachten. Aus einem Raum am anderen Ende der großen Eingangshalle nahte dann mit festem Tritt und ebenso düsterer Mine eine kurze, kompakte weibliche Sicherheitsperson, die Hand über ihrer Waffe verharrend ... Na ja, sie winkte schließlich ab und ging zurück zu ihrem Mittagsschläfchen, als sie sah, dass es nur wieder einer dieser blöden Touristen war, der schon gleich beim herein kommen durch die Sicherheitsschleuse zu gehen müssen meinte. Hinaus ging ich dann daran vorbei. Niemand hinderte mich daran. Wozu das Ding gut sein soll weiß ich immer noch nicht.



Und anschließend fährt man mit der Straßenbahn, die aus Nürnberg, der deutschen Partnerstadt Antalyas kommt, bequem zurück zum Uhrturm oder Hadrianstor. Übrigens stand, als ich die Bahn einmal benutzte, ein Klavier im hinteren Wagenteil. Gespielt hat leider, oder gottseidank?, niemand darauf. Die Fahrt kostet nur 1,50 Lira, ist also fast geschenkt.
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