Samstag, 5. Oktober 2013

Endlich Oktober!


Es heißt ja, dass Vorfreude die größte Freude ist, aber langsam werde ich zu ungeduldig um mich noch freuen zu können! Die Reiseunterlagen konnte ich letzte Woche im Reisebüro abholen und im Geist bin ich schon beim Koffer packen ... Ach so, da wäre ja noch die Frage offen, welchen Koffer ich nehmen soll. Die zwei die im Keller stehen sind definitiv zu groß; und nur einen Rucksack mitnehmen? Ist das für die Serenissima nicht zu respektlos? Wird man mich im Hotel überhaupt über die Schwelle lassen? Na ja, das Bisanzio ist nicht das Danieli, aber ...


Meinen ersten Venedigbesuch, der 49 Jahre zurück liegt, oder sind es schon 50?, absolvierte ich mit einer Reisegesellschaft per Omnibus. Die Fahrt war ausgebucht, der Bus voll belegt und es gab keine Einzelzimmer, so dass ich willkürlich mit einem anderen Alleinreisenden zusammengelegt wurde.

(Das passierte bei der Zugfahrt in Ägypten, von Kairo nach Assuan, auch mit dem Schlafabteil. Dieses erwies sich als extrem, ach, was sage ich EXTREM klein und der Mitreisende, Dieter, mit dem ich zusammengepfercht wurde, als extrem dick, zudem war er ein Schnarcher vor dem Herrn, so dass ich nach einer halben Stunde, in der die Luft in dem winzigen Abteil dicker als Dieter wurde, die Flucht ergriff und in den `Panoramawagen´ an der Spitze des Zuges flüchtete, vorbei an all den geräumigen Schlafkabinen, in denen die Paare genussvoll kuschelten. Der Panoramawagen war allerdings ganz leer, groß und voll guter Luft, die man atmen konnte ohne das Gefühl zu haben, dass sie einem in Stinksocken durch die Nase stapft. Wie sich herausstellte, benutzte niemand außer mir diesen Wagen und ich genoss den Sonnenaufgang entlang dem Nil wie eine Wiedergeburt in eine neue Welt. ... Aber ich schweife weit ab.)

Im Gegensatz zu heute, wo nur noch wilde Rentnerrudel unterwegs zu sein scheinen, waren alle Mitreisenden im Bus junge Leute, mehr Frauen als Männer, für Viele dies sogar der erste Italienbesuch. Mein zugewiesener Zimmergeselle war ein stiller, introvertierter Mensch, den ich kaum zu Gesicht bekam. Er ging meist so spät zu Bett, dass ich ihn gar nicht wahrnahm. Das empfand ich als sehr angenehm, weil ich ja auch nicht gerade der Kontaktsuchende war und bin. Einen Wermutstropfen hatte die Reise allerdings: unsere Unterkunft befand sich in Grado, also ziemlich weit weg von Venedig, näher zu Triest als der Lagunenstadt.







Für die Serenissima blieb nur ein Tag, aber der war zur "freien Verfügung" und ich verirrte mich mehrmals in dem Gassengewirr und verliebte mich dabei unsterblich in die Stadt! Dabei habe ich damals die Frari Kirche noch gar nicht entdeckt, diesen gigantischen Lichtraum, in dem Venedig wie in einem Brennglas gebündelt ist und die Sinne verzaubert. ... Auf sie freue ich mich am meisten!




Allein ihretwegen würde ich diese Reise noch einmal und immer wieder antreten!!! 
Santa Maria Gloriosa dei Frari 

Vergleichbar ist sie nur noch mit dem Mailänder Dom, der früh Morgens voll geheimnisvoller Schatten ist, die das Dach zu tragen scheinen, nicht die mächtigen Säulen. ... 
Vorfreude ist doch ganz schön!
Ich werde mich auf die Suche nach einem passenden Gepäckstück machen. 
Bis bald.

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