Das ist ein, wahrscheinlich wenig bekannter, Schlager aus den 60er Jahren, als USAmerikanische und Englische Sangespersonen meinten, sie müssten die Hits ihrer Nationen mit deutschen Texten singen. Dieses etwas öde Liedchen trällerte Dusty Springfield. Ein Hit war es wohl kaum.
Außer hoffen und warten muss man noch träumen vom Glück. Apropos Glück: Das suchte Johnny Cash damals auch, siehe oben rechts, da reimte sich "Gluck" mit "auf dem Weg zuruck." Süß!
Aber das ist natürlich nicht mein Thema, sondern, wie könnte es anders sein, wieder einmal meine Augen! Genauer gesagt: Diesmal mein linkes Auge. Gestern war es so weit.
Als, bekanntlich, pünktlicher Schwabe, war ich schon um 10:15 in der Klinik. Der Warteraum war schon gut besetzt und es roch dementsprechend gemischt. Um 10:45 war auch der letzte Stuhl nicht mehr frei. Ich hätte nur noch einen Stehplatz bekommen!
Das Prozedere war wie immer.
"Guten Morgen. Kann ich Ihnen helfen?"
"Ich habe einen Termin um 10:45 zum Lasern."
"Wie ist Ihr Name bitte?"
"Lang, Gerhard Lang."
"Augenblick ... Ah ja. Setzen Sie sich bitte noch, Sie werden dann aufgerufen."
Ich setzte mich. Wie gesagt, um 10:45 hätte sie sich den ersten Teil ihres letzten Satzes sparen können. Dann kam der Aufruf zur Sehstärke und Druck Messung. Sehstärke keine Verbesserung. Druck: Links 22, rechts 23.
"23?!"
"Ja."
"Das heißt, ich muss rechts auch wieder tropfen?"
"Ja."
Na, wenigstens wusste ich jetzt wo der Nebel vom Vortag her kam! Ein Trost war mir das allerdings nicht.
"Sie dürfen sich wieder setzen, Sie werden dann aufgerufen."
"Danke."
Irgendwann setzte sich ein afrikanisch aussehender Mann, der sehr schüchtern war und höflich fragte, ob der Platz noch frei wäre, neben mich und versuchte das Anamnese Formular zu lesen und auszufüllen. Dazu nahm er seine Brille ab und musste nun seine Augen zu Schlitzen zusammenkneifen, um etwas entziffern zu können. Ich wusste schon, worauf das bei ihm hinauslaufen würde: Grauer Star. Operation. Später sah ich wie er sich seine OP Termine abholte. Ich hätte ihn warnen können, ihm sagen, dass er lediglich eine Lesebrille brauche. (Er hatte seine Brille auf den Tisch zwischen uns gelegt und war dann zum Telefonieren vor die Tür gegangen. Ich setzte die Brille kurz auf, um zu sehen, ob sie zum Lesen überhaupt tauge. Es war aber eine Fernsichtbrille, allerdings nicht sehr stark, und für die Nähe wirklich nicht geeignet. Ich sah alles noch viel verschwommener als sonst.) Ich hätte sagen können, er solle sich eine zweite Meinung einholen. Aber ich schwieg.
Es wurde 11 Uhr. Es wurde 12 Uhr. Das Personal verabschiedete sich von den Kolleginnen zum Mittagessen. Die anderen Patienten hatten sich nach und nach in den anderen Wartebereich bei den Behandlungsräumen gesetzt und wurden dort aufgerufen. Der Flur leerte sich. Ich wartete.
Ein Mann, der sich zuvor geweigert hatte seine Augen zu öffnen, damit man die üblichen Messungen vornehmen konnte, wurde von seiner Frau, oder Mutter, wieder herein geführt und sie sagte zu der übrig gebliebenen Helferin (oder wie auch immer man sie nennt) dass man es jetzt noch einmal versuchen könne. Und tatsächlich, ich hörte ihn Zahlen und Buchstaben vorlesen und auch den Luftpuster beim Druck messen nahm er gelassen hin. Was sie ihm wohl gegeben hatten? Später hörte ich ihn lautstark mit seiner Frau/Mutter argumentieren, warum er denn zwei Termine für die Operation brauche. Sie versuchte ihm klar zu machen, dass er doch zwei Augen habe. Das sah er zwar ein. Die zwei Termine aber nicht. ...
Da war es allerdings schon beinahe 13 Uhr und ich wurde zu einer weiteren Voruntersuchung aufgerufen.
`Verdammt. Immer wenn es spannend wird!´ dachte ich.
Meine Pupille wurde weit getropft und das Augeninnere durchleuchtet. Dann saß ich im anderen Wartebereich und wartete darauf, dass man meine Pupille noch weiter tropfte. Aber die Helferin, die das machen wollte, sagte, dass die Pupille noch weit offen sei. Ich hätte ihr ja sagen können, dass sich diese Pupille nicht mehr schließe seit der letzten OP, aber ich sagte nichts. Es stand doch alles in meiner Akte, oder etwa nicht? Dann setzte mich eine Helferin in den Behandlungsraum mit dem Laser Gerät und sagte: "Die Ärztin kommt gleich."
Das war gelogen. Mir blieb eine viertel Stunde, um den Apparat und die Umgebung auf mich wirken zu lassen. Das war ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte.
Der Sitz auf dem Platz zu nehmen ich gebeten wurde, war ein Hocker ohne Lehne. Nach einer viertel Stunde war mein Rücken völlig ange- und verspannt. Die Prozedur des Laserns dauerte weitere 15 Minuten. Während dieser Zeit lag mein Kinn in der dafür vorgesehenen Mulde und meine Stirn war gegen die Stirnstütze gedrückt und zwar so stark, durch Eigenanstrengung, dass mein Tremor nicht wirksam werden konnte.
(Hier muss ich einmal anmerken, dass ich jedes Mal auf den Tremor aufmerksam machen musste, dass man davon dann wohlwollend Kenntnis nahm, sich von dessen Auswirkung auf meinen Körper aber kein Bild machen konnte. Hätte man das gekonnt, wäre es sinnvoll gewesen, bei allen Eingriffen, meinen Kopf zu fixieren, so dass ich nicht gezwungen gewesen wäre die Operationen unter größter körperlicher Anspannung und Kraftaufwendung über mich ergehen zu lassen. Das wird bei der nächsten Sitzung nicht anders sein!) Sei's drum.
Über das Lasern lässt sich nicht viel sagen. Was genau da passiert wird einem ja nicht erklärt. Ein Arzt hatte das bei der, schon in einem anderen Kapitel beschriebenen, Voruntersuchung vage angesprochen, dass ca. 100 Impulse abgefeuert werden ... Wer es genau wissen möchte, kann danach googeln, ich habe allerdings keine aufschlussreiche Erklärung gefunden. Hier füge ich zwei Bilder ein, die den Stress für das Auge allein bei der Einstellung des Gerätes illustrieren sollen. Die Laserblitze sind dann grün und spitz wie Pfeile ...
Das Auge wird mit Tropfen betäubt. Trotzdem ist es nicht ganz ohne Gefühl. Man spürt den Druck auf den Augapfel und manche der Laser Einschüsse. Und, wie gesagt, das dauert! Leider kann ich nicht meditieren, habe ich auch schon beschrieben, also fing ich nach zehn Minuten, als ich fürchtete die Beherrschung meines Körpers zu verlieren, an zu beten. Das Vater unser. Das Gegrüßet seist Du Maria. Das Ehre sei. Und zwischendurch immer wieder die Novene der `Wundertätigen Medaille´, die ich von der Pilgerfahrt nach Lourdes aus Paris mitgebracht habe ... aber das ist eine ganz andere Geschichte ... "O Maria, Du ohne Sünde empfangene, bitte für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen. Amen."
Es half bis zu dem Punkt an dem die Ärztin sagte: "So, fertig." und die Halterung aus meinem Auge nahm, durch die sie ihre Arbeit beobachtet und kontrolliert hatte.
(Ich habe in einem anderen Kapitel schon erwähnt, dass ein früherer Kollege, eigentlich der Betriebsleiter der Firma, zur Behandlung des Glaukoms gelasert wurde und beim zweiten Auge in Ohnmacht fiel.)
"Jetzt will ich nur noch einmal kontrollieren ob alles in Ordnung ist." hörte ich sie sagen.
Da stützte ich mich schon mit beiden Händen schwer auf den Gerätetisch und sah dass sich die Umgebung von hell- nach dunkelgrau färbte.
Zum Glück bemerkte die Ärztin meinen Zustand, stützte mich und sagte ich solle mich auf den Boden legen. Mir kam die Distanz dorthin sehr hoch vor und hielt mich auf den Beinen. Sie rief nach einer Helferin, aber die Tür zum Behandlungszimmer ist während des Laserns ja geschlossen, also hörte sie niemand. Einen Notknopf gab es nicht.
Dann sagte sie: "Setzen Sie sich in den Sessel da." und meinte den hinter dem anderen Gerät (siehe eine der Abbildungen weiter oben). Sie stützte mich und ich setzte mich in den Sessel. Sie schob mir den Hocker, auf dem ich zuvor saß, unter die Füße, so dass meine Beine hoch gelagert waren und lief dann hinaus auf den Flur und rief nach Hilfe. Aber da war das Dunkelgrau vor meinen Augen schon wieder heller geworden. Ich schaffte die Ohnmacht nicht. Habe ich übrigens noch nie geschafft, obwohl ich bei Blutabnahmen immer kurz davor bin, es sei denn ich darf mich dazu hinlegen.
Hilfe kam und brachte gleich ein Blutdruckmessgerät mit und die Ärztin holte einen Becher mit Wasser, das ich trinken musste, obwohl mir gar nicht danach war.
Die beiden sagten Dinge wie: "Er ist weiß wie Kreide."
"Aber er bekommt schon wieder ein bisschen Farbe."
"Trinken Sie noch einen Schluck."
"Jetzt messe ich Ihren Blutdruck."
"Er sieht aber schon wieder viel besser aus."
"Ja, wirklich. Ich glaube das Blutdruckmessen können wir uns sparen."
"Wie fühlen Sie sich jetzt?"
Ich fühlte mich schon seit längerer Zeit wieder so weit fit, dass ich meine Beine von dem Hocker nehmen wollte und mich wunderte, wen sie mit "er" meinten.
"Sie wollten doch noch kontrollieren ob alles in Ordnung ist." schlug ich der Ärztin vor.
"Ooooo nein!" rief sie.
Ich nehme an, dass ich ihr erster Beinaheohnmächtiger war.
Vielleicht wird ja jetzt in dem Raum ein Notrufknopf installiert?
Sie beobachteten mich besorgt auf meinem Weg aus dem Behandlungsraum zu einem Stuhl auf dem Gang. Ich schaffte es alleine und sie gingen beruhigt weg.
Jetzt entlud sich die ganze Anspannung meines Körpers in immer wiederkehrenden Tremorwellen, die mich schüttelten, als ob ich einen Epileptischen Anfall hätte. Kontrolle war unmöglich. Der Tremor findet normalerweise nur bei Anstrengung statt. Diesmal schien die Entspannung die Anstrengung zu sein. Irgendwann war es dann vorbei. Zeit nahm ich nicht wahr.
Schließlich kam eine sehr junge, hübsche Helferin und übergab mir den Brief für den Augenarzt. Sie sah mich mit einem Blick an, der sagen sollte, dass niemand über mich geredet habe, dass sie aber in Sorge um mich sei. Ich fand das sehr bewegend.
"Das ist der Brief für ihren Augenarzt." sagte sie und fügte ewas unbeholfen hinzu: "Sie dürfen jetzt gehen."
"Danke." sagte ich und meinte es so, setzte meine Sonnenbrille auf und ging.
Das Auge brannte als wäre es ein Feuer, aber wenigstens konnte ich noch sehen. Ich ging, auf dem Weg zum Augenarzt um den Brief abzugeben, über den Hoppenlau Friedhof und bemerkte, dass seit meinem letzten Durchgang viel Laub gefallen war. ...
Und im anschließenden Stadtgarten, wo ich als Lehrling, die Druckerei lag gleich um die Ecke, bei schönem Wetter meine Pausen verbrachte, hatte man angefangen die Gipsabgüsse der Figuren aus dem Lapidarium zu reinigen.
Ich wäre ungern blind. ...
Um 14:45 gab ich beim Augenarzt den Brief ab. Nächster Termin bei ihm am Di 18. Nov. um 14:15. Man sieht sich.
Außer hoffen und warten muss man noch träumen vom Glück. Apropos Glück: Das suchte Johnny Cash damals auch, siehe oben rechts, da reimte sich "Gluck" mit "auf dem Weg zuruck." Süß!
Aber das ist natürlich nicht mein Thema, sondern, wie könnte es anders sein, wieder einmal meine Augen! Genauer gesagt: Diesmal mein linkes Auge. Gestern war es so weit.
Als, bekanntlich, pünktlicher Schwabe, war ich schon um 10:15 in der Klinik. Der Warteraum war schon gut besetzt und es roch dementsprechend gemischt. Um 10:45 war auch der letzte Stuhl nicht mehr frei. Ich hätte nur noch einen Stehplatz bekommen!
Das Prozedere war wie immer.
"Guten Morgen. Kann ich Ihnen helfen?"
"Ich habe einen Termin um 10:45 zum Lasern."
"Wie ist Ihr Name bitte?"
"Lang, Gerhard Lang."
"Augenblick ... Ah ja. Setzen Sie sich bitte noch, Sie werden dann aufgerufen."
Ich setzte mich. Wie gesagt, um 10:45 hätte sie sich den ersten Teil ihres letzten Satzes sparen können. Dann kam der Aufruf zur Sehstärke und Druck Messung. Sehstärke keine Verbesserung. Druck: Links 22, rechts 23.
"23?!"
"Ja."
"Das heißt, ich muss rechts auch wieder tropfen?"
"Ja."
Na, wenigstens wusste ich jetzt wo der Nebel vom Vortag her kam! Ein Trost war mir das allerdings nicht.
"Sie dürfen sich wieder setzen, Sie werden dann aufgerufen."
"Danke."
Irgendwann setzte sich ein afrikanisch aussehender Mann, der sehr schüchtern war und höflich fragte, ob der Platz noch frei wäre, neben mich und versuchte das Anamnese Formular zu lesen und auszufüllen. Dazu nahm er seine Brille ab und musste nun seine Augen zu Schlitzen zusammenkneifen, um etwas entziffern zu können. Ich wusste schon, worauf das bei ihm hinauslaufen würde: Grauer Star. Operation. Später sah ich wie er sich seine OP Termine abholte. Ich hätte ihn warnen können, ihm sagen, dass er lediglich eine Lesebrille brauche. (Er hatte seine Brille auf den Tisch zwischen uns gelegt und war dann zum Telefonieren vor die Tür gegangen. Ich setzte die Brille kurz auf, um zu sehen, ob sie zum Lesen überhaupt tauge. Es war aber eine Fernsichtbrille, allerdings nicht sehr stark, und für die Nähe wirklich nicht geeignet. Ich sah alles noch viel verschwommener als sonst.) Ich hätte sagen können, er solle sich eine zweite Meinung einholen. Aber ich schwieg.
Es wurde 11 Uhr. Es wurde 12 Uhr. Das Personal verabschiedete sich von den Kolleginnen zum Mittagessen. Die anderen Patienten hatten sich nach und nach in den anderen Wartebereich bei den Behandlungsräumen gesetzt und wurden dort aufgerufen. Der Flur leerte sich. Ich wartete.
Ein Mann, der sich zuvor geweigert hatte seine Augen zu öffnen, damit man die üblichen Messungen vornehmen konnte, wurde von seiner Frau, oder Mutter, wieder herein geführt und sie sagte zu der übrig gebliebenen Helferin (oder wie auch immer man sie nennt) dass man es jetzt noch einmal versuchen könne. Und tatsächlich, ich hörte ihn Zahlen und Buchstaben vorlesen und auch den Luftpuster beim Druck messen nahm er gelassen hin. Was sie ihm wohl gegeben hatten? Später hörte ich ihn lautstark mit seiner Frau/Mutter argumentieren, warum er denn zwei Termine für die Operation brauche. Sie versuchte ihm klar zu machen, dass er doch zwei Augen habe. Das sah er zwar ein. Die zwei Termine aber nicht. ...
Da war es allerdings schon beinahe 13 Uhr und ich wurde zu einer weiteren Voruntersuchung aufgerufen.
`Verdammt. Immer wenn es spannend wird!´ dachte ich.
Meine Pupille wurde weit getropft und das Augeninnere durchleuchtet. Dann saß ich im anderen Wartebereich und wartete darauf, dass man meine Pupille noch weiter tropfte. Aber die Helferin, die das machen wollte, sagte, dass die Pupille noch weit offen sei. Ich hätte ihr ja sagen können, dass sich diese Pupille nicht mehr schließe seit der letzten OP, aber ich sagte nichts. Es stand doch alles in meiner Akte, oder etwa nicht? Dann setzte mich eine Helferin in den Behandlungsraum mit dem Laser Gerät und sagte: "Die Ärztin kommt gleich."
Das war gelogen. Mir blieb eine viertel Stunde, um den Apparat und die Umgebung auf mich wirken zu lassen. Das war ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte.
Der Sitz auf dem Platz zu nehmen ich gebeten wurde, war ein Hocker ohne Lehne. Nach einer viertel Stunde war mein Rücken völlig ange- und verspannt. Die Prozedur des Laserns dauerte weitere 15 Minuten. Während dieser Zeit lag mein Kinn in der dafür vorgesehenen Mulde und meine Stirn war gegen die Stirnstütze gedrückt und zwar so stark, durch Eigenanstrengung, dass mein Tremor nicht wirksam werden konnte.
(Hier muss ich einmal anmerken, dass ich jedes Mal auf den Tremor aufmerksam machen musste, dass man davon dann wohlwollend Kenntnis nahm, sich von dessen Auswirkung auf meinen Körper aber kein Bild machen konnte. Hätte man das gekonnt, wäre es sinnvoll gewesen, bei allen Eingriffen, meinen Kopf zu fixieren, so dass ich nicht gezwungen gewesen wäre die Operationen unter größter körperlicher Anspannung und Kraftaufwendung über mich ergehen zu lassen. Das wird bei der nächsten Sitzung nicht anders sein!) Sei's drum.
Über das Lasern lässt sich nicht viel sagen. Was genau da passiert wird einem ja nicht erklärt. Ein Arzt hatte das bei der, schon in einem anderen Kapitel beschriebenen, Voruntersuchung vage angesprochen, dass ca. 100 Impulse abgefeuert werden ... Wer es genau wissen möchte, kann danach googeln, ich habe allerdings keine aufschlussreiche Erklärung gefunden. Hier füge ich zwei Bilder ein, die den Stress für das Auge allein bei der Einstellung des Gerätes illustrieren sollen. Die Laserblitze sind dann grün und spitz wie Pfeile ...
Das Auge wird mit Tropfen betäubt. Trotzdem ist es nicht ganz ohne Gefühl. Man spürt den Druck auf den Augapfel und manche der Laser Einschüsse. Und, wie gesagt, das dauert! Leider kann ich nicht meditieren, habe ich auch schon beschrieben, also fing ich nach zehn Minuten, als ich fürchtete die Beherrschung meines Körpers zu verlieren, an zu beten. Das Vater unser. Das Gegrüßet seist Du Maria. Das Ehre sei. Und zwischendurch immer wieder die Novene der `Wundertätigen Medaille´, die ich von der Pilgerfahrt nach Lourdes aus Paris mitgebracht habe ... aber das ist eine ganz andere Geschichte ... "O Maria, Du ohne Sünde empfangene, bitte für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen. Amen."
Es half bis zu dem Punkt an dem die Ärztin sagte: "So, fertig." und die Halterung aus meinem Auge nahm, durch die sie ihre Arbeit beobachtet und kontrolliert hatte.
(Ich habe in einem anderen Kapitel schon erwähnt, dass ein früherer Kollege, eigentlich der Betriebsleiter der Firma, zur Behandlung des Glaukoms gelasert wurde und beim zweiten Auge in Ohnmacht fiel.)
"Jetzt will ich nur noch einmal kontrollieren ob alles in Ordnung ist." hörte ich sie sagen.
Da stützte ich mich schon mit beiden Händen schwer auf den Gerätetisch und sah dass sich die Umgebung von hell- nach dunkelgrau färbte.
Zum Glück bemerkte die Ärztin meinen Zustand, stützte mich und sagte ich solle mich auf den Boden legen. Mir kam die Distanz dorthin sehr hoch vor und hielt mich auf den Beinen. Sie rief nach einer Helferin, aber die Tür zum Behandlungszimmer ist während des Laserns ja geschlossen, also hörte sie niemand. Einen Notknopf gab es nicht.
Dann sagte sie: "Setzen Sie sich in den Sessel da." und meinte den hinter dem anderen Gerät (siehe eine der Abbildungen weiter oben). Sie stützte mich und ich setzte mich in den Sessel. Sie schob mir den Hocker, auf dem ich zuvor saß, unter die Füße, so dass meine Beine hoch gelagert waren und lief dann hinaus auf den Flur und rief nach Hilfe. Aber da war das Dunkelgrau vor meinen Augen schon wieder heller geworden. Ich schaffte die Ohnmacht nicht. Habe ich übrigens noch nie geschafft, obwohl ich bei Blutabnahmen immer kurz davor bin, es sei denn ich darf mich dazu hinlegen.
Hilfe kam und brachte gleich ein Blutdruckmessgerät mit und die Ärztin holte einen Becher mit Wasser, das ich trinken musste, obwohl mir gar nicht danach war.
Die beiden sagten Dinge wie: "Er ist weiß wie Kreide."
"Aber er bekommt schon wieder ein bisschen Farbe."
"Trinken Sie noch einen Schluck."
"Jetzt messe ich Ihren Blutdruck."
"Er sieht aber schon wieder viel besser aus."
"Ja, wirklich. Ich glaube das Blutdruckmessen können wir uns sparen."
"Wie fühlen Sie sich jetzt?"
Ich fühlte mich schon seit längerer Zeit wieder so weit fit, dass ich meine Beine von dem Hocker nehmen wollte und mich wunderte, wen sie mit "er" meinten.
"Sie wollten doch noch kontrollieren ob alles in Ordnung ist." schlug ich der Ärztin vor.
"Ooooo nein!" rief sie.
Ich nehme an, dass ich ihr erster Beinaheohnmächtiger war.
Vielleicht wird ja jetzt in dem Raum ein Notrufknopf installiert?
Sie beobachteten mich besorgt auf meinem Weg aus dem Behandlungsraum zu einem Stuhl auf dem Gang. Ich schaffte es alleine und sie gingen beruhigt weg.
Jetzt entlud sich die ganze Anspannung meines Körpers in immer wiederkehrenden Tremorwellen, die mich schüttelten, als ob ich einen Epileptischen Anfall hätte. Kontrolle war unmöglich. Der Tremor findet normalerweise nur bei Anstrengung statt. Diesmal schien die Entspannung die Anstrengung zu sein. Irgendwann war es dann vorbei. Zeit nahm ich nicht wahr.
Schließlich kam eine sehr junge, hübsche Helferin und übergab mir den Brief für den Augenarzt. Sie sah mich mit einem Blick an, der sagen sollte, dass niemand über mich geredet habe, dass sie aber in Sorge um mich sei. Ich fand das sehr bewegend.
"Das ist der Brief für ihren Augenarzt." sagte sie und fügte ewas unbeholfen hinzu: "Sie dürfen jetzt gehen."
"Danke." sagte ich und meinte es so, setzte meine Sonnenbrille auf und ging.
Das Auge brannte als wäre es ein Feuer, aber wenigstens konnte ich noch sehen. Ich ging, auf dem Weg zum Augenarzt um den Brief abzugeben, über den Hoppenlau Friedhof und bemerkte, dass seit meinem letzten Durchgang viel Laub gefallen war. ...
Und im anschließenden Stadtgarten, wo ich als Lehrling, die Druckerei lag gleich um die Ecke, bei schönem Wetter meine Pausen verbrachte, hatte man angefangen die Gipsabgüsse der Figuren aus dem Lapidarium zu reinigen.
Ich wäre ungern blind. ...
Um 14:45 gab ich beim Augenarzt den Brief ab. Nächster Termin bei ihm am Di 18. Nov. um 14:15. Man sieht sich.






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