Der Titel sagt alles. Eine Art Tagebuch ohne Datum, Erinnerung wie sie gerade daherkommt. Verschiedene Themen meine Befindlichkeit beschreibend ... Viel Spaß beim Lesen!
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Sonntag, 14. Juni 2015
Donnerstag, 11. Juni 2015
"Talk to the animals ..."
Nein, ich bin nicht Doktor Doolittle und auch kein Pferde- Hunde- Katzen- Raupenflüsterer.
Ich rede mit Amseln.
Nicht schon immer, erst seit sie mich nicht mehr auf mein Klo lassen. Nicht dass jetzt die Vermutung aufkommt, dass mich Mordamseln terrorisieren, eher im Gegenteil, sie kommen sich von mir terrorisiert, oder zumindest belästigt vor.
Dabei fing doch alles mit Gutem Willen an! (Der ist meist ein Fehler!) Ich hatte die Idee, den Vögeln nicht nur durch den Winter zu kommen zu helfen, sondern sie in der danach folgenden, sehr anstrengenden Phase zu unterstützen.
Da ist zuerst einmal die Werbung um eine geeignete Partnerin. Dieses anstrengende Gepiepste, Getrillere, Geschluchze schon vor Sonnenaufgang und dann noch mehrmals am Tag! Scheißtreibend kann ich da nur sagen ... ich kaufe ein w.
Dann kommt das unumgängliche "Häusle bauen".
(Sind Vögel, also alle, genetisch der Spezies "Schwaben" überzuordnen? Eine interessante Frage, auf deren Beantwortung wir wohl noch warten müssen, bis geklärt ist, warum der allgemeine, menschliche Geschlechtsverkehr im Deutschen mit "vögeln" belegt ist.)
Auf jeden Fall ist der Nestbau auch nicht immer eine lautere Freude. Keine Bausparkasse, nicht einmal Green Peace greift der ornithologischen Bevölkerung unter die Flügel!
(Da gibt es doch ein Theaterstück von so einem alten Griechen, Eripedes oder so ähnlich, könnte auch Soffonkles sein ... egal, das Stück heißt "Die Vögel" und man kann daraus irgendetwas lernen, wenn man sich nicht den Arsch wundsitzt und das Theater vor dem Schlussvorhang verlässt. In Stuttgart gab es vor Jahren eine Inszenierung davon, von Heyme, wenn ich mich recht erinnere. Also der Mann hatte es schwer nach Peymann. ... Auf jeden Fall wurden da auf der Bühne Hähnchen gebraten ... warum brät man keine Hühnchen? Die müssten doch zarteres Brustfleisch haben als diese faserigen, trockenen Teile der Hähne!? ... Ich glaube, ich schweife wieder einmal ab. Manchmal fühle ich mich wie Michael Ende, Gott hab ihn selig, beim Verfassen der "Unendlichen Geschichte".)
Der Nestbau ist beendet, der Geschlechtsakt, schon vorher!, vollzogen und die Frau legt Eier. Eins pro Tag. Ich hatte vor ein paar Jahren Gelegenheit das augennah zu erleben.
Da könnte die Natur von der Industrie noch etwas lernen. Fließbandarbeit!
Ein Amsler befruchtet vier Amselinnen, sie bauen gemeinsam ein Nest, jede legt ein Ei, er ruht von der Arbeit aus, und: Voila! Vier Amselgenerationen auf einen Schlag!
Und selbst angenommen es käme zum Worst Case (zu Deutsch: Wurscht Käs) und die Katze holt die Babies, da bleibt genügend Zeit, um sich wieder an die Arbeit zu machen!
Alas, das ist Utopia.
Die Realität sieht so aus, dass ich diese Futterstation eingerichtet habe und die Amseln sie tatsächlich nutzen. (Siehe das entsprechende Kapitel) Auch Meisen und eventuell ein(?) Rotschwänzchen. Dazu kommt, seit Neuestem, eine Taube. Die ich, entschuldigt das harte Wort (ich fand kein härteres!) Verabscheue! Ein Vorurteil vielleicht? Ratten der Luft! Venedigs beschissene Fassaden? Sei's drum, sie ist da. Aber nur wenn ich sie nicht erwische!
... Das passiert selten ...
Irgendwie habe ich den Faden verloren? Worum geht es hier?
Ich kuck mal oben ... Ach ja "I talk to the animals"! Ich rede mit den Tieren.
Quasi notgedrungen tu ich das, wenn ich, was öfters der Fall ist (siehe das entsprechende Kapitel) aufs Klo muss, vorbei am Fenster mit der Futterstelle und an anklagenden, mich als Mensch in Frage stellenden Blicken von Amseln, die dort gerade versuchen genügend Futter in den Schnabel zu stapeln, um ihre Brut durch schwere Zeiten zu bringen.
"Entschuldigung." flüstere ich.
"Tut mir leid!" entschuldige ich mich.
"Ich bin gleich wieder weg." sage ich.
Scheiß drauf, denkt sie und tut es.
Dementsprechend sieht mein "Balkon" aus. Hoffentlich regnet es bald wieder ausgiebig!
Vorläufig wechsle ich noch drei Mal am Tag die Hosen, wenn es mir wieder nicht gelungen ist den "Checkpoint Charlie" unbefeuchtet zu passieren.
Ja.
Und jetzt?
Ich erkundige mich mal nach Windeln für Männer. Ewig halten kann ich das nicht und wenn die Amsel noch so treuherzig kuckt!
Ganz zu Schweigen von der Scheiße!
Und jetzt?
Ich erkundige mich mal nach Windeln für Männer. Ewig halten kann ich das nicht und wenn die Amsel noch so treuherzig kuckt!
Ganz zu Schweigen von der Scheiße!
Leute, lasst euch nicht auf die Natur ein: Sie ist unbarmherzig!
Donnerstag, 21. Mai 2015
Nilgänse - Fluch des Nordens!?
Sie sind mir schon im Vorjahr aufgefallen, weil sie anders aussehen als andere Gänse. Sie sind kleiner und wesentlich bunter. Zuerst hielt ich sie für große Enten. Ich mochte sie.
In diesem Jahr unterlief mir der Fehler, in einem Bildbeitrag eines Facebook-Users Graugänse mit den Nilgänsen zu verwechseln. Ornithologen drehen sich jetzt in ihren Gräbern um, sofern sie sich schon darin befinden. Verwechslung ist da einfach nicht möglich!
Hier sieht man, inmitten einer Schar von Graugänsen und anderem Wassergevögel, und ein paar unvermeidbaren Tauben, eine Nilgans. Einen Ganter, um genau zu sein und Ornithologen in ihren Gräbern nicht schon wieder aufzuschrecken.
Der Fb-User meinte auch, er habe in diesem Jahr noch keine Nilgans gesehen. Das war Anfang März, die Graugänse hatten schon Nachwuchs. Also beschloss ich, in den Schlossgärten nach Nilgänsen Ausschau zu halten. Und ich wurde sofort fündig! Ein Paar, Gans und Ganter, hatte sich am See im Mittleren Schlossgarten angesiedelt. Ironischerweise direkt beim Café Nil! Was mich zu der berechtigten Überlegung veranlasste, ob diese Gänse eventuell lesen können?
Ich näherte mich ihnen vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken, merkte aber, dass sie gar nicht scheu waren. `Die sind vielleicht aus der Wilhelma ausgebüxt.´ dachte ich. Als ich später meine Fotos ansah, fiel mir aber auf, dass sie nicht beringt sind. `Seltsam.´ dachte ich. Die Idee, dass diese Vögel tatsächlich "wild" sein könnten schien mir zu abwegig. Ich fotografierte sie also einfach, weil ich sie schön fand. Den bunten Ganter und die weniger bunte Gans.
Ich hatte Feuer gefangen! Sie gefielen mir und ließen sich leicht fotografieren. Also beschloss ich, sie jeden Tag zu besuchen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Ich sah mich schon ein Selfie machen, rechts und links "beganst"! Natürlich konnte ich nicht mit leeren Händen kommen und kaufte deshalb immer in der Großen Schalterhalle im Hauptbahnhof ein "Weckle". So freundeten wir uns an. Der Ganter war ein Draufgänger. Als er sah, dass ich etwas in der Hand hatte, kam er sofort neugierig auf mich zu. Seine Gattin folgte einige Schritte hinter ihm. (In orientalischen Ländern ist das auch bei Menschen Sitte. Evolution?) Zuerst warf ich die Brötchenbrocken auf den Rasen, aber der Ganter kam immer näher und fauchte mich an, wenn ich nicht schnell genug für Nachschub sorgte. Also beugte ich mich zu ihm hinunter und reichte ihm einen Bissen. Er nahm ihn anstandslos an und forderte gleich mehr. `Aha, Zooflüchtlinge´ dachte ich. Allerdings sah ich immer noch keine Ringe an den Beinen. Ich fotografierte sie und freute mich über die schönen Bilder.
Als ich einmal mit meiner Schwester im Park spazieren ging, ließ ich mich von ihr bei der "Fütterung" ablichten. Als ich die Bilder sah, dachte ich, dass es an der Zeit wäre, die Geschichte im Blog zu posten, um die Menschen auf diese wunderbaren Wasservögel aufmerksam zu machen und ihnen mit Zutrauen und Respekt zu begegnen. Respekt, weil der Ganter sehr ungeduldig werden kann, faucht und zwickt, wenn man nicht schnell genug das Brötchen zerteilt. Ich fand das "goldig"! Im übrigen kam ich mir vor wie in einer paradiesischen Idylle.
Selbstverständlich gehe ich nie an einen Post heran, ohne zu recherchieren, wenn es sich nicht um etwas handelt, das nur meine Meinung ist. Also googelte ich NILGÄNSE. Das war einerseits ein Fehler und andererseits heilsam. Denn was ich da erfuhr war schon ein Schock für mich:
O Weh! "Meine" Nilgänse, diese zartgefiederten Schönheiten: KILLERGÄNSE! Mir hätte sich das Haar gesträubt, wäre da welches das sich sträuben könnte. Hatte ich mich so betören lassen vom schönen Schein, dass ich den Tyrann nicht erkannte. Mir schwindelte vor der "fabelhaften" Vorstellung. Aber ich wollte noch einmal sehen, ob das nicht nur Panikmache der Presse ist. Also ging ich das nächste Mal ohne Brötchen in den Park. Der Ganter kam sofort auf mich zugelaufen. Auch ein Paar Tauben und eine Krähe, die auf Krümel hofften stellten sich ein. Ich zeigte meine leeren Hände und hob bedauernd die Schultern. Das Resultat war eindeutig ein Wutausbruch!
Ich ging und war seither nicht mehr dort. Man soll die Natur die Natur sein lassen, denke ich. ...
Aber da ist die Futterstelle für Singvögel vor meinem Küchenfenster, die inzwischen dafür sorgt, dass ich mich nur noch in meine Küche traue, nachdem ich mich vorsichtig vergewissert habe, dass ich keinen anwesenden Vogel störe. Soll ich jetzt Amseln googeln?
Mittwoch, 6. Mai 2015
Es ist ganz leicht, gut zu Vögeln zu sein!
Ich, zum Beispiel, habe eine Futterstelle auf meinem kleinen "Katzenbalkon" eingerichtet, die mit Haferflocken und Äpfeln bestückt ist. Amseln mögen Äpfel, und Haferflocken, gemischt mit Sonnenblumenkernen, locken sogar ein Rotschwänzchen und die eine oder andere Kohlmeise an.
Es heißt natürlich nicht, dass ich eine Katze habe, das wäre ja pervers, aber der kleine Vorbau vor dem Küchenfenster wurde ursprünglich für Katzen angebracht, die mein Freund P. hatte. Inzwischen ist er in die Jahre gekommen und hängt ein bisschen windschief an der Wand, aber das stört meine Amseln nicht. Und es sind hauptsächlich zwei Amsel Paare, die sich einfinden.
Frau Amsel darf immer als erste fressen, während der Amselerich Wache schiebt. Manchmal pickt er aber auch schon an einem Apfelschnitz, während sie sich Haferflocken schmecken lässt.
Warum ich die Vögel jetzt noch, oder erst jetzt füttere? Ganz einfach, weil ich mich wunderte, dass sich nie ein Vogel vor meinem Küchenfenster zeigte. Nicht einmal um sich kurz auf dem Gitter auszuruhen, das früher die Katzen davon abhielt, sich in den Hof zu stürzen. Und dann war da noch der Gesang, mit dem mich die Amseln morgens um 4 Uhr schon weckten und nervten. Also entschied ich mich, sie mit Futter anzulocken, damit ich sie wenigstens auch manchmal zu Gesicht bekomme. Das ist mir gelungen. Inzwischen sind es, wie erwähnt, zwei Paare, die sich bei mir stärken und ihren, anscheinend schon vorhandenen, Nachwuchs mit Kraftfutter (Haferflocken) mästen.
Dass es zwei verschiedene Paare sind, merkte ich erst, als ich den Zoff mitbekam, den sich die beiden Vogelmännchen lieferten. Und auch die Damen waren, und sind, sich nicht zu schade, um kräftig aneinander hoch zu gehen! Da rappelt dann das Balkonkonstruckt und mein Hibiskus duckt sich. Ich habe versucht das zu fotografieren, aber seltsamerweise sind die Vögel extrem scheu, was ich von Amseln gar nicht gewohnt bin, die auf den Gehwegen ja manchmal wie Stolpersteine agieren. (Ob Stolpersteine agieren mag dahingestellt sein.) Hier in der Nachbarschaft wohne nur freundliche Türken, Kroaten und andere Restjugoslawen und das sind doch keine Singvögelesser, oder?
Dies ist ein "Action" Foto. Die zwei Amsler zanken sich, während sich eine Amselin, die andere floh, kaum dass der Kampf anhob, ans Gitter drückt und bewundernd zusieht.
Im unteren Bild ist dann der Sieger verschwommen zu sehen, von seiner Gemahlin bewundert. Die Bildqualität lässt zu wünschen übrig, aber das Drama kann man doch nachvollziehen.
Jetzt frage ich mich, warum ich mir das antue. Inzwischen ist es nämlich so, dass ich es nicht mehr wage, mich in der Küche zu bewegen, während die Vögel sich vollfuttern. Wenn sie eine Bewegung wahrnehmen, sind sie sofort weg. Und das möchte ich nicht. Schließlich möchte ich keine frustrierte Amseln in meiner Nachbarschaft.
Dann röchelt meine Kaffeemaschine vor sich hin, während ich, zur Salzsäule erstarrt, daneben stehe. Oder ich überlege, ob ich schnell auf die öffentliche Toilette gehe, die zwar sieben Minuten entfernt ist, weil der Weg zu meinem Klo durch die Küche führt!
Irgendwann hören die Vögel ja auf zu singen. Ich glaube, das ist am Ende der Arterhaltungszeit. Bis dahin muss ich jetzt halt durchhalten!
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