Mittwoch, 19. März 2014

3 Wochen auf dem Land


"Den Anspruch auf Müßiggang muss man sich erfaulenzen." Das habe ich einmal als Graffito an einer Hauswand gelesen. Faulenzen ist übrigens deutsch für chillen, wobei es Faulenzer schon immer gegeben hat, was man, rein sprachlich gesehen, von Chillern nicht sagen kann. Damit will ich dieses Thema einmal als abgeschlossen betrachten.
Wobei ich allerdings sagen muss, dass ich hier nicht zum Faulenzen komme! Es ist ein Wunder, dass ich überhaupt schlafen kann. Kaum liege ich im Bett, schmiegen sich mehr Katzen und Hunde an meine diversen Körperteile, als ich in diesem Haus vermutet hätte, zumindest kommt es mir so vor. Zur Unbeweglichkeit eingekeilt liege ich, in schlafunergonomischer Verkrümmung auf dem Stückchen Matratze das man mir zubilligt und kämpfe um einen Anteil an der Bettdecke, der wenigstens meinen Hintern warm hält.



























Protest ist zwecklos. Die Hunde verstehen nur "Leckerli" und die Katzen ignorieren mich, es sei denn sie wollen schmusen. Dann wälzen sie sich auf dem Boden vor mir und gurren wie Turteltauben. 



























Morgens stehe ich so gegen sieben Uhr auf, weil die Tiere dann unruhig werden, und mit "unruhig" meine ich genau das. Als erstes mache ich dann ein Bild vom Himmel und dem was darunter ist, so eine Art Fototagebuch.




























Normalerweise würde ich mich ja dann waschen und anziehen, aber erst muss ich mal das Katzenklo sauber machen, weil da nachts doch mehr Betrieb ist, als ich, trotz Schlaflosigkeit, mitbekomme. Dann schmeiße ich mir ein paar Hände voll kaltes Wasser ins Gesicht, sage zur Dusche im Vorbeigehen "Wir sehen uns morgen." und ziehe mich an, wenn das Katzengejammer nicht so laut ist und nervt, dass ich mich entschließe nackt nach unten zu gehen und die erste Fütterung hinter mich zu bringen. Ich bin nie der Erste in der Küche!




























Dann, wenn ich nicht nackt bin, bereite ich mein Müsli zu. Eine gute Handvoll kernige Haferflocken, eine Tasse, ungefähr, fettarme Milch, drei bis vier Esslöffel fettarmer Joghurt und vier bis fünf gehäufte Esslöffel meines Spezial-Kompotts aus diversem frischem Obst, nach Jahreszeit, Dörrobst, Feigen, Datteln, Aprikosen, Cranberries, etc., Walnüsse und Mandeln. Das Kompott bereite ich immer in größerer Menge vor. Alles ohne Zucker. Früher habe ich das Müsli dann in der Mikrowelle warm gemacht, bis ich einmal gelesen habe, dass das die Struktur des Erwärmten verändert und das nicht zum Besseren. Also esse ich mein Müsli kalt. Schmeckt gut.
Danach bereite ich die Leckerli für den Hundespaziergang vor, Hühnermagen oder Hühnerherz und wehre die Katzen ab, die immer Teile stibitzen, ziehe mich warm an, weil morgens immer ein kalter Wind weht, und wehre die Jungkatzen von der Tür ab, weil sie noch nicht hinaus dürfen. Deshalb habe ich ihnen einen Spezialbalkon konstruiert, aber das ist ein anderes Kapitel. Jetzt geht es erst einmal hinaus in die frische Luft.



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