Zwei Mädchen - jung wird keine mehr lange sein,
Zwar hübsch und doch schon ohne Allüren
Von Charme und anderen Dingen die verführen,
Fremd sich zuerst - jede allein,
Und nippen unschlüssig an der Tasse.
"Er wird vielleicht erst später kommen,"
Sagt eine, ohne sich viel Hoffnung zu machen jetzt.
"Vielleicht zum Essen, möglich wäre es ja." -
"Fest steht: Er kam nicht, ist nicht da,
Hat Dich wahrscheinlich vergessen, versetzt!
Wie ein Gentleman hat er sich nicht benommen."
"Du tust ihm Unrecht. Er ward aufgehalten.
Oder er ist krank, bei dem Wetter weiß man ja nie. -
Vielleicht musste er seine Mutter abholen. -
Oder, denkst Du, sein Auto wurde gestohlen?"
Fragt sie die Freundin besorgt, aber die
Zuckt nur mit der Schulter und legt die Stirn in Falten.
"Wenn es schön ist am Sonntag, komm doch zu mir
Und wir fahren ein bisschen hinaus. -
Freitags könnten wir zur Sternwarte gehn
und, wenn es regnet, in die Museen. -
Oder wir bleiben bei mir Zuhaus. -
Wenn es Dir lieber ist, komme ich gerne zu Dir." -
Sie sitzen beisammen auf vielen Terrassen,
Mit mehr und mehr Plänen, immer für zwei.
Gestern noch jung, Morgen schon ältere Damen, -
Die manchmal an Herren denken die nicht kamen. -
Und die Liebe geht achtlos an ihnen vorbei,
Als wären sie leere Tassen.
gelang (1967/2014)

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