Freitag, 15. November 2013

Zu Fuß zur Biennale in Venezia.

Es ist die fünfundfünfzigste, die in diesem Jahr stattfindet. Begonnen wurden die, alle zwei Jahre stattfindenden, Kunstausstellungen 1893, allerdings als nationales Podium für die bildenden Künste in Italien. 1895 nannte sie sich schon 1. internationale Kunstausstellung der Stadt Venedig. 1907 eröffnete dann der erste internationale Pavillon, Belgien, in den Giardini Pubblici. Der Deutsche Pavillon öffnete seine Tore 1909 zum ersten Mal. 
In diesem Jahr, 2013, blieb er geschlossen, Deutschland hat mit Frankreich Pavillons getauscht und dort den chinesischen Künstler Ai Weiwei ein Wirrwarr aus Holzhockern installieren lassen ... (Wie sagte doch der altgediente Hausangestellte Furtwänglers, dem dieser Karten für den gesamten "Der Ring des Nibelungen" in Bayreuth geschenkt hatte nach dem Opernmarathon, als Furtwängler in fragte, wie es ihm gefallen habe? "Jo mei, mer lacht halt.") ... Ich will hier auch keine Kritik schreiben, nur dass ich es gesehen habe. Übrigens standen vier deutschsprachige Teenagermädchen am Eingang als ich dort war, die sich von der Schwelle aus recht unschlüssig das Gebilde betrachteten. Schließlich sagte eine: "Na ja, gehn wir halt mal rein." Ich begnügte mich mit dem Blick von der Schwelle aus. Fotografiert habe ich das Gesehene nicht.


Ab 1910 stellten international anerkannte Künstler auf der Biennale aus. Übrigens ließ der erste Generalsekretär der Biennale 1905 die Arbeit Picassos aus dem Spanischen Salon entfernen. Er befürchtete, dass sie die Besucher zu sehr, durch ihre Neuartigkeit, schockieren könnte. Erst 1948 wurde Picasso auf der Biennale ausgestellt.

Die `Giardini Pubblici´ sind ja Öffentliche Gärten und auch das Gelände der Biennale, mit den Pavillons der verschiedenen Nationen, ist in Bi-Jahren, also wenn keine Ausstellung stattfindet, frei zugänglich und, wenn ich ehrlich bin, nicht unbedingt einen Besuch wert. Es wirkt dann alles sehr verlassen, wie aufgegeben und, selbst bei Sonnenschein, ein bisschen dekadent und triste. Oder muss ich sagen: wirkte? Es ist ja schon lange her, dass ich es so erlebte. Vielleicht ist es auch die Erinnerung an das Paar, das sich in einen verlassenen Winkel zurückgezogen hatte, um dort erotische Hand- und Andersgliedrige-arbeit zu verrichten. Er saß im Rollstuhl, sie auf seinem Schoß, seine Hose war auf die Knöchel heruntergerutscht, ihre Bluse über ihren Brüsten verknautscht und seine Hand streichelte die Brustwarzen, während sie rhythmisch ... Ich habe mich diskret zurückgezogen, damals. Heute wäre es wahrscheinlich Teil einer Installation oder Ähnlichem gewesen.
Wer nicht gerne zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß geht, vom Markusplatz zu den Giardini, kann den Vaporetto nehmen, aber für die 7 Euro, die die fünf Minuten Fahrt dauert, mit Halt am Arsenale, kann man einen Teil des Eintrittspreises bezahlen, der nicht gerade billig ist. Aber der Fußweg entlang dem Wasser lohnt sich auf alle Fälle, nicht nur wegen dem Blick auf San Giorgio Maggiore ...







































































































































































































































































































































































































Wer allerdings gern fotografiert, sollte schon eine Stunde für den Gang zu den Giardini einplanen. Der Weg lohnt sich aber, wie die Bilder, hoffentlich, beweisen. Schließlich kam ich doch noch am Vormittag am Zugang zu den Gärten an.




Zu meiner Verblüffung sah ich an keinem der Kartenhäuschen eine Preisliste, obwohl ich mich anstrengte eine zu finden. Schließlich ging ich einfach an eines der Fensterchen und sagte: "Uno, per favore." Ob ich schon 65 wäre, fragte mich die Asiatin hinter der Scheibe. "Sogar schon 75." antwortete ich stolz. So genau wollte sie es gar nicht wissen. Ich hatte einen 20 € Schein in der Hand, den ich in den Schlitz schob. Sie druckte die Eintrittskarte aus und schob sie mir zu. Ich wartete auf das Rückgeld. Es kam keins. Ich sah auf die Karte: 20 €. Alles klar. Zum Glück bin ich schon über 65! Wieviel der Normalpreis ist, habe ich vor Ort nicht in Erfahrung gebracht. Ich habs dann gegoogelt. Mit dem Ticket hat man Zutritt zu dem Ausstellungsgelände in den Giardini und im Arsenale. Das Ticket für 2 Tage kostet 30 € (und man braucht mehr als 2 Tage, möchte man wirklich alles sehen!) Der "Normaleintritt", auch für beide Gelände, aber nur einen Tag und einmal eintreten gültig, beläuft sich auf 25 € und Rentner, Offiziere!, Venezianer und Studenten, alle müssen sich ausweisen können, bezahlen 20 €. 
Jetzt muss ich eine Pause machen und nach dem Feuer sehen. Es wird langsam kühl im Wohnzimmer. Bis zum nächsten Kapitel, Ciao.

Keine Kommentare: