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Sonntag, 11. Oktober 2015

Von Maultaschen zu Flammkuchen und zurück


Der wack're Schwabe gibt nicht auf! Schon gar nicht wenn es ums Essen geht. Zwar heißt es: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Aber wir sind ja nicht alle Bauern. Und ein bissle Exotik würzt das Leben!
So dachte ich, als ich in dem alten, jetzt neuen Lokal die Speisekarte las. ...  Hier ein paar nostalgische Bilder von "damals".





















































Das war heiter, luftig und wurde von den Gästen heiß geliebt. Dann hieß es, der "Pavillon" müsse wegen Stuttgart 21 weichen und wurde geschlossen. In Wirklichkeit wollte man nur die alte Pächterin los werden, baute das ganze ein bisschen um und: Voila! Das "Flora und Fauna":




























Ich war natürlich erfreut, dass das Lokal überhaupt wieder existierte und trank erst einmal ein "Viertele" dort. Halt! Nein. Es gibt nur 0,2 Gläser. Die sind ja viel eleganter und für 3.50 Euro kann man nicht meckern. (In der Wilhelma nebenan bekommt man dafür allerdings wirklich 0.25l.) So etwas zu thematisieren ist natürlich typisch schwäbisch, aber das bin ich ja auch!




Wie man an den Bildern sieht, ist die Möblierung etwas robuster und "grüner" geworden. (Das liegt wohl an der derzeitigen Stadtverwaltung Stuttgarts.) Ein bissle Depri wirkt das schon, aber schließlich ist Grün ja nicht Jedermanns Sache. 
(Wobei ich hier doch anmerken möchte, dass Vögelkacke auf weißen Tischen nicht so unappetitlich aussieht wie auf dunkelgrünen.)
Und darum geht es auch gar nicht. 
Zurück zur Speisekarte. Selbstverständlich durchforstete ich sie zuerst einmal nach Maultaschen mit Kartoffelsalat, aber gleich am Anfang blieb mein Auge an Flammkuchen mit Lauch und Schafskäse hängen. (Ein nicht gerade appetitliches Bild!) Damit meine ich nicht die Speisekarte. Die ist jede Woche neu.



























Flammkuchen kenne ich aus dem Elsass, wo wahrscheinlich seine Wiege steht. Dort ist er aber immer "klassisch", also mit Zwiebel und Speck. Hier gab es nun eine Variante, die ich interessant fand und die mir schmecken könnte: Lauch und Schafskäse! Zwar um 30 Cent teurer als "klassisch" ... Was solls, ich wagte die Bestellung!



























Was kam war eine Offenbarung, ein Gaumenschmaus, eine Harmonie von Geschmack, ausgewogen, unvorstellbar, einfach perfekt!!! ... Ich ließ die Speisenauftrageperson dem Koch/Bäcker ausrichten, dass ich ihn sofort heiraten würde, wenn er noch nicht anderweitig gebunden sei. ... Danach hörte ich Gelächter aus der Küche.
Man sollte nie ein glückliches Erlebnis zu wiederholen versuchen! Nicht wegen des missglückten Heiratsantrags an eine Koch/Backperson, sondern wegen der zweiten Portion Flammkuchen zwei Tage später. Da war zwar alles drauf, aber viel zu viel Schafskäse und der in großen Brocken. Total versalzen also, eine bittere Enttäuschung!



























Ich konnte nur annehmen, dass mein favorisierter Bäcker inzwischen von jemand anderem geheiratet wurde. Cèst la vie! (Franzosen mögen mir verzeihen, wenn ich das Accent falsch gesetzt habe.) Um eine lange Geschichte abzukürzen: Ich habe es auch ein drittes Mal versucht ... Schwamm drüber. Wer Salz mag wird hier gut bedient.
Jetzt wäre ich ja kein Schwabe, wenn ich nicht auch die Maultaschen mit Kartoffelsalat probiert hätte:

Ein Tellervoll, okay, damit kann man immer punkten. Aber Kartoffelsalatsuppe habe ich hier zum ersten Mal gegessen. 
Gut: Schwäbischer Kartoffelsalat soll "schlonzen" also über die Zunge schwimmen wie ein glücklicher Fisch in einer warmen Badewanne, aber nicht darin ertrinken!
Die Maultaschen waren 0/8/15, geschmacklich nicht einzuordnen. Dazu braune Soße mit Zwiebeln ... 
Ich bin wahrscheinlich zu alt für modernes Essen. Es wird Zeit, dass ich wieder selber koche!



























Ich will aber nicht nur Negatives hier einbringen. Das Personal ist sehr freundlich, feminin wie maskulin. Und weil mich meine täglichen Spaziergänge zwingen größere Strecken zurückzulegen, bin ich immer wieder in dieser Gegend, zu Fuß ca. 6 km von meinem Zuhause, ein Weg!
Also habe ich auch den klassischen Flammkuchen probiert. Eins muss man ja sagen: das geht hier Ruck-Zuck! und der Boden ist immer herrlich cross und knusprig! Ein Gedicht. Jederzeit empfehlenswert!



























Heute werde ich einmal fragen, ob ich die Lauchvariante nicht ganz ohne Schafskäse bekommen kann. Bin gespannt ob das geht, oder ob die Prototypen schon fertig bedeckt aus dem Tiefkühlfach kommen. Eigentlich habe ich nicht den Eindruck. ...


Es hat geklappt! Nur Lauch und schwarzer Pfeffer und was eben sonst noch auf einen Flammkuchen kommt. Knusprig gebacken! Was wünscht man mehr?!













Mittwoch, 15. Juli 2015

Maultaschen, Kässpätzlâ und Kartoffelsalat - eine Endlose Geschichte?


Es sieht ganz danach aus! Ich hielt ja den "Test" für abgeschlossen und geschmacklich und konsistenziell ... also für die Zusammengefügbarkeit ... für erledigt. Manches war gut, manches musste ich bemängeln, weil ich ein ehrlicher Mensch bin. 
Und jetzt tut sich ein Abgrund an Wohlgeschmack vor mir auf! 
Zuvorderst, es tut mir Leid das sagen zu müssen, steht der Kartoffelsalat der "Sakristei", gleich hinter der Mathäuskirche in Stuttgart Heslach. Es gibt keinen besseren! in ganz Stuttgart!! Das ist eine kühne Behauptung, aber ich wage sie trotzdem. (Im Bild als Beilage zu Schinkennudeln, die man in Stuttgart auch nur noch selten auf dem Speiseplan findet.)

Dieser Kartoffelsalat schlonzt und schmotzt wie es sein muss! Ausgewogen gewürzt, nicht zu viel Essig, wie in anderen Lokalitäten, und, vor allem: er ist aus echten Salatkartoffeln gemacht! Die Konsistenz ist unverkennbar, der leichte, zarte "Biss" den Kartoffelsalat haben muss, ohne dass er aus eben nicht ganz gar gekochten "normalen" Kartoffeln hergestellt wurde. Auch der Geschmack dieser Kartoffel ist anders ... Ach, ich könnte darin baden!
Damit bin ich bei den Kässpätzlâ in der HESLACHER WEINSTUBE gelandet. Auch darin würde ich am liebsten baden! (Man darf sich das nicht bildlich vorstellen, das wäre eine Sauerei, aber genüsslich, wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher ...)





























Schon die Art der Zubereitung und des Servierens ist ein Augenschmaus. Wobei ich hier wieder einmal auf den alten Streitpunkt: geschmelzt oder geschmälzt zurückkommen muss. Auf der Speisekarte stehen nur "geschmälzte" Zwiebeln. Also in Fett knusprig gebratene Zwiebelstreifen. Serviert werden aber "geschmelzte" Zwiebeln, diese zur Konsistenz eines Zungenkusses gegarten, nicht gebratenen!, Zwiebeln, die sich im Mund zu einem Traum von "Geschmäckern" auflösen. Sorry, da muss ich poetisch werden! Ein Regenbogen an Geschmack!



























Ach so, die Maultaschen. Also die sind hier auch die besten die ich "getestet" habe. Allerdings haben Maultaschen als solche ja nicht unbedingt eine persönliche Individualität, der Laie würde sagen: "Die schmecken doch alle gleich." Da hilft nur eins: probieren. Nicht dass jetzt hier der Eindruck entsteht, dass ich Maultaschen zum "Nationalgericht" erheben möchte. Wo blieben da die ganzen Nationen, die uns immer noch "Krauts" nennen?
Übrigens war ich vorgestern wieder in der Weinstube und hatte gerade mein Viertele Verrenberger bekommen, als am Nebentisch Maultaschen mit Kartoffelsalat serviert wurden. "Nein, nein, nein!" sagte die Dame, "Keinen Kartoffelsalat! Ich sagte ausdrücklich ..." Ich habe ihre Bestellung gerne entgegengenommen, sehr zur Erleichterung der Serviererin. Eigentlich wollte ich ja Kässpätzlâ bestellen, aber die Alternative war zu verlockend. Bis auf den Kartoffelsalat ... Ich habe es dem Wirt/Koch übrigens gesagt.
Dann bin ich gegangen, ehe er reagieren konnte.
Traue ich mich dort noch hin?
Na klar!

Freitag, 8. Mai 2015

Maultaschen sind nicht gleich Maultaschen



Diese Erfahrung machte ich vor ein paar Tagen, als ich mich, im Vorbeigehen, spontan entschloss die Speisekarte der Dinkelacker Brauereigaststätte zu lesen. Dabei entdeckte ich den "Braumeistersalat", der mit einer angebratenen Maultasche und einem kleinen Fleischküchle garniert ist.



Für einen kurzen Augenblick wäre ich beinahe schwach geworden und hätte mich für die Kässpätzlâ entschieden, weil dort das Wort "geschmelzt" richtig geschrieben ist!


Aber die Neugier auf die Maultasche war dann doch größer. Es war eine Fehlentscheidung, das kann ich gleich vorweg sagen. 
Aber ich fange am Anfang an. Die Gaststätte ist geräumig und auch "gemütlich" auf rustikale Art.



Der Kellner, es waren zwei, aber einer von ihnen machte sich gerade an einem Tisch sehr abseits vom Publikum, das allerdings, es war erst 12 Uhr, noch nicht sehr zahlreich anwesend war, zu schaffen und ich fragte ihn, ob ich an einem der Tische für zwei Personen Platz nehmen dürfe. Eigentlich wolle er gerade das Licht in diesem Teil der Gaststube ausmachen, erklärte er mit Bedauern. Das käme mir sehr entgegen, antwortete ich, wegen der Licht-Überempfindlichkeit meiner Augen. Dann möge ich doch Platz nehmen.
Nachdem ich schon wusste was ich wollte, konnte ich gleich bestellen: Während ich auf das Essen wartete, plauderte der Kellner mit mir über meine Augenprobleme. Ich kam mir vor wie beim Friseur. 


Optisch war das Gericht sehr ansprechend und der Blattsalat, den ich zuerst probierte, war frisch, knackig und mit einer sehr feinen Vinaigrette angemacht. Der Kartoffelsalat war nicht eiskalt, was ihn schon in die gehobenere Kategorie einstufte und er war auch nicht zu sauer, also war ich davon angenehm überrascht, auch die Portion war reichlich.
Die Maultasche schmeckte seltsam, als wäre sie mit Petroleum gewürzt worden. Der Geschmack war penetrant, trotzdem aß ich weiter, weil ich dachte, dass es nur ein erster Eindruck sein könnte. Beim letzten Bissen hatte ich mich wohl schon so weit an "das Aroma" gewöhnt, dass es mir nicht mehr so stark vorkam. Trotzdem würde ich solche Maultaschen kein zweites Mal essen! Das Fleischküchle ... es wäre ein Grund Vegetarier zu werden. Und satt bin ich auch geworden.

Und noch einmal Kächele
Nachdem ich beim ersten Versuch den Kartoffelsalat zu sauer gefunden hatte und eine entsprechende Notiz auf der Facebook Seite eintrug, hat "Herrr Kächele" darauf sehr nett geantwortet. Siehe unten:

Also ging ich gestern Mittag hin und probierte die geröstete Maultasche mit Kartoffelsalat. Und tatsächlich, diesmal war er nicht ganz so sauer ... warm war er auch wieder, das finde ich echt Spitze! Die geröstete Maultasche war sehr gut, auch nicht sooo sehr gepfeffert. Ist empfehlenswert. So richtig satt wird man davon allerdings nicht ...


Donnerstag, 30. April 2015

Geschmälzt - Geschmelzt?




Um den Unterschied zu erkennen, muss man nur die Schreibweise der beiden Wörter vergleichen. 
Um zu wissen, was den Unterschied ausmacht, muss man ein Schwabe sein! 
Eine "geschmälzte" Maultasche ist wie ein Königsberger Klops in Tomatensoße. 
Eine "geschmelzte" Maultasche ist ... eben eine solche!!! Ein Blick ins Paradies!



Von wegen "landschaftlich". Hallo Herr Duden! Es geht ja nicht darum, dass geschmolzene Butter mit angebratenen Zwiebeln über die Maultaschen gegossen wird, sondern darum, dass die Zwiebeln in Butter und Rinderbrühe geschmolzen sind, weich geworden, keine Konsistenz mehr habend: "Woich wia an Zongâkuss" sind! Kapiert? Geschmelzt ist wie ein Softporno gegenüber Hardcore, genau so aufregend, nur  eben genießbarer!



Egal wie dudenmäßig "veralted", eine geschmelzte Maultasche ist ewig jung! Eine geschmälzte fällt eines Tages wieder einer Sprachbereinigung anheim und geht in den Orkus der unbekannten Spezialitäten.
"Mit geschmolzener Butter serviert." Wenn ich das schon lese vergeht mir der Appetit! Kässpätzlâ serviere ich mit in Butter gebräunten Zwiebeln, das nenne ich "geschmälzt". (Wahrscheinlich stammt das Wort von Schmalz und hat mit Butter gar nichts zu tun?!). Aber mit geschmolzener Butter übergossene Maultaschen sind "Junk Food"!
Heute habe ich übrigens die Maultaschen im "Paulaner" getestet. Waren nicht schlecht. Von der Optik her anders als die bisher Anderen, geschmacklich, und auch sonst, den Gestrigen sehr verwandt. "Kartoffelsalat mit Blattsalat" steht auf der Karte. Blattsalat war echt gut, Kartoffelsalat eher unauffindbar und natürlich kalt. Wäre ja echt eklig geworden mit dem Grünzeug darüber in lauwarm! Na ja, Paulaner, das sind doch Bayern ... Schwamm drüber.




























Übrigens traf ich dort rein zufällig meine Schwester, die ich normalerweise nur alle Krautherbscht treffe. Es war eine angenehme Überraschung und ich machte wieder einmal eine Referenz gegenüber dem Zufall! 






Es gibt auch noch "echte" Schwaben in der Gastronomie!

Maultaschen und Kartoffelsalat


Ich musste mir wieder einmal eine neue Sonnenbrille kaufen, inzwischen die vierte! Langsam komme ich mir wie `Heini´ vor, oder wie immer der heißt. Das aber nur nebenbei.
Manche Dinge lassen mich einfach nicht ruhen. Nicht dass ich verbohrt oder eigenwillig wäre, ganz im Gegenteil: ich bin Allem aufgeschlossen! Kann ja gar nicht anders sein bei meinem Sternzeichen, Waage, und Lebenswandel, vage! Nachdem ich neulich die Maultasche(n) mit Kartoffelsalat bei `Kächele´ so quasi `getestet´ und das Resultat veröffentlicht habe, kam mir gestern, als mir der Zufall dieses Schild in den Weg stellte:



die Idee, die `Testreihe´ fortzusetzen. Und wenn schon, warum nicht hier? Die Location (ich liebe das neue Deutsch!) war nicht schlecht: Mitten auf der Königstraße mit dem Hauptbahnhof, meinem zweiten Wohnzimmer, im Blickfeld.






























Auch das Dekor war ansprechend, siehe oben. Die Sache hatte nur einen Haken: Wo sollte ich mich hinsetzen um meinen Tremor zu verbergen? Also fragte ich die nette Serviererin ob es auch Innenräume gäbe.
(Mit dem Wort `servieren´ habe ich in diesem Zusammenhang so meine Hemmungen, seit ich weiß, dass man die Hilfestellung die man Hengsten gibt, die beim Besteigen der Stute Schwierigkeiten haben, so nennt. Man ergreift dabei den ... aber das ist eine andere Geschichte.) 
Zu meinem Erstaunen verneinte sie dies. Ein Restaurant ausschließlich im Freien und ohne Namen? Kurios, oder "Faszinierend" wie Mr. Spock sagen würde. (Später kam mir der Gedanke, dass das Essen aus der Kantine des `Marquart´ kommen könnte. In meinen jungen Jahren verdiente ich mir dort im `Gloria Palast´, dem größten Kino im Marquart, als Kartenkontrolleur ein `Taschengeld´, obwohl ich als Buchdrucker sehr gut verdiente. Es war nur ein `Zeitvertreib´. Auf jeden Fall hatten wir Zugang zur Personalkantine und das Essen war vielfältig und vorzüglich! Ich hätte also nichts dagegen, wenn das `Essen im Freien´ von dort käme!)


Ich wählte die vorderste Reihe, Richtung Bahnhof, in der die zwei direkt angrenzenden Nebentische nicht besetzt waren und hoffte das Beste. Das Personal bestand aus einer Auftragefrau und einem jungen Kassierer, bei dem ich meine Bestellung, Maultaschen mit Kartoffelsalat, aufgab und ihn bat, auch einen Löffel meinem Besteck hinzuzufügen, da ich eventuell sonst Schwierigkeiten beim Verzehr des Kartoffelsalats haben könnte. Genau so, nur nicht so blumig, begründete ich meinen Wunsch nach einem Löffel. Daran muss ich mich wohl gewöhnen.
Das Essen ließ nicht lange auf sich warten, was ich als angenehm empfand. Zwar schien mir die Sonne auf den Rücken und wärmte ihn, aber von links nahte der Abendschatten und der war, was ich später bemerkte, sehr kühl.

Es sah gut aus. Und es waren zwei Maultaschen, was den Preis von 8.50 € rechtfertigte. (Bei Kächele bezahlte ich 5.00 € für eine Maultasche und, ehrlich gesagt, eine kleinere Portion Salat.) Geschmacklich fand ich die Maultaschen ganz gut, sie waren auf jeden Fall nicht ins Pfefferfass gefallen. Trotzdem würde ich hier nur drei Sterne vergeben im Vergleich, weil die Konsistenz der Kächelevariante etwas lockerer, leichter ist. Diese hier sind kompakter, fest im Schnitt und Biss, was durchaus okay ist! Es sind Durchschnitt-Maultaschen. Der Kartoffelsalat war nicht besser und nicht schlechter als der andere, höchstens einen Hauch weniger essiglastig. Aber er war kalt! Es half auch nicht die Zwiebel und die Soße darunter zu mischen, es kühlte nur diese gleichfalls ab.
(Als abgeräumt wurde, fragte ich die nette Frau, ob es möglich wäre, bei der Bestellung anzugeben, dass man den Kartoffelsalat angewärmt haben möchte.
"Wenn es die Zeit erlaubt, sehe ich da kein Problem." meinte sie freundlich. Ich werde das bei Gelegenheit testen, wenn es die Witterung erlaubt.)





























Wie man sieht, habe ich alles gegessen, inklusive die dekorative Tomatenspalte, die Gurkenscheibe und das Salatblatt. Der Schwabe lässt "nix vorkommâ"! Wie man auch sieht, hat das mit dem Löffel nicht geklappt. Zum Glück brauchte ich keinen. Ich machte den Kassierer auf dieses Manko aufmerksam und er bedauerte es sehr. Ich verzieh ihm. Er ist jung und sicher noch sensibel.
Ich gab 1.50 € Trinkgeld und dachte flüchtig, dass ich für zehn Euro bei Kächele auch zwei Maultaschen und eine große Portion Salat bekommen hätte ...
Mal sehen wo sich der nächste `Test´ anbietet?

Montag, 27. April 2015

Nochmal Schwäbische Spezialitäten

Heute gab ich, wie versprochen, dem "Kächele" eine zweite Chance und ich habe es nicht bereut. Das heißt nicht, dass ich nicht enttäuscht war, und so richtig enttäuscht war ich ja nicht, nur halt Geschmacklich ein bissle.

Na ja, Maultaschen und Kartoffelsalat sind nicht gerade gourmetmäßige Spitzenprodukte, aber einem Schwaben sind sie heilig, zumindest der älteren Generation, denke ich. An der Maultasche war auch nichts auszusetzen, außer dass jesesmäßig viel Pfeffer drin war. Nicht dass ich etwas gegen scharf gewürztes Essen hätte, scharf ist okay, wenn man darauf vorbereitet ist, aber bei Maultaschen ist man nicht darauf vorbereitet und wird überrascht. Ich habe auch nichts gegen Überraschungen, sie können ganz angenehm sein, wenn sie erfreulich sind ... Also in der Maultasche war, für meinen Geschmack, zu viel Pfeffer! Ansonsten war sie wirklich Spitze! Der Teig schön dünn und die Füllung nicht zu fest und trotzdem mit dem gewissen Biss, und die geschmelzten Zwiebel darauf ... Ich muss schon sagen: Einwandfrei! 4 Sterne auf jeden Fall!!





























Kartoffelsalat ist entweder gut oder nur genießbar. Also gut war der, für meinen Geschmack, nicht. Tut mir Leid, aber bei Kartoffelsalat bin ich heikel. Dass es Heutzutage keine geeigneten Kartoffeln mehr gibt, ist eine Sache, da kann der Koch nichts dafür, aber für die Zubereitung bedarf es eines Schwaben der Geschmackknospen von der Zungenspitze bis in den Magen hat. Man muss die Fleischbrühe ganz leicht ahnen, ein Hauch Senf, ein Hauch von einem Hauch Meerrettich, am besten etwas, Sonnenblumenöl, Walnussöl, ein paar Tropfen Olivenöl (obwohl das natürlich unschwäbisch ist!) und dann eben nur so viel Essig, Pfeffer (wenig!) und Salz, dass alles andere zur Geltung kommt. Ich mische ja auch immer noch feingehackte, ganz weich gekochte Zwiebel darunter, das sorgt für eine unauffällige, um Himmels Willen ja nicht aufdringliche!, Süße. Wenn er dann so richtig "schmotzt" und noch warm ist, dann würde ich am liebsten darin baden! 
Also eins muss ich dem Heutigen zugestehen: er war warm, so wie er sein soll. Es gibt nichts schrecklicheres als kalten schwäbischen Kartoffelsalat! Aber er war, für meinen Geschmack zu sauer, schmeckte einfach nach Essig, sonst nichts. (Eigentlich schmeckt so Kartoffelsalat aus dem Kübel.) Schade. ... Die Schnittlauchröllchen hätten auch ein bisschen feiner geschnitten sein dürfen ... aber das ist meckern auf hohem Niveau. Ich habe übrigens von den geschmelzten Zwiebeln etwas unter den Salat gemischt, was ihm nicht geschadet hat.
Ob es geschmeckt habe, fragte die freundliche, aufmerksame Frau hinter der Theke. Ja, sagte ich, geschmeckt hatte es ja, nur eben nicht so wie ich es erwartet hatte. Ich komme bestimmt wieder, fügte ich noch hinzu. Also vorgenommen habe ich es mir, sei es auch nur um herauszufinden, ob die Maultaschen immer so scharf gepfeffert sind und ob der Katoffelsalat immer den gleichen Aus-dem-Kübel-Geschmack hat.