Freitag, 11. Oktober 2013

Eine Zwischengeschichte, nur ganz kurz

Heute war also wieder Kieser angesagt. Das Training, das, eventuell, meinen `Essentiellen Tremor´ in die Schranken weist, oder sogar besiegt. Okay, Letzteres kann ich mir wohl abschminken, inzwischen zittere ich manchmal wirklich wie Espenlaub! Oder sogar heftiger? Ich habe Espenlaub noch nie zittern gesehen. ...  Zählen Espen nicht zu einer bedrohten Baumart, oder verwechsle ich das mit Ulmen? Die sind doch Hierzulande schon ausgestorben, oder? ... Auf jeden Fall mache ich weiterhin die Gesundheit förderndes Krafttraining, (es ist ja auch nicht langweilig) in der Hoffnung, dass ich entweder aufhöre zu zittern, oder einen Waschbrettbauch bekomme. 
Ich hätte auch nichts gegen eine wunderbare Kombination von Beidem.
Ja, der Waschbrettbauch, der ist so eine Sache. Ich habe 74 Jahre lang nur regulären Bauch gehabt, und plötzlich möchte ich, mit in 8 Tagen 75 Jahren, einen waschbrettsolchen?! Das kann nur Eitelkeit sein!
Eitelkeit ist eine, katholische, Todsünde!! 
Ich bin katholisch! 
Ich habe also zwei Alternativen: 
A). Ich trainiere zwar auf Teufel komm raus, bekomme aber keinen WBB (WaschBrettBauch) und habe keinen Grund eitel zu sein. Also sterbe ich katholisch sündenfrei, mehr oder weniger, wobei das Mehr eher mehr ist als das Weniger.
Oder
B). Ich trainiere auf Teufel komm raus, habe einen WBB, bin eitel wie ein Gockel der nicht nur Eier hat, sondern auch welche legen kann, bin sturzeitel, werde evangelisch und sterbe glücklich, weil die Evangelischen nicht sündigen. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall haben sie Gott neu erfunden. ...
Wo war ich? 
Ach ja, das jeden zweiten Tag von mir freiwillig absolvierte Kieser Training, von dem ich mir so viel Muskelkraftzuwachs erhoffe, dass ich weniger tremoliere. ... Der Essentielle Tremor betrifft und beeinflusst nicht nur die Arme und Hände, sondern den ganzen Körper, vom wackeligen Kopf bis zu den unsicheren Füßen. Aber auch die Stimme zittert, ich merke es, wenn ich singe. Früher habe ich gern, viel und, wenn man meiner Mutter glauben darf, sogar als Kind schon ausgesprochen schön gesungen. Jetzt singe ich nur noch wenig und verfolge meine Stimme dabei, wie sie sich in Zick-Zacklinien an einem länger als eine Sekunde gehaltenen Ton entlang hangelt. Selbstbeobachtung, bewusst oder nur nebenbei, ist ein Merkmal des Alterns und der sich Beobachtende findet selten Freude daran, wobei man Freude wohl eher bewusst empfindet. ...
Zurück zur ganz kurzen Zwischengeschichte, siehe oben.
Dem Kraftrainierenden wird proteinhaltige Nahrung empfohlen, weil die den Muskelaufbau fördert. Wie schon an anderer Stelle berichtet, habe ich mich von Süßigkeiten und panierten Schnitzeln mit Pommes Frites verabschiedet, zugunsten von Brokkoli, Kohlrabi und Fisch.
(Ich werfe hier einmal, ungern, ein, dass ich nach dem Training, also jeden zweiten Tag, zu `meinem Jugo´ ging und dort Cevapcici, 5, nicht 10!, mit Djuvec Reis und einem kleinen, gemischten Salat zu mir genommen habe. Zugegeben, der Proteingehalt ist da nicht hoch, aaaaber ... der Geschmack! Zum die Fingerspitzen küssen!!! ... Manchmal gibt es auch Rahmspinat mit Salzkartoffeln und drei Spiegeleiern. Oder Linsen mit Spätzle, Saitenwürstchen und Speck. ...
Heute entschied ich mich gegen meinen Jugo und für Fisch. Fisch bekommt man in Stuttgart am frischesten bei der NORDSEE in der Schulstraße. Also ging ich da hin. Im `Schnellrestaurant´ wurde nur Paniertes und Frittiertes angeboten. Das war für mich natürlich `Way Out´, da hätte ich ja gleich eine Schweinshaxe mit Sauerkraut und Kartoffelbrei essen können. Also ging ich in den NORDSEE Laden, schräg gegenüber, wo frischer Fisch auf Eis liegt.
Hier kann man sich aussuchen, wonach der Gaumen gerade verlangt und es sich frisch, nach eigenem Geschmack, zubereiten lassen. Ich entschied mich für Kabeljaufilet und weil ich Hunger hatte, für ein ordentliches Stück. Dazu wollte ich nichts als Salzkartoffeln. Den Fisch gedämpft, bitte, ohne Fett!
Die  ca. 20 Minuten Wartezeit lohnten sich: der Fisch war zart gegart, genau richtig, auf der Zunge zerfallend, nicht schmelzend, die Kartöffelchen, klein, ganz, in einem Hauch Butter mit Petersilie geschwenkt. ... Ich schwelgte in Wohlgeschmack und Proteinen.
Das NORDSEE ist ja eigentlich ein Fischladen in dem man auch essen kann. Dementsprechend ist das Ambiente `Vorepoche Spartanisch´. Man sitzt auf hohen Holzhockern, mit niedriger Lehne, wie auf Jägeransitzen und wartet auf sein Essen wie der Jäger auf das ahnungslose Wild.
Apropos Ahnungslos: Nachdem ich mich für mein Fischfilet, nebst Beilage, entschieden hatte, wurde ich zur Kasse gebeten. Siehe unten!


Frau Glück hat mich äußerst zufriedenstellend bedient und es hat wirklich vorzüglich geschmeckt! Jeden Tag könnte ich mir das allerdings nicht leisten!!

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