Freitag, 20. Februar 2015

Eine Fabel über die Liebe - Gedicht




Einst fing ein Mann ein schönes wildes Tier,
das frei sein Leben an den Himmel schrieb,
band es mit Gold und sprach: "Gehöre mir!
Jetzt respektiere mich und hab mich lieb."

Das Tier, das frei sein Leben in den Wind geschrieben,
trug Fesseln schwer und nur mit Widerwillen. 
Wie sollte es den Unterdrücker da noch lieben
und dessen Durst nach Macht und Haben stillen?

Er war in den Besitz total vernarrt ...
Da starb es, ohne sich ihm zu ergeben.
Er weinte sehr. Dann hat er es verscharrt
und starb. Er konnte ohne es nicht leben.

So geht es Liebe die besitzen will und muss,
und Liebe die nicht geben will und kann.
Es folgt ein tragischböser Schluss,
für Tier und Mann.




gelang, 1968

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